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Drei bittere Pillen von Bayer-Werkself

Rapid bleibt der Prügelknabe der Europa League. Mit 0:3 verloren die Hütteldorfer am Donnerstag in Leverkusen auch das vierte Gruppenspiel und müssen die Hoffnungen auf den Aufstieg in die K.-o.-Phase endgültig begraben. 14 Tage nach dem 0:4 in Wien präsentierte sich die ersatzgeschwächte Mannschaft von Peter Schöttel gegen Bayer zwar von einer besseren Seite. Für den ersten Zähler reichte es aber nicht.

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Ein Blitzstart der Leverkusener durch Jens Hegeler (4.) leitete die klare Niederlage ein. Nachdem Rapid dem Tabellenvierten der deutschen Bundesliga aber zumindest vor der Pause einen offenen Schlagabtausch geliefert und einige gute Torchancen vergeben hatte, machte die Bayer-Werkself dann in der zweiten Hälfte kurzen Prozess. Andre Schürrle (52.) und Manuel Friedrich (65.) erhöhten auf 3:0, womit Rapid das einzige punktlose Team aller zwölf Vierergruppen bleibt.

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Fehlstart für Verlegenheitself

Aus der Not zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle und Sperren von Leistungsträgern hatte Schöttel eine Startelf geboren, in der Terrence Boyd die Solospitze einer 4-1-4-1-Formation gab. Dahinter spielte in der Zentrale nicht Thomas Prager, sondern Dominik Wydra neben Stefan Kulovits - flankiert von Christopher Trimmel sowie Lukas Grozurek. Routinier Markus Katzer fand in der Abwehr keine Berücksichtigung. Links verteidigte Thomas Schrammel, rechts stemmte sich Michael Schimpelsberger gegen die mit breiter Brust anstürmenden Gastgeber.

Obwohl rund 4.000 Rapid-Fans in der BayArena für eine sensationelle Stimmung sorgten, sah sich ihre Mannschaft wie erwartet in die Defensive gedrängt. Elf Pflichtspiele ohne Niederlage verliehen der Elf von Sami Hyypiä eine spielerische Leichtigkeit, die zunächst im krassen Gegensatz zur formbedingten Verunsicherung in den grün-weißen Reihen stand. Kapitän Simon Rolfes und Offensivstar Schürrle kurbelten die ersten gefährlichen Angriffe an, die nach drei Minuten und 15 Sekunden zum Tor für Leverkusen führten.

Oemer Toprak, Junior Fernandes (Leverkusen), Mario Sonnleitner (Rapid), Jens Hegeler, Simon Rolfes (Leverkusen), Lukas Koenigshofer und Lukas Grozurek (Rapid)

GEPA/Christian Ort

Keine vier Minuten waren gespielt, als es im Rapid-Tor erstmals einschlug

Den unsicheren Eindruck, den die Innenverteidiger Gerson und Mario Sonnleitner sowie Goalie Lukas Königshofer schon bei den ersten Aktionen hinterlassen hatten, bestätigten sie bei einem Kopfball von Junior Fernandes, der zunächst von der Querlatte zurückprallte. Als der im Sechzehner herumgeirrte Königshofer dann wieder in sein Tor zurückgefunden hatte, schaltete Hegeler um gefühlte Lichtjahre schneller als die Rapid-Abwehr und köpfelte unbedrängt zum 1:0 ein.

Kontinuierliche Steigerung bis zur Pause

Es sollte nicht der einzige Schnitzer Königshofers in der ersten Hälfte bleiben. Bei einer Flanke von Daniel Carvajal (12.) von rechts verschätzte sich der Rapid-Keeper schwer und hatte Glück, das ihm die Querlatte beistand. Davor hatte Trimmel (5.) die erste gute Torchance der Wiener ausgelassen. Sein Kopfball aus kurzer Distanz strich um Zentimeter an der rechten Stange vorbei. Leverkusen wiederum begnügte sich in der Folge damit, die Partie mit viel „Herumgeschiebe“ des Balles weitgehend zu kontrollieren.

