Gesunde Mischung als Geheimnis
Voller Stolz haben am Sonntagabend Österreichs Handballer nach dem 30:25-(12:12)-Sieg über Russland in Innsbruck ihre weißen Qualifikationsleiberln übergestreift. „Da simma dabei!“, war in großen Lettern zu lesen. Mit dem Erfolg über Russland qualifizierte sich Österreich als Zweiter der Qualigruppe sieben hinter Serbien erstmals aus eigener Kraft für ein kontinentales Großereignis.
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Bereits 2010 konnte das ÖHB-Team EM-Luft schnuppern, damals war die Truppe des isländischen Trainers Dagur Sigurdsson aber als Gastgeber fix qualifiziert. Als Neunte beendeten die Österreicher das Turnier und sprachen von einem „historischen Erfolg“. Von 12. bis 26. Jänner 2014 ist das Team in Dänemark erneut bei den europäischen Titelkämpfen mit von der Partie und kann am Erfolg von 2010 anknüpfen.

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Bei den Österreichern gab es nach der Schlusssirene kein Halten mehr
Teamchef bleibt cool
Die Superlativen der Heim-EM vor drei Jahren wurden am Sonntag nach dem Sieg unter Sigurdssons Landsmann Patrekur Johannesson übertroffen. „Historisch“ war das meistgebrauchte Wort unter Trainern, Spielern und Funktionären. Da lagen einander ÖHB-Präsident Gerhard Hofbauer und sein „General“ Martin Hausleitner schon mit Tränen in den Augen in den Armen.
Nur Johannesson blieb nach dem Erfolg über Russland ganz cool, auch wenn der Isländer gleich nach dem Sieg meinte, von seinen Emotionen überwältigt zu sein: „Wir haben tolle Strukturen im Verband seit 2011. Danke. Die Spieler kommen gerne zum Nationalteam.“ Auch Johannesson strapazierte das Wort „historisch“, dachte aber schon weiter Richtung EM-Endrunde: „Jetzt sollen sie feiern, zwei Wochen Urlaub genießen. Dann beginnt die Vorbereitung.“ Oder wie es Flügel Raul Santos ausdrückte: „Jetzt werden wir ordentlich Gas geben.“

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Teamchef Johannesson (r.) jubelte über ein historisches Ergebnis
„Haben Historisches geschafft“
Via E-Mail steht der ÖHB-Trainer permanent mit seinen Spielern in Kontakt, auch mit seinem Kapitän, wobei sich Viktor Szilagyi nicht als Kopf einer „goldenen Generation“ sehen will: „Wir haben eine gesunde Mischung zwischen Alt und Jung. Was Markus (Kolar, Anm.) und Alexander (Hermann, Anm.) in der Abwehr gegen die körperlich starken Russen geleistet haben, war unglaublich. Für mich war es der größte Erfolg mit dem Nationalteam.“ Dabei hatte Szilagyi als Legionär in Deutschland schon „Historisches“ geschafft: Als erster Spieler konnte er alle drei europäischen Cupbewerbe gewinnen.
Konrad Wilczynski, der wie Szilagyi und Santos mit je sechs Toren Topscorer gegen Russland war, denkt noch weiter: „Wir haben Historisches geschafft. Aber es geht um mehr. Wir haben etwas geschafft. Jetzt muss Handball massentauglich werden. Wir haben gezeigt, was wir können.“ Wilczynski spielt beim HLA-Club West Wien und ist nach fünf Jahren bei den Berlin Füchsen in Wien auch Manager der Mannschaft.
Österreich im vierten Topf
Die Auslosung für die EM-Endrunde findet am Freitag in Herning statt. Österreich wird als Gruppenzweiter in Topf vier gesetzt sein, wie der in Wien ansässige europäische Verband EHF am Montag bekanntgab. Die Gruppenersten und -zweiten sind in Topf eins oder zwei gesetzt, Dänemark als Veranstalter ist als Erster in Topf eins in Herning in Gruppe A fix gesetzt. Gespielt wird bei den Titelkämpfen in Aalborg, Aarhus, Ballerup und Herning.
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