„Ein weiterer Rückschlag“
Die Nominierung des österreichischen Kaders für die Heim-WM in Schladming hat ein prominentes Opfer gefordert. Mit Reinfried Herbst muss der Olympiazweite 2006, Weltcup-Sieger 2010 und zweifache Schladming-Sieger (2009, 2010) im Slalom am 17. Februar auf der Planai zuschauen.
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Für den 34-Jährigen, der nach Ansicht der ÖSV-Bosse im Slalom-Duell mit Benjamin Raich den Kürzeren gezogen hat, stellt die Nicht-Nominierung den größten sportlichen Tiefschlag seit 2005 dar. Damals war er ein Jahr vor seiner Olympiasilbernen aus allen ÖSV-Kadern geflogen und musste sich auf eigene Faust und Kosten zurückkämpfen.
Vergebliche Hoffnung auf Qualichance
Herbst bezeichnete die Entscheidung daher auch als „brutale Watschen“. „Das ist natürlich sehr enttäuschend für mich, dass es nicht zu einer internen Qualifikation kam. Für mich ist das eine brutale Watschen. Ich musste schon viele Rückschläge in meiner Karriere verdauen, das ist jetzt ein weiterer“, sagte der Salzburger.
„Wenn die Aufstellung nach rein sportlichen Gesichtspunkten erfolgt wäre, hätte ich die Chance auf eine Qualifikation bekommen“, haderte er. „Aber das ÖSV-Herren-Kontingent von 14 Fahrern ist leider ausgeschöpft, das war die Begründung des ÖSV. Aber trotzdem sind Fahrer und Fahrerinnen mit wesentlich schlechteren Platzierungen im Kontingent zu finden.“
Die WM-Form kam zu früh
Herbst war durchaus passabel in den WM-Winter 2012/13 gestartet: Vor Weihnachten holte er einen sechsten Platz in Levi und einen siebenten Rang in Madonna di Campiglio. Danach gab es jedoch neben zwei Ausfällen (Adelboden und Kitzbühel) in Zagreb (19.) und Wengen (15.) keine weiteren Spitzenplätze.

GEPA/Christopher Kelemen
Zu Saisonbeginn war es für Herbst noch gut gelaufen
Mit dieser Bilanz hat Herbst aber immer noch 34 Weltcup-Punkte mehr eingefahren als sein Hauptkonkurrent Raich. Für den Tiroler spricht allerdings die aufsteigende Form (zuletzt Fünfter in Kitzbühel) und die Tatsache, dass er mit vier Siegen (1999, 2001, 2004, 2007) Rekordmann beim Nachtslalom auf der WM-Piste ist.
Herbst wurde aber auch zum Opfer der unklaren Lage rund um die Abfahrtsaufstellung. Denn die ÖSV-Trainer wollen sich erst nach den Trainingsleistungen von Joachim Puchner, Georg Streitberger, Matthias Mayer, Florian Scheiber und Romed Baumann in den offiziellen Abfahrtstrainings entscheiden und haben deshalb jede Menge Speed-Piloten ins Aufgebot berufen.
Ersatzplatz als schwacher Trost
Sollte sich einer aus dem geplanten Slalom-Quartett verletzen, könnte der ÖSV Herbst nachnominieren. „Ich bin Ersatzfahrer, aber das ist ein schwacher Trost“, so der zweifache Familienvater. Der Ärger über den Ausfall am vergangenen Sonntag in Kitzbühel ist nun bei Herbst umso größer. „Leider habe ich dort durch Pech mein drittes Top-Ten-Ergebnis drei Tore vor dem Ziel verspielt. Spekulationen bringen nichts, aber danach hätte es sicher anders ausgesehen. Besonders bitter ist, dass Benni in dieser Saison im direkten Vergleich nur einmal schneller war als ich. Deshalb wäre eine Qualifikation nur fair gewesen.“
Herbst berichtete, dass er bereits Trost von vielen Seiten erhalten habe. „Egal, ob Trainer oder Kollegen, nicht viele können die Aufstellung nachvollziehen. Aber ich akzeptiere die Entscheidung und will festhalten, dass ich niemanden persönlich angreife.“
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