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„Haben eine gute Energie in der Truppe“

Österreichs Rekordtorschütze Toni Polster darf sich über den bisher größten Erfolg seiner noch jungen Trainerkarriere freuen. Mit dem Stadtligisten SC Wiener Viktoria warf der 48-Jährige am Dienstag den zwei Klassen höher angesiedelten Kapfenberger SV aus dem Cup. Im Achtelfinale möchte sich Polster mit den ganz Großen messen.

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„Jetzt wünsche ich mir die Austria oder Rapid. Denn das würde uns viel Geld für unsere Nachwuchsarbeit und Integrationsprojekte bringen“, sagte der ehemalige Torjäger nach dem 4:1-Sieg im Elferschießen. „Die Mannschaft ist fit und intakt. Wir haben eine gute Energie in der Truppe“, sagte Polster im Gespräch mit der APA über die Vorzüge seiner im Schnitt 23,5 Jahre alten Kicker.

Tormann Murat Safin wurde im Elferschießen zum Helden. Davor hatten er und seine Kollegen dem Bundesliga-Absteiger einen Schlagabtausch geliefert, der nach 90 Minuten 2:2 und nach 120 Minuten 3:3 stand. „Wir wollten uns gut verkaufen und nicht in Ehrfurcht ergeben. Wir haben Mut und Risiko genommen und sind dafür belohnt worden“, erklärte Polster, der seinen Schützlingen schon vor der Verlängerung gratulierte: „Ich habe ihnen gesagt, dass sie schon jetzt stolz sein dürfen.“

Jubel von Trainer Anton Polster und Murat Safin (Viktoria).

GEPA/Christian Ort

Goalie Safin bekam nach dem Elferkrimi eine ganz besonders innige Umarmung

„Wollen die Kirche im Dorf lassen“

Besonders gefreut hat den langjährigen Spanien- und Deutschland-Legionär, dass sein Team auch in der Verlängerung gegen die Kapfenberg-Profis körperlich auf Augenhöhe war. „Das zeigt, dass wir in der Vorbereitung sehr viel richtig gemacht haben.“ Die Feierlichkeiten nach dem Schlusspfiff in der Oswaldgasse in Wien-Meidling waren laut Polster, der seit Juni 2011 Viktorianer ist, halb so wild. „Die Spieler müssen ja arbeiten gehen. Und wir wollen die Kirche im Dorf lassen.“

Bei der Viktoria wird viermal pro Woche trainiert, am Wochenende geht es um Punkte in der Stadtliga. Dort spielt man als Aufsteiger gleich an der Spitze mit, nach sechs Runden sind die Polster-Schützlinge Dritter. „Der Aufstieg in die Regionalliga ist keine Vorgabe. Dort könnte es aber noch klappen, dann würden wir jedoch punkto Infrastruktur an unsere Grenzen stoßen“, glaubt Polster.

„Polster-Boom“ bei Viktoria

Luftschlösser werden von Polster sowie Clubpräsident und „Alkbottle“-Sänger Roman Gregory nicht gebaut. „Wenn ich einmal nicht mehr da bin, darf die Viktoria nicht abstürzen. Deshalb blasen wir nichts Kurzfristiges auf, sondern wollen etwas aufbauen.“ Nicht zuletzt dank des „Polster-Booms“ hat die Viktoria aktuell 350 Nachwuchskicker im Club. Das größte Problem ist die Sportplatzproblematik. Der Traum der Viktoria ist laut Polster die Revitalisierung des alten Wacker-Wien-Platzes in der Rosasgasse.

Ob die Realisierung dieses Traums in die Ära Polster fällt, bleibt abzuwarten. Polsters Arbeitsverhältnis mit der Viktoria ist per Handschlag geregelt. Bei einem interessanten Angebot aus einer oberen Liga würde der Club seinem prominenten Frontmann keine Steine in den Weg legen. „Irgendwann möchte ich einmal in der Bundesliga Trainer sein“, sagte Polster über seine Trainerziele, denen er am Dienstag wieder einen Schritt näher gekommen ist.

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