Indianapolis schnappt sich Werner
Björn Werner hat beim traditionellen Draft der National Football League (NFL) am Donnerstag ein kleines Stück Sportgeschichte geschrieben. Der 22-jährige Defensive End wurde von den Indianapolis Colts als erster deutscher Spieler in der ersten Runde gezogen. Als Nummer eins der Draftklasse 2013 holten sich die Kansas City Chiefs mit Eric Fisher ebenfalls ein schweres „Bröckerl“.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Die Colts nutzten ihre Wahl als Nummer 24 im Draft und holten sich mit Werner einen Mann für ihre Defensivfront. Werner spielte sich in den vergangenen drei Jahren an der Florida-State-Universität ins Rampenlicht. Er ist nach Sebastian Vollmer (New England Patriots) und Markus Kuhn (New York Giants) der dritte Deutsche, der bei einem NFL-Club ein Engagement erhält.

APA/AP/Phil Sears
Werner überzeugte die Scouts der Indianapolis Colts von seinen Qualitäten
Internationales Flair
Der Deutsche war aber nur einer von drei internationalen Spielern, die diesmal in der Radio City Music Hall von New York gleich in der ersten Runde ausgewählt wurden. Die Detroit Lions entschieden sich für Ezekiel Ansah aus Ghana, so wie Werner ein Defensive End. Der als Fünfter gewählte Verteidiger kannte American Football vor seinem Wechsel an die Brigham Young University nur vom Hörensagen. Erst als der 1,96 Meter große Athlet nicht den Sprung ins Basketball-Team schaffte, versuchte er sich im Football.
„Vor fünf Jahren hätte ich mir nie gedacht, das ich einmal hier stehe“, sagte Ansah, der erst 2008 dank eines Stipendiums in die USA übersiedelt war. Auch die Carolina Panthers setzten mit ihrem Erstrundenpick auf einen Verteidiger aus dem Ausland. Die Panthers wählten als 14. Team den auf Tonga geborenen Defensive Tackle Star Lotulelei. Der Sohn eines mormonischen Priesters spielte in seiner Jugend Rugby, der Wechsel zum Football fiel ihm daher nicht schwer.
Fisher ist die Nummer eins
Auch sonst stand der erste Drafttag im Zeichen der Offensive und Defensive Linemen. Anders als in den vergangenen Jahren, etwa 2012 mit Andrew Luck, wurde diesmal kein Quarterback als Erster gezogen. Die Kansas City Chiefs, vergangene Saison das schlechteste Team der Liga, entschieden sich für Offensive Tackle Eric Fisher von der Central-Michigan-Universität. Der 2,01 m große und 139 kg schwere Fisher ist der erste Offensive Tackle seit Jake Long (2008 Miami) und erst der vierte Spieler auf seiner Position überhaupt, der als Nummer eins ausgewählt wurde.

APA/EPA/Jason DeCrow
Eric Fisher (r.) geht als Nr.-1-Pick 2013 in die NFL-Annalen ein
Auch die Jacksonville Jaguars als Nummer zwei entschieden sich mit Luke Joeckel von der Texas-A&M-Universität für einen Offensive Tackle. Die Miami Dolphins zogen als Dritte nach Tausch mit den Oakland Raiders die Option auf Dion Jordan, als Linebacker ebenfalls ein Verteidiger. Der erste Nicht-Lineman oder Verteidiger, der gezogen wurde, war Wide Receiver Tavon Austin. Die St. Louis Rams entschieden sich als Achter für den Youngster von West Virginia.
Nur ein Quarterback
Für einige hoch eingeschätzte Collegespieler endete der erste Drafttag mit einer Enttäuschung. So wurde Linebacker Manti Te’o von der bekannten Notre-Dame-Universität in der ersten Runde von allen Teams übergangen. Auch Quarterback Geno Smith aus West Virginia wurde von keinem Club gezogen. Überhaupt entschied sich nur ein Team für einen Quarterback. Die Buffalo Bills suchten sich als 16. Mannschaft überraschend E. J. Manuel von Florida State und nicht den höher eingeschätzten Smith aus. Im Vorjahr wurden mit Luck und Robert Griffin III gleich zwei Spielmacher als Erster und Zweiter gewählt.
Link: