Gefährliche Selbstzufriedenheit
Sechs Spiele, sechs Siege - die Bilanz von Bayern München könnte in der Deutschen Bundesliga besser nicht sein. Dennoch ist beim Rekordmeister nicht alles eitel Wonne. Sportdirektor Matthias Sammer ging mit den Spielern nach dem 2:0 am Samstag bei Werder Bremen hart ins Gericht. „Wir waren nicht richtig hellwach“, sagte Sammer in der „Bild am Sonntag“ und warnte vor Selbstzufriedenheit.
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Die Bayern hatten in der sechsten Runde im Weserstadion gegen Marko Arnautovic und Co. erst spät auf die Siegerstraße gefunden. Luiz Gustavo (81.) und Mario Mandzukic (83.) schossen die Münchner spät, aber doch zum sechsten Saisonsieg und retteten damit die weiße Weste. Für Sammer ist die makellose Bilanz jedoch nicht gut genug. „Wenn Spiel oder Training ist, muss die Laterne an sein. Aber richtig! Heute hat sie nur leicht geglimmt“, sagte der Sportdirektor des deutschen Rekordmeisters über das Spiel in Bremen.

APA/EPA/Marc Müller
Für Sammer ist bei Bayern derzeit nicht alles Gold, was glänzt
„Wir müssen aufpassen“
Zum fünften Mal in iher Bundesliga-Geschichte starteten die Bayern mit sechs Siegen in eine Saison. Dreimal konnte man auch den Meistertitel davontragen. Auch heuer scheinen die Münchner ohne Konkurrenz auf dem Weg zur Meisterschale ohne wirkliche Konkurrenz. Der Sieg in Bremen war bereits der neunte Pflichtspielsieg in Serie. Mit 19 Toren verfügen die Münchner über den besten Angriff, mit zwei Gegentreffern gemeinsam mit Fortuna Düsseldorf über die beste Abwehr.
Und dennoch will Sammer von voreiligen Meisterträumen nichts wissen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alle irgendwann mit hängenden Schultern laufen, weil so viele darauf geklopft haben“, sagte der ehemalige Teamspieler, „irgendwann glauben wir das alle noch.“ Ein Rückblick auf die vergangene Saison gibt dem 45-Jährigen recht. Vor einem Jahr starteten die Bayern ähnlich stark in die Saison und mussten am Ende Borussia Dortmund bei der Meisterfeier zusehen.
„Du kannst heute mal versuchen, irgendwo in München auf einen Balkon zu rennen - da wird dir keiner was überreichen“, so Sammer in der „BamS“. Daher fordert der Sportdirektor von den Spielern in den kommenden Partien mehr Konzentration. Gegen Werder Bremen stockte der Bayern-Motor über weite Strecken der Partie. In der ersten Hälfte fanden die Münchner gegen die aggressiven Bremer nur eine magere Torchance vor. Vor allem der Spielaufbau wirkte lethargisch.
Heynckes wiegelt ab
Trainer Jupp Heynckes unterstützte zwar die Warnung Sammers vor allzu viel Übermut, die Kritik am Spielstil wollte der 67-Jährige jedoch so nicht im Raum stehen lassen. „Man kann nicht immer davon ausgehen, dass man den Gegner 90 Minuten an die Wand spielt“, sagte Heynckes, der mit der Aufstellung von Gustavo und der Einwechselung von Mandzukic ein glückliches Händchen bewies.
Trotzdem musste der Trainer zugeben: „Die Spieler haben meine Geduld ein wenig überstrapaziert.“ In der nächsten Runde könnte gegen Hoffenheim der siebente Sieg im siebenten Spiel gelingen. Das schafften die Bayern bereits in der Saison 1995/96. Kurioserweise belegten die Münchner damals nach ihrem Rekordstart in der Meisterschaft nur Rang zwei.
Deutsche Bundesliga
6. Runde
| Freitag, 28. September: |
| Düsseldorf |
Schalke |
2:2 |
| Samstag, 29. September: |
| Bremen |
Bayern München |
0:2 |
| Leverkusen |
Greuther Fürth |
2:0 |
| Nürnberg |
Stuttgart |
0:2 |
| Hamburger SV |
Hannover |
1:0 |
| Hoffenheim |
Augsburg |
0:0 |
| Dortmund |
Mönchengladbach |
5:0 |
| Sonntag, 30. September: |
| Frankfurt |
Freiburg |
2:1 |
| Wolfsburg |
Mainz |
0:2 |
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