Das funktionierte bis zur 32. Minute problemlos. Dann aber leitete ein Konter über Wydra, den Boyd mit einem schönen 20-m-Weitschuss knapp über die Latte abschloss, die beste Phase Rapids in der ersten Hälfte ein. Kulovits, der für den verletzten Steffen Hofmann die Kapitänsschleife trug, hatte nach einem Doppelpass mit Boyd den Ausgleich auf dem Fuß. Mit dem linken Innenrist rollte er den Ball in der 34. Minute aber doch deutlich an der rechten, langen Ecke vorbei.

Stefan Kulovitz (Rapid)

AP/Frank Augstein

Kulovits ließ eine Gelegenheit aus, dem Spiel vielleicht eine Wende zu geben

Einfach nur Pech hatte dann Trimmel (41.), als er bei einer Flanke von Schrammel am höchsten gesprungen war und per Kopf die linke Stange traf. Der Dauergesang des beeindruckenden Rapid-Anhangs ging sogar während der Halbzeitpause weiter. Mit der wackeren Darbietung der Schöttel-Elf konnten sie jedenfalls trotz Rückstandes zufrieden sein. Die Hütteldorfer Rumpftruppe kämpfte verbissen, sie machte auch beim Aufbau der Konterattacken eine wesentlich bessere Figur als beim Heimdebakel gegen die Leverkusener.

Schnelle Vorentscheidung nach der Pause

Personell unverändert kamen die Gäste wieder aus der Kabine. Und beginnen sollte die zweite Spielhälfte für sie genauso verheerend wie die erste. Wieder war es eine Standardsituation, die den Grün-Weißen das sprichwörtliche Genick brach - diesmal war es der bei einem Freistoß für Leverkusen zurückgeeilte Boyd, der das Gegentor mit einer unglücklichen Kopfballabwehr einleitete. Der Klärungsversuch schaffte es nämlich nur bis zum Sechzehner, wo Schürrle lauerte und Königshofer mit einem herrlichen Volleyschuss zum 2:0 (53.) bezwang.

Die bis dahin tapfere Gegenwehr der Rapidler wurde nun minütlich schwächer. Für die endgültige Entscheidung sorgte Friedrich, der eine Kopfballstaffette nach einem Eckball zum 3:0 (65.) abschloss. Im Finish hatte keine der beiden Mannschaften etwas zuzusetzen - Leverkusen auch keinerlei Grund dazu.

Die Rapid-Fans feierten sich trotz feststehender Niederlage ungebrochen dem Schlusspfiff entgegen. Das Auswärtsspiel bei Rosenborg Trondheim in zwei Wochen könnte den Grün-Weißen ebenso wie das abschließende Heimmatch gegen Metalist Charkiw nur noch zur kosmetischen Korrektur ihres Ausscheidens dienen.

Harald Hofstetter, ORF.at aus Leverkusen

Europa League, Gruppe K

Donnerstag:

Bayer Leverkusen - Rapid Wien 3:0 (1:0)

BayArena, 19.842 Zuschauer, SR Kovarik (CZE)

Torfolge:
1:0 Hegeler (4.)
2:0 Schürrle (53.)
3:0 Friedrich (66.)

Leverkusen: Rensing - Carvajal (74./Carlinhos), Friedrich, Toprak, Hosogai - Rolfes, Reinartz, Hegeler - Sam (46./Castro), Schürrle (62./Renato Augusto) - Fernandes

Rapid: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Gerson, Schrammel - Pichler - Trimmel, Kulovits, Wydra, Grozurek - Boyd (86./Prokopic)

Gelbe Karten: Carvajal, Reinartz bzw. Kulovits, Boyd

Die Besten: Rolfes, Friedrich, Schürrle bzw. Wydra

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