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Wiener verlieren Anschluss an Spitze

Den Anhängern von Rapid ist zum Faschingsbeginn das Lachen vergangen. Die Wiener mussten sich zum Abschluss der 15. Runde in der tipp3-Bundesliga Aufsteiger RZ Pellets WAC mit 0:2 geschlagen geben. Für die Wolfsberger, die dabei über weite Strecken leichtes Spiel hatten, war es der zweite Sieg im zweiten Saisonduell mit Rapid.

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Ein Doppelpack von WAC-Stürmer Christian Falk (6., 48.) besiegelte das Schicksal der ersatzgeschwächten und verjüngten Hütteldorfer vor 12.500 Zuschauern in Hanappi-Stadion. Gegen die konterstarken und clever eingestellten Kärntner lieferten die Wiener eine ganz schwache Leistung ab und mussten sich zum Drüberstreuen auch noch Hohn und Spott des eigenen Anhangs gefallen lassen.

Fans ziehen ab

Die Wolfsberger sind damit zum Angstgegner von Grün-Weiß avanciert, schon im ersten Saisonduell hatte die Mannschaft von Nenad Bjelica zu Hause einen 1:0-Erfolg gefeiert. Rapid holte damit in den jüngsten fünf Bundesliga-Partien nur vier Punkte, zur Ligakrise gesellt sich das vorzeitige Aus in der Europa League, in der man noch ohne Punkt ist. In der Tabelle liegt Rapid nun bereits neun Punkte hinter Spitzenreiter Austria, auf die zweitplatzierten Salzburger fehlen sieben Zähler.

Christian Falk (WAC) gegen Gerson (Rapid)

APA/Georg Hochmuth

Falk und Wolfsberg waren von Rapid wieder nicht zu Fall zu bringen

Der Anhang quittierte die schwache Darbietung mit Pfiffen und „Vorstand raus“-Rufen und zeigte der Mannschaft in der letzten halben Stunde die kalte Schulter: In der 60. Minute traten die Fans auf der Westtribüne geschlossen den Rückzug an, der Anhang auf der „Ost“ folgte wenig später. „Wenn wir nicht gewinnen, würde das die Situation noch verschärfen“, hatte Peter Schöttel schon vor dem Spiel vermutet.

Frühe WAC-Führung

Mit der Aufstellung bewies der Rapid-Trainer, dem Steffen Hofmann, Christopher Drazan und Deni Alar verletzt fehlten, jedenfalls Mut zur Jugend. Der 19-jährige Dominik Starkl kam als Solospitze zu seinem Startelfdebüt, Terrence Boyd saß nur auf der Bank. Der verletzte Regisseur Hofmann wurde vom - letztlich enttäuschenden - Guido Burgstaller vertreten, der zentral an der Seite Dominik Wydras (18) agierte, während an den Seiten Boris Prokopic und Lukas Grozurek (20) postiert waren.

Ohne Leithammel trat Rapid aber statisch und planlos auf und wurde vom gut verteidigenden WAC immer wieder im Konter unter Druck gesetzt. Die erste Möglichkeit führte dann auch zum 1:0 für die Gäste: Michael Liendl narrte Markus Katzer an der Seite, seine scharfe und präzise Flanke setzte Falk per Kopf zum 1:0 in die Maschen (6.). Grün-Weiß hatte schließlich riesiges Glück, dass Falk nach Jacobo-Flanke per Kopf eine weitere „Hundertprozentige“ vergab (20.).

Goalie Dobnik mit Glanzparaden

Selbst konnte der Rekordmeister kaum gefährlich werden, erst Wydra (Weitschus/26.) und Starkl (am langen Eck vorbei/32.) sorgten für leise Hoffnung beim bereits hörbar enttäuschten Rapid-Anhang. Auch eine etwas dominantere Phase gegen Ende der ersten Hälfte führte zu keinen guten Möglichkeiten, ein Pfeifkonzert zur Pause war die Folge.

