WM-Winter geht jetzt so richtig los
Für Marcel Hirscher war es schon der 13. Weltcup-Sieg insgesamt, für die ÖSV-Herren im neunten Saisonrennen aber erst der erste: Mit seinem Triumph beim RTL in Val d’Isere am Sonntag erlöste der Salzburger die Österreicher, die schon bisher bewiesen hatten, dass sie für den WM-Winter gut aufgestellt sind. Die Heim-WM von 5. bis 17. Februar 2013 in Schladming kann kommen.
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1,16 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten deutschen Sensationsmann Stefan Luitz hatte Hirscher letztlich, als er im Zielraum von Val d’Isere jubelnd die Arme in die Höhe riss. In diese Dimensionen war in dieser Saison bisher nur Ted Ligety vorgestoßen, doch der US-Amerikaner, der bisher im RTL dominiert hatte, musste sich diesmal mit 1,42 Sekunden Rückstand mit Rang drei begnügen.
„Erleichterung ist sehr groß“
„Die Erleichterung über den ersten Sieg ist sehr groß“, sagte Hirscher, der im Gegensatz zum Slalom am Vortag seine Halbzeitführung diesmal erfolgreich verteidigte. „Der erste Sieg ist sehr wichtig für das ganze Team“, hofft er, dass nun auch bei seinen ÖSV-Teamkollegen der Knoten platzt.

GEPA/Andreas Pranter
Mit Marcel Hirscher fuhr erstmals im WM-Winter ein Österreicher den Sieg ein
Der Salzburger sparte nach seinem Triumph im RTL aber auch nicht mit Kritik: „Es wäre generell wichtig, wenn man mehr Unterstützung bekäme und mehr die Athleten in Schutz nehmen würde und nicht mit dem Hammer draufhaut. Ich habe auch schon einige Berichte gelesen, und Interviewfragen waren entsprechend, dass ich bisher nur Zweiter geworden bin. Wenn ich Zweiter werde und das auch schon nicht mehr passt, dann fahrt halt selber.“
ÖSV-Herren für WM gerüstet
Dabei sah die Bilanz der ÖSV-Herren im WM-Winter schon bisher nicht schlecht aus. In sieben der vorherigen acht Rennen stand ein Österreicher auf dem Podest, lediglich bei der Abfahrt in Beaver Creek fehlten Florian Scheiber als Viertem zehn Hundertstel auf das Podest.
Für genau die Hälfte der zuvor acht ÖSV-Stockerlplätze sorgte Hirscher im Alleingang, allein mit dem Siegen wollte es noch nicht klappen. In der Vorsaison gab es schon im fünften Rennen (RTL in Beaver Creek am 4.12.2011) den ersten ÖSV-Saisonsieg der Herren zu bejubeln. Der Gewinner hatte auch damals Hirscher geheißen, der nun dafür sorgte, dass auch erstmals in der WM-Saison ein Österreicher ganz oben auf dem Podest stand. „Wir werden bei den nächsten Rennen etwas couragierter zur Sache gehen müssen“, hatte Cheftrainer Mathias Berthold nach der Überseetournee noch versprochen und - dank Hirscher - Wort gehalten.
Ligety ist schlagbar
Besonders erleichtert war Hirscher darüber, dass er den bisherigen Dominator Ligety, der die ersten beiden Riesentorläufe mit gewaltigem Respektabstand gewonnen hatte, in die Schranken weisen konnte. „Ich bin erleichtert. Es ist schon natürlich nicht einfach, wenn ein Ted Ligety einen so deklassiert. Aber ich habe in der vergangenen Saison die Riesentorlauf-Kugel gewonnen und wollte unbedingt da weitermachen, wo ich aufgehört habe. Doch es hat ja (in Sölden und Beaver Creek, Anm.) fast schon so wie in einer anderen Sportart ausgeschaut.“
„Schön, wenn man alles dafür gibt und dann vor dem Mister Riesentorlauf sein kann. Das ist aber harte Arbeit gewesen“, sagte der 23-Jährige. Hirscher legte dabei im RTL eine beeindruckende Serie hin. Der Triumph in Val d’Isere war bereits sein siebenter in dieser Disziplin, in den vergangenen acht Riesentorläufen stand er immer auf dem Podest. In Zahlen ausgedrückt: 1, 1, 2, 3, 1, 3, 2 und 1. Der Titelverteidiger machte damit auch im Gesamtweltcup ordentlich Boden gut, sein Rückstand auf den Führenden Aksel Lund Svindal aus Norwegen beträgt nunmehr 60 Punkte, auf Ligety fehlen ihm nur noch 22 Zähler. So können das Projekt Titelverteidigung und der WM-Winter weitergehen.
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