Desaströser Auftritt in Hütteldorf
Der SK Rapid hat sich am Dienstag im Viertelfinale des ÖFB-Samsung-Cups bis auf die Knochen blamiert. Die Hütteldorfer mussten sich dem Regionalligisten FC Pasching vor 3.450 Zuschauern im Hanappi-Stadion durch einen Treffer von Nacho Casanova (61.) mit 0:1 (0:0) geschlagen geben, und das auch noch völlig verdient.
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Der nach dem 2:0 gegen Wiener Neustadt aufgekeimte leichte Optimismus bei Rapid wurde damit bereits drei Tage später wieder weggeblasen und wich einer Krisenstimmung, die schon demnächst ihr erstes Opfer fordern könnte: Ob der schwer angezählte Trainer Peter Schöttel am Sonntag im Derby noch auf der Bank sitzt, scheint angesichts des desaströsen Auftritts gegen die Oberösterreicher äußerst fraglich.
In der Offensive völlig harmlos
Teile der Rapid-Mannschaft vermittelten vor allem in der ersten Hälfte sogar den Eindruck, als wollten sie den Abschied ihres Betreuers beschleunigen. Von der ersten Minute an leisteten sich die Grün-Weißen unerklärliche Fehlpässe und Stellungsfehler, präsentierten sich in der Offensive völlig harmlos und in der Defensive gegen den Drittligisten komplett überfordert. Schöttel reagierte erstmals in der 31. Minute und nahm den an der Grenze zur Arbeitsverweigerung spazierenden Gerson vom Platz.

GEPA/Christian Ort
Schöttel sah eine komplett überforderte Rapid-Mannschaft
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Paschinger so viele Chancen vergeben, dass sie damit fast schon den gesamten Cupbewerb hätten gewinnen können. In der fünften Minute parierte Rapid-Torhüter Jan Novota einen Schuss von Davorin Kablar, in der 17. Minute war der Slowake bei einer Möglichkeit von Ivan Kovacec zur Stelle, in der 22. Minute machte er eine Chance von Philipp Schobersberger zunichte, und in der 25. Minute blieb der Rapid-Schlussmann gegen Daniel Sobkova Sieger.
Handspiel und elferwürdige Fouls
Außerdem wehrte der Goalie in der 37. Minute einen Volley von Kovacec an die Stange. Bereits in der fünften Minute hatte Rapid Glück gehabt, als Schiedsrichter Andreas Kollegger ein Handspiel von Terrence Boyd im eigenen Strafraum übersehen hatte. Auch in der zweiten Spielhälfte hätte der Referee zwei Foulelfmeter gegen Rapid geben können, seine Pfeife blieb aber stumm.
Nach der Pause war bei den Hütteldorfern immerhin ein Bemühen zu bemerken. Dieser Eindruck verflüchtigte sich allerdings in der 61. Minute: Nach einem Pass von Thomas Krammer durfte sich Casanova den Ball ohne große Gegenwehr der Innenverteidigung mitnehmen und schoss zum 1:0 für den von Red Bull gesponserten und mit vielen Ex-Bundesliga-Kickern gespickten FC Pasching ein.

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Nach vielen vergebenen Chancen traf Pasching doch noch ins Tor
Danach zogen sich die Oberösterreicher weit zurück, Rapid wusste mit der Feldüberlegenheit nichts anzufangen und hätte fast einen weiteren Gegentreffer kassiert, doch Daniel Sobkovas Schuss ging knapp am langen Eck vorbei (69.). Rapid versuchte es in der Schlussphase mit der Brechstange, mehr als ein Distanzschuss von Guido Burgstaller deutlich über die Querlatte (79.) schaute jedoch nicht mehr heraus.
Gellendes Pfeifkonzert von den Rängen
Die Zuschauer ließen nach dem Schlusspfiff ihrem Unmut mit einem gellenden Pfeifkonzert freien Lauf, davor waren von den 3.450 Zuschauern zumeist nur die rund 100 Pasching-Schlachtenbummler zu hören. Der grün-weiße Anhang trat lediglich dann akustisch in Erscheinung, wenn er Sprechchöre gegen Schöttel oder den Clubvorstand anstimmte.
ÖFB-Samsung-Cup, Viertelfinale
Dienstag:
Rapid - Pasching 0:1 (0:0)
Hanappi Stadion, 3.450 Zuschauer, SR Kollegger
Tor: Casanova (61.)
Rapid: Novota - Schimpelsberger, Gerson (31./Burgstaller), Pichler, Katzer - Heikkinen, Kulovits - Schaub (59./Trimmel), Boyd (74./Grozurek), Sabitzer - Alar
Pasching: Berger - Kerschbaumer, Grasegger, Kablar, Prettenthaler - Perchtold - Schobersberger (85./Blutsch), Krammer, Sobkova (89./Mössner), Kovacec (83./Hamdemir) - Casanova
Gelbe Karten: Katzer, Pichler, Kulovits, Alar bzw. Krammer, Grasegger
Die Besten: Novota bzw. Kovacec, Schobersberger, Sobkova, Casanova
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