Wechsel selbst publik gemacht
Der Wechsel von Brasiliens Jungstar Neymar zum FC Barcelona wirft nicht nur im Land des Rekordweltmeisters Fragen auf. Am vergangenen Sonntag vergoss der 21-Jährige beim Abschiedsspiel für den FC Santos in der brasilianischen Meisterschaft Tränen. Zugleich freute er sich auf seine neuen Kollegen bei den Katalanen. „Es ist, als steckte mir ein Kloß im Hals“, beschrieb der Star seine Gefühle.
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„Für mich wird es eine große Ehre sein, mit Lionel Messi, Xavi und Andres Iniesta in einer Mannschaft zu spielen. Barcelona hat meinen Traum erfüllt, bei einer großartigen Mannschaft zu spielen“, erklärte Neymar. „Das ist kein Abschied, sondern ein Aufwiedersehen“, versprach der 21-Jährige den Fans. „Ich werde wiederkommen.“

Reuters/Ueslei Marcelino
In seinem letzten Spiel für Santos war Neymar (mi.) zu Tränen gerührt
Zu gerne hätte der exzentrische Jungstar seinen Verehrern einen Treffer gewidmet, die Partie gegen Flamengo im neuen Nationalstadion von Brasilia endete jedoch mit einem torlosen Remis. Neymar hatte seinen Wechsel selbst über die Sozialen Netzwerke publik gemacht. Damit überraschte er sowohl Barca als auch den FC Santos, die den Transfer erst am Montag bekanntgeben wollten.
Stürmer erhält Fünfjahresvertrag
Der Stürmer unterzeichnet einen Fünfjahresvertrag bei den Katalanen, aber ansonsten ist der Deal voller Fragezeichen. Die Ablösesumme, die Barcelona nach Brasilien überweist, ist ein Geheimnis. In Medienberichten wird die Summe auf 45 bis 50 Millionen Euro beziffert. Die Verhandlungen waren kompliziert, weil neben dem FC Santos auch zwei Unternehmen Anteile an den Transferrechten hatten. Zudem ist unbekannt, welche Summen die verschiedenen Vermittler erhalten.
Nach Informationen des spanischen Sportblatts „As“ soll Real Madrid bereit gewesen sein, 100 Millionen Euro für Neymar zu zahlen. Dass letzten Endes Barca das Rennen machte, dürfte auch daran gelegen haben, dass Clubchef Sandro Rosell über gute Beziehungen zum brasilianischen Fußball verfügt. Er hatte schon vor zehn Jahren eine maßgebliche Rolle bei der Verpflichtung von Ronaldinho gespielt.
Kann Neymar neben Messi bestehen?
Auch in fußballerischer Hinsicht wirft der Transfer Fragen auf: Wie wird Neymar sich mit Messi verstehen? Beide Stars waren sich 2011 bei Barcas 4:0-Sieg über den FC Santos in der Club-Weltmeisterschaft begegnet und hatten seither in den höchsten Tönen von einander geschwärmt. „Ich bin ein Fan von Leo“, sagte Neymar damals. Messi revanchierte sich: „Er (Neymar, Anm.) ist ein toller Fußballer.“

APA/EPA/Kimimasa Mayama
Seit der Club-WM 2011 schwärmen die Stars in höchsten Tönen von einander
In der Vergangenheit war allerdings eine Reihe von Fußballern beim Versuch gescheitert, neben Messi eine Rolle in der Mannschaft zu finden. Samuel Eto’o und Zlatan Ibrahimovic mussten den Club verlassen, David Villa und Alexis Sanchez finden neben dem Argentinier nicht zu der Klasse, die sie bei ihren vorigen Vereinen ausgezeichnet hatte.
Über Neymars Technik, seine Tricks, Dribblings und Sprints berichtet man in Brasilien wahre Wunderdinge. Aber setzt sich der Stürmer damit auch in Europa durch? Die brasilianische Liga gilt international als eher zweitklassig. Andere Brasilianer wie Romario, Rivaldo und Ronaldinho, die bei Barca erfolgreich waren, hatten vor ihrem Wechsel zu den Katalanen für andere europäische Vereine gespielt und Zeit gehabt, sich anzupassen. Neymar ist seit mehr als 50 Jahren der erste Brasilianer, der ohne „Zwischenlandung“ direkt nach Barcelona kommt.
Erfolg oder Misserfolg fällt auf Rosell
Seine Verpflichtung geht auf eine persönliche Initiative des Barca-Präsidenten Rosell zurück. Der Clubchef hatte sich in seiner Amtszeit bisher eher im Hintergrund bedeckt gehalten. Nach der Demütigung im Halbfinale der UEFA Champions League gegen Bayern München sah er die Zeit gekommen, das Heft in die Hand zu nehmen. „Der Erfolg oder Misserfolg von Neymar wird auf Rosell zurückfallen“, schreibt die Zeitung „El Periodico“. „In der nächsten Saison wird auch der Clubchef mitspielen.“
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