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„Es war extrem schwer für uns“

Der große Favorit ist gewankt, aber nicht gefallen: Wie schon in der EM-Qualifikation kam Deutschland am Dienstag abermals mit einem blauen Auge im Ernst-Happel-Stadion davon. Mit einem neuerlich knappen 2:1-Sieg gegen Österreich und wichtigen drei Zählern im Kampf um das WM-Ticket für Brasilien 2014 trat das Team von Joachim Löw mit dem Maximum von sechs Punkten erleichtert die Heimreise an.

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Zufrieden war der DFB-Tross mit der Leistung nicht, denn die Devise lautete nach dem aufreibenden Spiel gegen Österreich „Hauptsache gewonnen“. „Wir hatten nie die Dominanz in Wien und immer Mühe. Für mich zählen am Ende aber die drei Punkte“, sagte Löw, der auch gleich den Grund für die unerwartet großen Mühen lieferte: „Gegen keine andere Nation hat Österreich mehr zu gewinnen als gegen Deutschland. Sie waren voll motiviert.“

Deutschlands National-Tormann Manuel Neuer und Martin Harnik

APA/Herbert Neubauer

DFB-Goalie Manuel Neuer hatte gegen Harnik und Co. alle Hände voll zu tun

Auch den Spielern fiel ein Stein vom Herzen, die Partie gut über die Runden gebracht zu haben. „Hier gewinnt man nicht so einfach. Es war extrem schwer für uns. Wir können glücklich und zufrieden sein mit den Punkten, mit dem Spiel weiß Gott nicht“, sagte Goalie Manuel Neuer. „Man hat gesehen, dass Österreich Qualität hat. Wir haben am Ende Riesenglück gehabt“, war Innenverteidiger Mats Hummels froh.

Mit ÖFB-Druck nicht klargekommen

Den harten Arbeitstag führten die DFB-Kicker auf das aggressive Spiel und den frühen Druck Österreichs zurück, mit dem man laut Kapitän Philipp Lahm phasenweise überhaupt nicht klargekommen sei. „Österreich stand richtig gut und hatte seine Chancen. Sie waren heiß, aber das hatten wir auch erwartet“, sagte Neuer. Hummels räumte ein: „Österreich hat sehr gut und geschlossen attackiert.“

Überrascht war Deutschland vom Auftreten Österreichs aber nicht, denn Löw, der im Vorfeld der Partie immer wieder die Qualitäten Österreichs herausgestrichen hatte, hatte sein Team davor gewarnt und gezielt darauf vorbereitet und eingestellt. „Wir hatten schon vor dem Spiel befürchtet, dass sie bei dieser Atmosphäre über sich hinauswachsen werden“, gestand Innenverteidiger Holger Badstuber diesbezüglich.

„Haben Österreich ins Spiel gebracht“

Dieses Pressing führte auch dazu, dass Deutschland ungewohnt viele Abspielfehler machte. Ein Umstand, der Löw nach der Partie sauer aufstieß. „Damit haben wir Österreich ins Spiel gebracht. Wir haben von hinten nicht gut rausgespielt. Da waren wir verunsichert und haben mit langen Bällen gespielt. Das entspricht eigentlich nicht unserem Stil“, war Löw von der Vorstellung seines Teams enttäuscht.

Vor allem das Verhalten nach der 2:0-Führung passte dem ehemaligen Austria- und Tirol-Trainer gar nicht in den Kram. „Österreich konnte das hohe Tempo in der zweiten Hälfte nicht mehr halten. Da hätten wir das Spiel viel besser kontrollieren müssen“, sagte Löw, der auch individuelle Fehler bekrittelte: „Vor dem Anschlusstreffer gab es eine Situation zwei gegen einen, da gibt es normal kein Durchkommen.“

„Wir waren ein Stück cleverer“

Die eigene Taktik konnte Deutschland ebenfalls nicht zur Zufriedenheit Löws umsetzen. „Wir wollten nur phasenweise Pressing spielen und uns Raum lassen, damit wir Österreich erwischen, wenn sie in der Vorwärtsbewegung sind“, verriet der DFB-Teamchef. Dass am Ende das Pendel wieder einmal zugunsten der Deutschen ausschlug, lag für Löw in der Effizienz vor dem Tor.

„In einem Spiel mit harten Bandagen muss man eben seine Chancen nutzen. Wir haben das getan und waren daher ein Stück cleverer als Österreich“, sagte der DFB-Teamchef, dem vor allem die Riesenchance von Marko Arnautovic im Gedächtnis war: „Kurz vor Schluss hätten sie den Ausgleich machen können, ja eigentlich machen müssen.“ Da dem aber nicht so war, blieb Deutschland - Glück hin oder her - auch im achten Spiel in Serie gegen Österreich erfolgreich.

Christian Wagner, ORF.at

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