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Nur erste Linie produktiv

Thomas Vanek hätte in der National Hockey League (NHL) allen Grund zu lachen. Mit acht Toren und elf Assists führt der Torjäger der Buffalo Sabres die Schützenliste der Liga an. Doch dem 29-Jährigen ist trotzdem zum Weinen zumute. Denn trotz der laufenden Galavorstellungen von Vanek hinken die Sabres im Kampf um das Play-off hinterher. Grund: Hinter Vanek ist in Sachen Stürmern nicht viel los.

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Die Serie von Vanek ist beinahe schon unheimlich. In acht von neun Spielen - eine Partie musste der Österreicher verletzungsbedingt pausieren - stand Vanek für Buffalo auf dem Eis und trug sich in jedem Spiel mit Tor oder Assist in die Schützenliste ein. Zweimal war der 29-Jährige mit insgesamt fünf Scorerpunkten der überragende Mann. Als Belohnung wurde Vanek zum Spieler der Woche gewählt. Experten in Übersee sehen Vanek als ernsthaften Kandidaten für die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler (MVP) der nach dem Lock-out auf 48 Spiele verkürzten Saison.

Eine Linie und sonst nichts

Die Bilanz der Sabres ist hingegen das genaue Gegenteil. Mit nur drei Siegen und sechs Niederlagen - eine davon allerdings erst nach Verlängerung - rangiert Buffalo nur auf Rang zwölf der Eastern Conference und damit vier Plätze hinter dem letzten Play-off-Rang. Zwar fehlt Vanek und Co. nur ein Punkt auf Platz acht, die zuletzt gezeigten Leistungen geben den Sabres-Fans jedoch wenig Grund zur Hoffnung. In Montreal setzte es eine 1:6-Abfuhr, zu Hause gegen Florida gab man eine 3:1-Führung aus der Hand und verlor am Ende mit 3:4.

Thomas Vanek (Buffalo Sabres) erzielt ein Tor

AP/Charles Krupa

Vanek, hier bei seiner Gala gegen Boston, ist derzeit erster MVP-Kandidat

„Der Frust ist natürlich sehr groß. Nach einem großen Sieg gegen Boston zwei Spiele so zu verlieren, ist hart“, sagte Vanek, der sowohl den Ehrentreffer in Montreal erzielte als auch bei allen drei Treffern gegen Florida seinen Schläger als Torschütze und Assistent im Spiel hatte. Mit seinen Linienkollegen Jason Pominville und Cody Hodgson ist Vanek der einzige Lichtblick im Team der Sabres. Die erste Linie war bisher für 18 der 27 Tore Buffalos in dieser Saison zuständig.

„Es sind sicher alle neidisch auf unsere erste Linie“, sagte Trainer Lindy Ruff, „aber wir sind leider auf jeden anderen in der Liga wegen der zweiten Reihe neidisch.“ Denn das ist das Hauptproblem der Sabres: Die restlichen Stürmerkollegen lassen Vanek, Pominville und Hodgson kläglich im Stich. Stammspieler wie Drew Stafford laufen ihrem ersten Treffer der Saison noch immer nach. „Unsere zweite, dritte und vierte Linie haben noch nichts gezeigt“, musste auch Steve Ott, der erst vor der Saison von den Dallas Stars geholt wurde, zugeben.

Löchrige Abwehr

Zudem präsentiert sich die Abwehr vor Torhüter Ryan Miller derzeit in erschreckend schlechtem Zustand. Gleich 14 Tore kassierten die Sabres in den vergangenen drei Spielen. Nach zwei Siegen zu Beginn gingen sechs der letzten sieben Partien verloren. Einzig das 7:4 über Boston, in dem Vanek mit drei Toren und zwei Assists im Alleingang zum Matchwinner wurde, sticht positiv heraus.

„Wir müssen einfach intelligenter spielen. Wir waren in manchen Situationen einfach dumm, so gewinnt man keine Spiele“, ging Vanek daher mit seinem Team hart ins Gericht. Gleichzeitig nahm sich der 29-Jährige auch selbst in die Pflicht. „Offensichtlich muss ich auch noch mehr tun“, sagte Vanek, der die Mannschaft derzeit auf seinen Schultern trägt. Ohne eine Steigerung seiner Teamkollegen bleibt der Traum vom Stanley Cup auch heuer unerfüllt. Bei den Sabres-Fans geht jedenfalls bereits die Angst um, was passiert, wenn Vanek in ein Tief rutscht.

Karl Huber, ORF.at

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