Am Ende gewinnt die Nummer eins
Juan Martin del Potro ist am Sonntag seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat erstmals das Erste Bank Open in Wien gewonnen. Der top gesetzte Argentinier bezwang im Endspiel des mit 550.000 Euro dotierten ATP-Turniers in der Stadthalle Überraschungsfinalist Grega Zemlja aus Slowenien nach 1:41 Stunden mit 7:5 6:3.
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Für den 24-jährigen Del Potro war es beim dritten Antreten der erste Triumph in Wien und der insgesamt zwölfte Titel seiner Karriere. „Es ist nie einfach, ein Finale zu spielen. Ich bin glücklich, dass ich das Turnier erstmals gewinnen konnte. Ich möchte Grega gratulieren, er hat ein großartiges Spiel gemacht“, erklärte die Nummer acht der Welt. Del Potro holte damit 250 wichtige Punkte im Kampf um einen Platz beim ATP-World-Tour-Finale in London sowie einen Scheck in Höhe von 87.870 Euro.

GEPA/Mario Kneisl
Nach zwei vergebenen Anläufen darf sich Del Potro endlich Wien-Sieger nennen
„Ich bin so glücklich. Ein Turnier zu gewinnen, bedeutet für jeden Spieler sehr viel“, sagte Del Potro. Der US-Open-Sieger von 2009 wurde seiner Favoritenrolle gerecht, obwohl er nach einer vierwöchigen Pause wegen einer Handgelenksverletzung in Wien sein Comeback feierte. Del Potro widmete den Erfolg seiner Mutter, da am Finaltag in Argentinien Muttertag gefeiert wurde. „Es ist heute mein kleines Geschenk an meine Mama.“
Zemlja schreibt slowenische Tennisgeschichte
Qualifikant Zemlja musste sich mit 46.280 Euro Preisgeld trösten. Der 26-jährige Weltranglisten-70. hat dennoch mit dem ersten ATP-Endspiel für Slowenien überhaupt ein bisschen Tennisgeschichte geschrieben. Auf dem Weg ins Endspiel schaltete Zemlja mit Xavier Malisse (BEL/8), Tommy Haas (GER/3) und Janko Tipsarevic (SRB/2) gleich drei Gesetzte aus. In ein Halbfinale hatte es vor ihm nur Luka Gregorc (2008 in New Haven) geschafft.
Zemlja zeigte in seinem ersten Finale, warum er so weit gekommen war. 4:2 führte der Außenseiter bereits und hatte bei 4:4 dann auch noch drei Breakbälle zum 5:4. „Da hatte ich auch etwas Glück im ersten Satz, als ich 2:4 hinten war und Breakbälle bei 4:4 abgewehrt habe“, meinte Del Potro. Mit einem Break zum 7:5 stellte der Südamerikaner aber die Weichen zum dritten Titel in diesem Jahr nach Marseille und Estoril.
Bei Zemlja überwogen nach der ersten Enttäuschung auch schnell die positiven Aspekte. „Ich hatte eine Traumwoche. Ich hoffe, dass ich auch in den nächsten Turnieren so gut spielen kann. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Tennis, ich glaube, ich kann alle schlagen“, hat er viel Selbstvertrauen gewonnen. Er selbst bescheinigte sich einen guten, aggressiven Start. „Später war mein Aufschlag nicht mehr so gut, und Del Potro hat ein sehr gutes Niveau gespielt. Seine Vorhand ist, glaube ich, die beste der Welt.“
Del Potro auch 2013 dabei?
Del Potro wurmte offenbar noch ein bisschen die Finalniederlage im Vorjahr gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga. „Da war es knapp, ich war einen Satz und Break vorne und habe verloren. Aber jetzt habe ich die Trophäe, und ich würde auch gerne wieder kommen, aber da müsst ihr ihn fragen“, sagte Del Potro mit Blick zu Turnierdirektor Herwig Straka. Dieser möchte den Argentinier auch 2013 gerne wieder verpflichten.
Während Del Potro nun mit Auftritten in Basel und Paris sein London-Ticket endgültig fixieren will, muss Zemlja wieder zurück auf die ATP-Challenger-Ebene. Doch mit seiner Annäherung an die Top 50 kann der Slowene auch in Sachen Turnierplanung spätestens 2013 größere Brötchen backen.
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