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Kitz-Jury schmettert Läuferwunsch ab

Gefahren sind sie am Ende fast alle, weil sie sich nicht selbst benachteiligen wollten. Allerdings wäre es den Topläufern am Dienstag in Kitzbühel lieber gewesen, die Ski im Eck stehen zu lassen, um die aufgeweichte Piste zu schonen, anstatt den ersten Zeitlauf für die Hahnenkamm-Abfahrt zu absolvieren.

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„Ein komplett unnötiges Training. Wir vernichten die Piste“, klagte der steirische Abfahrtsweltcup-Sieger Klaus Kröll und ärgerte sich, dass dem Wunsch der führenden Abfahrer nicht entsprochen wurde.

Klaus Kröll

GEPA/Mario Kneisl

Klaus Kröll hatte am Dienstag sichtlich keinen Spaß am Skifahren

Die an und für sich gut präparierte Streif, auf der am Samstag mit der Weltcup-Abfahrt ein Saisonhighlight ausgetragen wird, war von den über Nacht gefallenen paar Zentimetern Neuschnee auf der Oberfläche aufgeweicht worden. Schon bei der Besichtigung registrierten Kröll und Co., dass die Gefahr besteht, dass die Piste bricht. Da die Temperatur fallen wird, ist die Befürchtung groß, dass die Löcher vereisen - und „unruhig“ ein Hilfsausdruck beim Beschreiben der Oberfläche sein wird.

Vergebliches Bemühen um Absage

Also traten die Topläufer zusammen und der Kanadier Erik Guay, der das Amt des Athletensprechers für Kitzbühel vom pausierenden US-Amerikaner Bode Miller übernommen hatte, wandte sich an FIS-Renndirektor Günter Hujara.

„Es ist nicht mein Job, mit ihm zu streiten. Aber was ich zu tun habe, ist, ihm die Meinung der Rennläufer zu schildern. Ich habe ihm gesagt, dass wir Bedenken haben, dass es für die späteren Nummern und die späteren Tage sehr schwierig werden wird“, erklärte Guay. Er habe zur Antwort bekommen, dass die Jury an der Austragung festhalte, weil die Organisatoren versicherten, dass sie die Piste wieder herrichten können.

„Ich traue den Kitzbühlern auch viel zu, aber er braucht ja nicht in der Nacht am Berg stehen und die Löcher auf der Piste ausfüllen“, ärgerte sich auch Hannes Reichelt darüber, dass Hujara und Co. die Bitte unerhört verhallen ließen. Die Sorge, dass ein zweites „Sotschi“ passiert, ist groß. Viele Läufer erinnern sich mit Schrecken an die knieschädigende Rumpelpiste vom Februar 2012 und klagen noch immer über Schmerzen.

Piste „zusammengehaut“

„Die Topläufer waren alle der Meinung, dass das Training nicht gefahren werden soll. Schon bei mir war es total unruhig und bei 60 Läufern weiß man dann eh, wie das ausschaut“, erläuterte Kröll, was in der Früh passiert war. Die Antwort von Hujara, dass es jedem frei stehe zu fahren oder nicht, ändere nichts am Problem. „Es war ja kein Sicherheitsproblem. Wir haben ja gewusst, dass es okay zum Fahren ist. Aber alles was wir damit tun, ist die Piste zusammenzuhauen. Wenn es jetzt anzieht, wird das mit den Schlägen eine ziemlich zähe Partie.“

Zudem habe keine unbedingte Notwendigkeit für das Training bestanden, weil das Wetter schöner und die Temperaturen kälter werden sollen. Und nach fünf anstrengenden Tagen in Wengen blieb gerade einmal ein freier Tag, und nun gehe es mit drei Trainings und zwei Speed-Rennen in Kitzbühel weiter. „Da ist jeder irgendwann am Limit, speziell die Letzten, die hinten nachfahren - die betrifft es noch mehr.“

Durchgehender Startverzicht unmöglich

Warum er trotzdem gefahren sei? „Es hilft ja nichts, ob ich fahre oder nicht. Und wenn ich morgen erst einsteige, sind die anderen schon einmal gefahren“, sagte Kröll. Lösung wäre ein Startverzicht des geschlossenen Feldes gewesen, doch das werde man nie zusammenbringen. „Ich habe mit ein paar geredet, denen war das gar nicht bewusst. Die spüren erst nach dem Training, was los ist.“

Sein Fazit: „Ich habe mir gedacht, ist eh alles für die Fisch. Der Athletensprecher ist eine Augenauswischerei. Der wurde nur gemacht, dass eine Ruhe gegeben wird.“ Meistens werde eh eine gute Arbeit gemacht, sagte Kröll weiter. Aber wenn die Läufer einmal etwas anzumerken haben, dann wollen sie auch gehört werden.

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