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Kirchler kam und sah zweiten Saisonsieg

Roland Kirchler hat Wacker Innsbruck neues Leben eingehaucht. Das Schlusslicht der tipp3-Bundesliga kehrte beim Debüt des neuen Trainers mit einem hart erkämpften 1:0 gegen Josko Ried auf die Siegerstraße zurück. Sieben Ligaspiele in Folge hatten die Tiroler zuletzt verloren. Das Goldtor erzielte Marcel Schreter (41.). Die Innsbrucker brachten die Führung im Finish mit zehn Mann über die Zeit.

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Wacker holte damit erst zum zweiten Mal in dieser Saison nach einem 2:1-Heimsieg gegen Mattersburg Mitte August Punkte und spielte erstmals nach saisonübergreifend 16 Ligaspielen zu null. In den kommenden Wochen warten Auswärtsspiele bei den unmittelbar vor ihnen platzierten Konkurrenten Mattersburg und Wr. Neustadt auf die Tiroler. Vier Punkte fehlen ihnen weiterhin auf den Vorletzten Wr. Neustadt. Die Rieder sind weiter Sechster.

Marcel Schreter und Trainer Roland Kirchler (Innsbruck)

APA/Robert Parigger

Neo-Coach Kirchler und Torschütze Schreter als Protagonisten der Partie

Kirchler nimmt Umstellungen vor

„Ich bin kein Wunderwuzzi“, hatte Kirchler noch vor seiner Premiere in der höchsten Spielklasse betont. Die 42-Jährige überraschte mit Youngster Alexander Fröschl rechts im Mittelfeld. Im Zentrum ersetzte der ebenfalls erst 20-jährige Simon Piesinger den gesperrten Kapitän Tomas Abraham. Roman Wallner erhielt im Sturm Schreter zur Seite gestellt - mit Erfolg. Der langjährige Wacker-Profi traf nach einem langem Freistoß, den ihm Piesinger per Kopf perfekt serviert hatte.

Bis dahin hatten die 4.750 Zuschauer auf dem Tivoli eine ausgeglichene, aber spielerisch wenig berauschende Partie gesehen. Ried-Trainer Heinz Fuchsbichler setzte wie erwartet erneut auf das im Innviertel lange erfolgreiche 3-3-3-1-System mit ausschließlich Österreichern in der Startformation. Im Tor ersetzte Wolfgang Schober den am Rücken verletzten Thomas Gebauer, war beim Gegentor aber machtlos. Gebauer, erst vor zehn Tagen eingebürgert, hatte sich im Training zwei Wirbel verschoben.

Goalie Safar rettet Wacker Sieg

Alexander Fröschl und Wallner prüften Schober jeweils am kurzen Eck (17., 42.). Auf der Gegenseite musste Wacker-Goalie Szabolcs Safar bei einem Kopfball von Rene Gartler nach einem Eckball all sein Können aufbieten (23.). Nach Seitenwechsel erhöhten die Rieder die Schlagzahl. Robert Zulj brachte den Ball aber ebenso nicht im Tor unter (47.) wie Marco Meilinger, der Safar nicht überlistete (57.).

Die Tiroler retteten sich in numerischer Unterlegenheit über die Zeit. Schreter hatte im Konter die Chance zur Vorentscheidung ausgelassen (67.). Der kurz zuvor eingewechselte Daniel Schütz sah dann für ein Foul an Rene Gartler eine sehr harte Rote Karte (82.). Safar hielt den Sieg bei Kopfbällen von Zulj (85.) und Markus Grössinger (86.) mit sensationellen Reflexen fest.

Stimmen zum Spiel:

Roland Kirchler (Wacker-Trainer): „Wir hatten Angst, zu gewinnen. Es war immer noch die Blockade im Kopf. Wir haben uns nicht getraut, Fußball zu spielen. Aber ich kenne das. Wenn man zu oft eine über den Kopf bekommt, dann geht das nicht. Dieses 1:0 zu holen, ist super. Ich wäre ein Depp, wenn ich mich nicht freuen würde. Die Mannschaft hat gut gekämpft, sie hat heute richtig Feuer gezeigt. Aber ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass das nicht meine Mannschaft ist. Es ist die Mannschaft von Walter (Kogler), der hat sie so hergerichtet.“

Heinz Fuchsbichler (Ried-Trainer): „Im Endeffekt hat Innsbruck gewonnen ohne eine einzige Chance. Wir haben viele Spielanteile gehabt, aus Chancen aber kein Tor erzielt. Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat ordentlich gespielt, das hilft aber nichts. Wir haben schon sechs Spiele, in denen wir gut gespielt haben, in denen wir aber nicht gepunktet haben. Wir haben gewusst, wenn Innsbruck das Tor macht, werden sie mit Mann und Maus verteidigen. So war es dann auch.“

Tipp3-Bundesliga, 12. Runde

Samstag:

Innsbruck - Ried 1:0 (1:0)

Tivoli Stadion Tirol, 4.750 Zuschauer, SR Hameter.

Tor: Schreter (41.)

Wacker: Safar - Bergmann, Dakovic, Svejnoha, Hauser - Piesinger - Fröschl (73./Schütz), Merino, Wernitznig (46./Saurer) - Wallner, Schreter (80./Wörgetter)

Ried: Schober - Ziegl, Reifeltshammer, Riegler - Hinum, Hadzic, Schreiner (67./A. Schicker) - Walch (71./Nacho), Zulj, Meilinger (79./Grössinger) - Gartler

Rote Karte: Schütz (83.)

Gelbe Karten: Merino, Wörgetter bzw. Hadzic, Zulj, Ziegl, Gartler

Die Besten: Schreter, Piesinger bzw. Meilinger, Gartler

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