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Erleichterung nach Befreiungsschlag

Der Schritt in die Öffentlichkeit war für Lindsey Vonn wie ein Befreiungsschlag. Jahrelang hatte die US-Amerikanerin über ihre Depressionen geschwiegen und sich das Leben damit noch schwerer gemacht, als es ohnehin war. Nachdem sie das Geheimnis gelüftet hatte, fiel ihr sprichwörtlich wohl ein Stein vom Herzen.

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Im US-Magazin „People“ hatte Vonn erstmals über ihre psychische Erkrankung gesprochen und damit ein Tabu im Sport gebrochen. Der Superstar des alpinen Skisports ist zerbrechlich, kein Übermensch, wie ihre Leistungen auf der Piste vermuten ließen. Auch Vonn hat Probleme und Sorgen. Doch darüber zu sprechen, wagte sie nicht, aus Angst vor der öffentlichen Reaktion. Zu sehr schämte sie sich offenbar für ein Leiden, das jeden treffen kann.

„Viele schlimme Sachen erlebt“

Vonn leidet an Depressionen. Aufgetreten seien die Symptome erstmals nach ihren ersten Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City und nach Spannungen mit ihrem Vater, der ihr erster Trainer war. Aber erst nach einer Diagnose im Jahr 2008 sei die Krankheit auch mit Medikamenten behandelt worden. „Ich kam nicht mehr aus dem Bett. Ich fühlte mich hoffnungslos, leer, wie ein Zombie“, sagte Vonn. Von der Diagnose habe sie kaum jemandem erzählt, weil sie ein „großes Stigma“ fürchtete.

Lindsey Vonn

APA/EPA/Justin Lane

Vonn hofft auf eine fröhlichere Zukunft

Am Samstag nahm sie dazu erneut Stellung. „Im Moment ist alles nicht leicht für mich. Ich habe in meinem Leben viele schlimme Sachen erlebt. Ob meine Scheidung von Thomas (Vonn) oder eben die Depressionen. Ich kann einfach nur versuchen, so positiv wie möglich zu bleiben“, sagte Vonn im ORF-Interview am Tag nach Bekanntwerden ihrer psychischen Probleme. „Nun ist ein neuer Tag, und ich hoffe, dass alles wieder besser wird.“

„Wieder Spaß am Leben haben“

Darüber zu reden habe ihr geholfen. Auch rückte das „Outing“ Vonn, die als ehrgeizig und verbissen gilt, in ein ganz neues Licht. Gut ging es ihr bisher nur bei eigenen Siegen. Vonn hatte sich vor der Krankheit in den Sport und damit in ihre große Leidenschaft geflüchtet. „Nun habe ich alles gesagt, was ich sagen wollte“, so die 28-Jährige, die zugleich ihrer großen Erleichterung Ausdruck verlieh, die sie nach dem Schritt in die Öffentlichkeit verspüre.

„Es tut gut. Das habe ich gebraucht", sagte Vonn weiters. Das war ein wichtiger Schritt. Nun beginnt eine neue Phase in meinem Leben.“ Das Schlimmste sei überstanden - auch dank der Hilfe ihrer Schwester und der Coachs, die ihr in Krisensituationen zur Seite gestanden seien. Das Wichtigste für Vonn, die in der vergangenen Zeit laut eigenen Angaben nicht einmal mehr habe weinen können, sei derzeit schlicht und einfach, „wieder lachen zu können und Spaß und Freude am Leben zu haben“.

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