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Freie Fahrt für beide Piloten

Beim Grand Prix von China am Sonntag (9.00 Uhr MESZ, live in ORF eins) in Schanghai steht Sebastian Vettel nach seinem umstrittenen Egotrip in Malaysia unter besonderer Beobachtung.

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Nachdem der dreifache Weltmeister zuletzt in Sepang entgegen der Anordnung durch den Red-Bull-Kommandostand seinen in Führung liegenden Teamkollegen Mark Webber überholt und ihm so den Sieg weggeschnappt hatte, will er sich diesmal zurückhalten. „Wenn ich nochmal in dieser Situation wäre, würde ich es anders machen“, kündigte Vettel bereits an.

Allerdings machte er auch klar: „Ich entschuldige mich nicht fürs Gewinnen. Dafür bin ich an erster Stelle angestellt worden und darum bin ich hier.“ Die Leute hätten leider nicht gesehen, dass Red Bull dort einen sehr guten Job als Team gemacht habe, meinte Vettel. „Was in den Köpfen geblieben ist, ist der Rennausgang“, meinte er.

Sebastian Vettel überholt seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber

GEPA/XPB Images/Kalisz

In Sepang hatte sich Vettel (li.) nicht an die Spielregeln gehalten

Keine Stallorder mehr

Bei Red Bull hat man jedenfalls reagiert, um einen Vorfall wie in Malaysia in Zukunft zu verhindern. „Stallorder wird es bei uns keine mehr geben“, kündigte Motorsportchef und Vettel-Intimus Helmut Marko in der „Sport Bild“ an. Mit der Abschaffung der Stallregie kehrt Red Bull vor dem dritten Saisonrennen damit wieder zum alten Motto zurück: freie Fahrt für beide Piloten. Das hatte in der Vergangenheit zwar des Öfteren für Zündstoff gesorgt, solche Probleme wie nach dem Rennen in Sepang hatte es aber noch nie gegeben.

Und die Wunden werden wohl nicht wirklich verheilt sein. Zu tief war der Vertrauensbruch innerhalb des Red-Bull-Rennstalls, auch wenn Vettel nach dem 27. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere den Fehler eingeräumt und reumütig um Verzeihung gebeten hatte. Beim Besuch in der Fabrik in Milton Keynes entschuldigte sich Vettel vor versammelter Mannschaft. Webber war allerdings nicht dabei, er war nach Australien geflogen.

Vettel ein echter Asien-Spezialist

Hätte sich Vettel diesen Ärger nicht eingehandelt, könnte er vergleichsweise entspannt durchs Fahrerlager des Shanghai International Circuit schlendern. Mit 40 Punkten nach zwei Rennen führt er die WM-Wertung vor Australien-Sieger Kimi Räikkönen (31) und Webber (26) an.

Außerdem gilt Vettel als „Asien-König“. Kein anderer Fahrer hat dort mehr Grand Prix gewonnen als der Deutsche. 17 Erfolgen in Asien stehen zehn Siege außerhalb des Kontinents gegenüber. Michael Schumacher ist in dieser Statistik Zweiter. Der Rekordweltmeister durfte in Asien 13-mal jubeln.

Trotz Startplatz elf landete Vettel im Vorjahr nach einer Aufholjagd noch auf Position fünf. Bessere Erinnerungen hat der 25-Jährige aber an das Jahr 2009. „Wir hatten ein gutes Qualifying und dann ein tolles Rennen“, erzählte Vettel über seinen ersten Sieg mit Red Bull. Webber kam damals auf Platz zwei. Erfolgreichster Pilot auf dem 5,451 Kilometer langen Kurs ist allerdings Lewis Hamilton. Der Brite hat das bisher neunmal ausgetragene Rennen als einziger Fahrer zweimal (2008 und 2011) gewonnen.

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