Mit Wigan im Endspiel gegen ManCity
Paul Scharner steht vor dem „absoluten Highlight“ seiner Karriere. Im Wembley-Stadion peilt der ÖFB-Legionär mit Wigan Athletic im FA-Cup-Finale gegen Manchester City am Samstag (18.00 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream) eine große Überraschung an. Die „Citizens“ werden allerdings genauso motiviert in die Partie gehen, geht es für sie doch darum, eine titellose Saison zu verhindern.
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„Man spielt nicht alle Tage ein Finale im Wembley-Stadion. Das ist ein Stadion, Platz, Ort, von dem jeder Fußballer träumt und der auf der ganzen Welt bekannt ist“, erinnerte der 33-Jährige. Im Semifinale machte Wigan bereits Erfahrung an diesem Ort und setzte sich gegen den Zweitligisten Millwall mit 2:0 durch. Nun wartet allerdings ein ganz anderes Kaliber auf die Truppe von Chefcoach Roberto Martinez.

GEPA/AMA Sports/Catherine Ivill
Eine Jubelpose wie im Semifinale gegen Millwall würde Scharner gefallen
ManCity steht als Favorit „unter Druck“
„ManCity ist haushoher Favorit“, ist sich Scharner bewusst. In einem Finale könne allerdings immer alles passieren. Zugute kommt dem Außenseiter, dass der entthronte Meister diese Saison noch ohne Titel dasteht. „Der Verein hat viel Geld investiert, da erwartet man sich Silberware. Sie haben in der Champions League und der Meisterschaft versagt, stehen daher extrem unter Druck“, weiß Scharner, der eine „interessante Partie“ erwartete.
Dass der Tabellen-18. in der Lage ist, ManCity voll zu fordern, wurde zuletzt in der Liga deutlich. Am 17. April mussten sich die „Latics“ auswärts nur hauchdünn mit 0:1 geschlagen geben. „Da haben wir nur durch ein Tor von Carlos Tevez in der 85. Minute verloren, waren 70 Minuten die bessere Mannschaft. Deshalb werden wir nicht in Ehrfurcht erstarren“, erklärte Scharner, der seinen dritten Cupsieg nach jenen in Österreich (Austria/2003) und Norwegen (Brann Bergen/2004) anpeilt.

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Gegen Manchester City wird Scharner in der Abwehr gefragt sein
Abstiegskampf ausblenden
Obwohl Wigan in der Meisterschaft ums Überleben kämpft, hat der Cup eine sehr große Bedeutung. „Man muss es getrennt voneinander sehen. Bildlich betrachtet ist es so wie auf eine Insel abtauchen. Es ist ein ganz anderer Druck, wie im Abstiegskampf“, sieht Scharner die Doppelbelastung positiv. Als Spieler freue man sich immer auf den Wettkampf. „Englische Wochen sind das Best-Case-Szenario“, betonte der Defensivspieler.
Der wichtige 3:2-Sieg bei Scharners Ex-Club West Bromwich am Samstag war der Auftakt für fünf Spiele innerhalb von 15 Tagen, am Dienstag folgte allerdings ein bitterer Rückschlag mit der 2:3-Heimniederlage gegen Swansea City. Trotz zweimaliger Führung konnten Scharner und Co. nichts Zählbares einfahren, verpatzten die Cupgeneralprobe und stehen damit im Kampf gegen den Abstieg mit dem Rücken zu Wand.
„Klassenerhalt ist das Wichtigste“
Drei Punkte fehlen dem Drittvorletzten zwei Runden vor Schluss auf Newcastle United, Norwich City und auch Sunderland (je 38). „In den letzten drei Spielen müssen wir schauen, mindestens sieben Punkte zu holen. 40 Punkte werden nicht reichen“, hatte Scharner schon vor dem Swansea-Match vorgerechnet. Das Maximum sind jetzt sechs Zähler, und auch die werden in den Partien bei Arsenal und zu Hause gegen den Andreas-Weimann-Club Aston Villa schwer zu erreichen sein.
Die Hoffnung stirbt allerdings zuletzt. Wigan ist mit dem Abstiegskampf gut vertraut und hat in den letzten Saisonen immer wieder den Klassenerhalt geschafft. „Das FA-Cup-Finale ist auch für Wigan das absolute Highlight. Es ist die beste Saison für den Verein, dafür muss allerdings auch noch der Klassenerhalt her. Der ist das Wichtigste, denn in der Premier League wird das Geld gemacht“, erklärte Scharner.
Der Niederösterreicher ist auf seiner Abschiedstournee bei jenem Club, für den er auch schon von Anfang 2006 bis Ende August 2010 gespielt hatte. Scharner wird im Sommer nach Auslaufen seines Leihvertrages zum deutschen Bundesligisten Hamburger SV zurückkehren. „Ich will mich in Hamburg beweisen, durchsetzen, zeigen, was ich draufhabe“, blickte der Abwehrspieler in die Zukunft.
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