„Sie dürfen keine Luft kriegen“
Entspannt und auffallend gut gelaunt sind Österreichs Hoffnungsträger nach der sonntäglichen Trainingsmatinee in den letzten freien Nachmittag vor dem „Spiel der Spiele“ gegen Deutschland geschlendert. Was sich die ÖFB-Auswahl für den WM-Qualifikationshit am Dienstag (20.30 Uhr, live in ORF eins) vorgenommen hat, klingt aber alles andere als gemütlich: Vor allem die Offensivachse verspricht den vermeintlich übermächtigen Deutschen einen heißen Tanz.
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„Wir sind voll fokussiert. Mit den Fans im Rücken wird das richtig geil“, brennt Zlatko Junuzovic schon auf das Kräftemessen vor 47.000 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion im Wiener Prater. „Es wird nur gehen, wenn wir sie voll unter Druck setzen. Sie dürfen keine Luft kriegen“, weiß der 24-jährige Werder-Bremen-Legionär um die Stärke der DFB-Elf im Umschalten von der Defensive in den Vorwärtsgang. „Wir sind sehr gut vorbereitet und werden schauen, dass wir ihnen ordentlich einheizen“, kündigte Junuzovic an.
Der Plan steht
Man kennt die prominenten Gegenspieler aus der deutschen Bundesliga und weiß daher sehr gut, mit wem man es zum Auftakt der Qualifikationsphase für die Endrunde 2014 in Brasilien zu tun bekommt. „Wir müssen sie die ganze Zeit beschäftigen“, stellte sich der zentrale Mittelfeldmann auf enorm viel Laufarbeit und beinharte Zweikämpfe ein. „Wenn es sein muss, werden wir sie auch mit zwei oder drei Mann gleichzeitig attackieren.“ Hinter der erwarteten Solospitze Martin Harnik soll Junuzovic dann für entscheidende Impulse nach vorne sorgen.

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Für Andreas Ivanschitz und Co. wird es am Dienstagabend endlich ernst
Unterstützt wird er dabei wohl von der „Mainzer Achse“ Andreas Ivanschitz (links) und Julian Baumgartlinger (Doppelsechs mit Veli Kavlak). Ähnlich wie Junuzovic sehen die beiden gut aufeinander abgestimmten Legionäre des FSV Mainz 05 nur eine Möglichkeit, um dem haushohen Favoriten auf den Gruppensieg eventuell ein Bein stellen zu können. „Attackieren, lästig sein, die Zweikämpfe suchen“, gab Ivanschitz die Marschroute vor. „Nach vorne effektiv und zielstrebig spielen. Die Bälle nicht leichtfertig herschenken.“
Zwei Beine für Özil zu wenig
Bereit und „giftig“ müsse man sein, lautete vor dem ersten Pflichtspiel unter Neo-Teamchef Marcel Koller die Devise in der Mannschaft. „Die Anspannung steigt, jeder freut sich auf das Match“, berichtete Baumgartlinger. „Deutschland hat eine Weltklassemannschaft mit unglaublich viel Qualität. Echte Schwachstellen sind nur sehr schwer auszumachen. Aber den Respekt, den sie vor uns zeigen, haben wir uns auch erarbeitet“, gab sich der 24-Jährige selbstbewusst.
Eine breite Brust wird Baumgartlinger im Duell mit Real-Madrid-Star Mesut Özil auch brauchen. „Natürlich habe ich ihn schon oft gesehen“, wird er von der Qualität des deutschen Spielmachers kaum überrascht werden. „Aber ein solcher Spieler kann immer überraschende Sachen auspacken“, fügte der Ex-Austrianer hinzu. „Veli und ich müssen uns eben gegenseitig unterstützen, um im entscheidenden Moment noch ein oder zwei zusätzliche Beine dazwischen zu bringen.“

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Julian Baumgartlinger ist startklar
„Das sind auch nur Menschen“
Für Ivanschitz ist nach einer Woche intensiver Vorbereitung klar: „Wir sind bereit - und ich habe ein super Gefühl. Jeder in der Mannschaft ist froh, dass es jetzt bald losgeht.“ Dass er und Baumgartlinger sowohl auf als auch abseits des Platzes gut harmonieren, sieht der ehemalige Teamkapitän als nicht unwesentlichen Vorteil im Spielaufbau an. Ivanschitz stellte in den letzten Tagen aber auch in der gesamten ÖFB-Truppe durchwegs positive Stimmung und gestiegenes Zusammengehörigkeitsgefühl fest. „Wir sind voll motiviert.“
Das gilt auch und vor allem für Marko Arnautovic, der sich in den Tagen vor dem großen Spiel mit Wortmeldungen extrem zurückhielt. Das unumstößliche Selbstvertrauen des 23-jährigen Jung-Familienvaters sollen nun vor allem die deutschen Gegenspieler zu spüren bekommen. „Man kann den Deutschen wehtun“, weiß Arnautovic, der bei Werder einen vielversprechenden Saisonstart hinlegte. „Das sind auch nur Menschen, die können auch nur laufen wie wir. Wir müssen aber einen Tick mehr laufen und einen Tick aggressiver sein als sie.“
Harald Hofstetter, ORF.at
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