Attacke am letzten Anstieg
Bernhard Gruber hat der Medaillenbilanz der Österreicher bei der nordischen WM in Val di Fiemme eine weitere Medaille in Silber hinzugefügt. Der Salzburger belegte am Donnerstag im Bewerb von der Großschanze den zweiten Platz hinter dem Deutschen Eric Frenzel. Gruber, Sechster nach dem Springen, ließ mit einer entscheidenden Attacke am Schlussanstieg den Franzosen Jason Lamy Chappuis hinter sich.
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Frenzel, der im Springen mit 138,5 Metern Schanzenrekord gesprungen war, ließ im Langlauf über 10 km nichts anbrennen und holte sich mit 36,7 Sekunden Vorsprung die Goldmedaille. Gruber zeigte dahinter eine taktische Meisterleistung. Auf dem letzten steilen Schlussanstieg sprengte der Salzburger mit seiner Attacke die mehrköpfige Spitzengruppe. Nur Lamy Chappuis und der Japaner Akito Watabe konnten dem Österreicher folgen, ihn aber im Finish nicht mehr stellen.

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Überglücklich nach einem „lässigen“ Lauf stürzte Gruber als Zweiter ins Ziel
„Ich bin überglücklich“
„Es war traumhaft. Ich bin überglücklich. Das ist der Lohn für viele Stunden auf der Loipe. Es ist sehr lässig“, sagte Gruber, der beim ersten Bewerb als 13. hinter seinen Erwartungen geblieben war. Auf der Großschanze gelang dem Salzburger mit 136,5 Metern bereits ein perfekter Sprung. Nur aufgrund schlechter Bewertung musste Gruber von Rang sechs aus starten. „Heute ist mir ein Superlauf geglückt. Das Material war top, es hat alles gepasst“, sagte Gruber.
„Ich habe auch einen Supersprung gemacht. Beim Weglaufen habe ich nur darauf geschaut, dass ich auf Zug locker mein Tempo laufe. Dann haben die Japaner Druck gemacht, darauf war ich auch eingestellt.“ Im Finish hatte der neue Vizeweltmeister am meisten Reserven: „Im letzten Teil habe ich mir die Kräfte gut eingeteilt, bei der letzten Steigung, wusste ich, dass ich gut raufkomme.“ Für den Team-Doppelweltmeister von Oslo 2011 war es seine zweite Einzel-Medaille nach Olympiabronze in Vancouver 2010.

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Gruber (li.) im Kreis der Medaillengewinner Frenzel (mi.) und Lamy Chappuis (re.)
Denifl Sechster, Bieler fällt zurück
Wilhelm Denifl, der ebenfalls lange in der Verfolgergruppe mithalten konnte, musste im Schlussanstieg dem hohen Tempo Tribut zollen und belegte am Ende den sechsten Rang. Er freute sich über seine beste WM-Platzierung zehn Jahre nach Team-Gold an gleicher Stelle. „Es war total lässig zu laufen, ich bin sehr zufrieden. Vielleicht gelingt mir auch der letzte Schritt noch.“
Christoph Bieler, nach dem Springen noch Zweiter, fiel im Langlauf auf den 16. Platz zurück und war enttäuscht: „Mit jeder Runde sind die Beine schwerer geworden. Die Ausgangsposition war nicht schlecht. Schade, dass es in der Karriere nicht für eine Einzel-Medaille gereicht hat, aber ich glaube, ich kann auf das, was ich erreicht habe, schon stolz sein. Aber ich plane ja noch ein Jahr.“
Mario Stecher, im Normalschanzenbewerb noch Vizeweltmeister, vergab bereits im Springen bei deutlich schlechteren Bedingungen als die Spitze alle Medaillenchancen und kam am Ende als 21. ins Ziel. „Von der Platzierung aus war es schwer wegzulaufen. Ich habe gesehen, dass es nicht funktioniert, dann habe ich abgestellt. Ich freue mich aber wahnsinnig für den Berni“, so der 35-jährige Routinier.
Weltmeister erleichtert
Überglücklich war auch der neue Weltmeister Frenzel. Mit seinem Schanzenrekord im Springen war der Deutsche bereits als klarer Favorit auf Gold in die Loipe gegangen. „Das war wohl einer der besten Sprünge in meiner Karriere überhaupt“, sagte Frenzel, „auf der Strecke habe ich mich vom Anfang bis zum Ende stark gefühlt. Es waren hohe Erwartungen auf mich gesetzt. Umso glücklicher bin ich, dass es jetzt zum Weltmeistertitel geklappt hat.“ Im ersten Einzel-Bewerb hatte der Weltcup-Spitzenreiter als Vierter hauchdünn eine Medaille verpasst.
Kombi-Einzelbewerb Großschanze
| Endstand nach einem Sprung und 10 km Langlauf: |
| 1. |
Eric Frenzel |
GER |
27:22,8 |
1/14* |
| 2. |
Bernhard Gruber |
AUT |
+ 36,7 |
6/16 |
| 3. |
Jason Lamy Chappuis |
FRA |
37,2 |
10/4 |
| 4. |
Akito Watabe |
JPN |
38,4 |
8/15 |
| 5. |
Hideaki Nagai |
JPN |
42,3 |
12/7 |
| 6. |
Wilhelm Denifl |
AUT |
47,7 |
7/19 |
| 7. |
Sebastien Lacroix |
FRA |
50,8 |
13/3 |
| 8. |
Magnus Moan |
NOR |
57,7 |
11/11 |
| 9. |
Haavard Klemetsen |
NOR |
58,2 |
4/22 |
| 10. |
Johannes Rydzek |
GER |
1:07,7 |
15/6 |
| 11. |
Mikko Kokslien |
NOR |
1:14,1 |
18/5 |
| 12. |
Yoshito Watabe |
JPN |
1:14,6 |
3/29 |
| 13. |
Taihei Kato |
JPN |
1:20,2 |
5/30 |
| 14. |
Björn Kircheisen |
GER |
1:24,5 |
17/9 |
| 15. |
Bill Demong |
USA |
1:26,2 |
25/1 |
| 16. |
Christoph Bieler |
AUT |
1:28,1 |
2/34 |
| 17. |
Taylor Fletcher |
USA |
1:38,3 |
27/2 |
| 18. |
Magnus Krog |
NOR |
1:40,0 |
19/12 |
| 19. |
Francois Braud |
FRA |
2:02,1 |
20/17 |
| 20. |
Miroslav Dvorak |
CZE |
2:14,5 |
14/25 |
| 21. |
Mario Stecher |
AUT |
2:39,1 |
21/28 |
| 22. |
Ilkka Herola |
FIN |
2:39,5 |
26/21 |
| 23. |
Bryan Fletcher |
USA |
2:40,6 |
24/23 |
| 24. |
Alessandro Pittin |
ITA |
2:42,0 |
40/10 |
| 25. |
Maxime Laheurte |
FRA |
2:48,9 |
28/24 |
| 26. |
Janne Rynnänen |
FIN |
2:59,1 |
16/35 |
| 27. |
Kail Piho |
EST |
3:02,7 |
34/20 |
| 28. |
Geoffrey Lafarge |
FRA |
3:07,1 |
40/18 |
| 29. |
Tomas Slavik |
CZR |
3:08,2 |
22/33 |
| 30. |
Johnny Spillane |
USA |
3:09,7 |
43/13 |
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