Skandalstürmer im Abseits
„Ich liebe ihn“, hatte Manchester Citys Meistertrainer Roberto Mancini vor kurzem über seinen Landsmann Mario Balotelli gesagt. Im Training vor der FA-Cup-Partie gegen Watford war davon wenig zu spüren: Mancini war mit einem Tackling von Balotelli dermaßen unzufrieden, dass er ihn am Kragen packte und versuchte, ihn zu Boden zu werfen - ohne Erfolg.
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Ausschlaggebend war ein missglücktes Tackling von Balotelli an Teamkollege Scott Sinclair. Laut einem Bericht der „Manchester Evening News“ verlor Mancini daraufhin die Nerven mit seinem Zögling - und packte den 22-Jährigen am Leibchen und am Kragen.
„Mancini ist zu ihm gelaufen - er war wütend. Er ergriff ihn, und es sah so aus, als wollte er ihn auf den Boden werfen. Aber Mario war zu stark, und es gelang ihm nicht. Dann wurde Mancini von seinen Kotrainern weggezerrt“, so ein Beobachter gegenüber der Zeitung.

APA/EPA/Lindsey Parnaby
Mancini und Balotelli in Manchester: Zwei Italiener am Scheideweg
Mancini spielt Vorfall herunter
Nach dem Vorfall habe Balotelli den Trainingsplatz verlassen und sei fünf Minuten später mit dem Auto weggefahren. Der Konflikt leistet Gerüchten Vorschub, wonach Balotelli bei Mancini auf dem Abstellgleis stehe. Bereits am Freitag bemühte sich der Chelsea-Coach allerdings, die Wogen zu glätten, und spielte die Rangelei als „nichts Besonderes“ herunter.
Der Vorfall werde deshalb auch keine Folgen für den exzentrischen Profi haben. „Es wird keine Konsequenzen geben, denn die Sache war schnell erledigt, und das ist das Ende dieses Themas. So etwas kann passieren“, so Mancini, der die Nerven verlor, weil Balotelli „das Spielfeld nicht verlassen wollte“.
Schon zuvor hatte Mancini versucht, alle Gerüchte über eine Trennung vom Tisch zu wischen: „Ich liebe ihn, und wir sind seit Jahren zusammen. Ich habe ihn wachsen gesehen. Aber die professionelle Beziehung ist eine andere Sache, und ich habe Mario gesagt, was ich von ihm brauche“, so Mancini gegenüber der „Gazzetta dello Sport“. Auch nach dem Vorfall beim Training werde er ihm „100 weitere Chancen“ geben.
420.000-Euro-Strafe im Dezember
Der Vorfall reiht sich nahtlos ein in eine lange Serie von Verfehlungen und Skandalen in der noch jungen Karriere von Balotelli. Erst im Dezember hatte der 22-Jährige im Streit um eine Geldstrafe mit seinem Club eingelenkt und zwei Wochenlöhne (340.000 britische Pfund, umgerechnet 420.000 Euro) Strafe bezahlt.
Mit der Geldstrafe sollten die letzten Verfehlungen Balotellis pauschal abgegolten werden. Alleine in der vergangenen Saison hatte der dreifache EM-Torschütze elf Spiele wegen Sperren verpasst.
Links:
- Manchester Evening News (Bericht)(menmedia.co.uk/manchestereveningnews/sport/football/manchester_city/s/1597263_pictured-mario-balotelli-and-roberto-mancini-in-bust-up-at-manchester-city-training-ground)
- Gazzetta dello Sport
- Manchester City