Rapid-Fans verlassen während des Spiels das Stadion

GEPA/Christian Ort

Die Westtribüne leerte sich an diesem Sonntag früher als gewohnt

Dieses verstärkte sich kurz nach dem Seitenwechsel, als Falk auf 2:0 für die Kärntner erhöhte (48.): Einem Einwurf zum Gegner nutzte man blitzschnell, neuerlich leitete eine Jacobo-Flanke den Treffer ein. Die Hausherren antworteten postwendend, scheiterten aber am glänzend reagierenden Christian Dobnik, der erst gegen Grozurek parierte und dann eine Doppelchance Christopher Trimmels zunichte machte (49.).

Rapid keine Gefahr

Zeit, um den Rückstand aufzuholen, wäre zu diesem Zeitpunkt noch genug gewesen, allein die kopflos agierenden Hütteldorfer waren nicht in der Lage, für echte Gefahr zu sorgen - auch nicht aus Standards. Beste Möglichkeit blieb so eine Vorlage Grozureks, die der zu spät heranrutschende Boyd nicht mehr erwischte (60.).

Die eingefleischten Fans auf den Rängen hinter den Toren hatten bereits ihre Plätze verlassen, die Stimmung war in der Folge für Rapid-Verhältnisse verheerend. Die Rufe der wenigen WAC-Fans schallten umso lauter durch das Stadion, ihr Team konnte sich schließlich damit begnügen, den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Lukas Königshofer musste in der Nachspielzeit sogar noch gegen Sandro Zakany eingreifen, um das dritte Gegentor zu verhindern.

Stimmen zum Spiel:

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): „Es war ähnlich wie vor drei Tagen (0:3 in Leverkusen in Europa League, Anm.), als wir auch schnell hinten waren. Bis zur Pause haben wir es nicht verstanden, aus dem Ballbesitz zu Chancen zu kommen. Das ist eine große Schwäche, die wir momentan haben. Wir waren unkreativ, mutlos und weniger frisch als der Gegner. Es war eine ganz schlechte Leistung mit dem verdienten Sieg für den WAC.“

Rudolf Edlinger (Rapid-Präsident): „Es war ein sehr schlechtes Spiel, ich habe kein System erkannt. Wir werden jetzt die Situation analysieren und innerhalb der nächsten Tage dementsprechende Entscheidungen treffen.“

Nenad Bjelica (WAC-Trainer): "Es ist schon eine Überraschung, wie ungefährdet der Sieg war. Wir haben ein starkes Pressing gemacht, der Spielverlauf war günstig für uns. Das war einer der wichtigsten Siege für uns, Kompliment an die Mannschaft.

Christian Falk (WAC-Doppeltorschütze): „Es hat von vorne bis hinten alles gepasst. Der Goalie hat alles gehalten, ich habe zwei Tore gemacht, da kann man schon einmal gewinnen. Gegen Rapid in Wien 2:0 zu gewinnen, ist eine tolle Sache.“

Tipp3-Bundesliga, 15. Runde

Sonntag:

Rapid - WAC 0:2 (0:1)

Hanappi-Stadion, 12.500 Zuschauer, SR Eisner

Torfolge:
0:1 Falk (6.)
0:2 Falk (48.)

Rapid: Königshofer - Trimmel, Sonnleitner, Gerson, Katzer - Heikkinen - Prokopic (46./Boyd), G. Burgstaller, Wydra, Grozurek (67./Schaub) - Starkl (83./Prager)

WAC: Dobnik - Thonhofer, Sollbauer, Solano, Baldauf - Putsche - Kerhe (87./Zakany), De Paula, Liendl, Jacobo (90./Stückler) - Falk (77./Rivera)

Gelbe Karten: Schaub bzw. De Paula

Die Besten: Keine bzw. Liendl, Falk, Jacobo, Dobnik

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