Eingeschränkter Zugang
Nachdem ein wegfliegendes Rad beim Großen Preis von Deutschland am Sonntag einen Kameramann in der Boxengasse verletzt hat, greift der Automobil-Weltverband (FIA) durch. Die FIA will die Sicherheitsvorkehrungen bei den Formel-1-Rennen deutlich verschärfen.
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Wie der Weltverband am Dienstagabend in Paris mitteilte, sollen zur Vermeidung ähnlicher Vorfälle Änderungen in den sportlichen Regularien vorgenommen werden. Darauf habe FIA-Boss Jean Todt gedrängt.
Nur Kurzaufenthalt im Gefahrenbereich
Demnach müssen künftig alle Mitglieder eines Formel-1-Rennstalls, die an einem Boxenstopp mitarbeiten, einen Kopfschutz tragen. Sie dürfen sich nur noch für den jeweiligen Halt eines Fahrers ihres Rennstall in der Pit Lane aufhalten. Ist der Boxenstopp beendet, müssen sie unverzüglich zurück in die Garage. Vor dem Stopp müssen sie so lange wie möglich in der Box bleiben.
Zudem wird der Zugang zur Boxengasse eingeschränkt. Die FIA will während der Rennen und des Qualifyings allen Personen außer den Teammitgliedern und Streckenposten den Zutritt verwehren. Zugelassenen Medien wird der Zugang auf die Boxenmauer beschränkt. „In Zukunft werden alle unsere Kamerateams nur noch von der Boxenmauer filmen dürfen“, hatte die BBC schon vor der FIA-Mitteilung Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone zitiert.
Tempolimit wird reduziert
Ferner soll das Tempolimit in der Boxengasse während der Rennen verschärft werden. Die Autos sollen nur noch 80 statt 100 km/h fahren dürfen. Ausnahmen gelten für die Kurse in Melbourne, Monaco und Singapur, wo die Höchstgeschwindigkeit bei 60 km/h beibehalten werden soll. Übertretungen kosten pro Stundenkilometer 100 Euro. Zusätzliche Bestrafungen sind den Rennkommissaren vorbehalten.
Die FIA setzte die Rennställe über die beabsichtigten Änderungen noch am Dienstag in Kenntnis. Sie gelten bereits für 2014. Aber die FIA will sie schon bis zum nächsten Rennen in Budapest in zweieinhalb Wochen einführen. Daher bat die Regelbehörde mit Präsident Todt an der Spitze den World Motorsport Council um eine rasche Bestätigung. So müssen die Artikel 23.11 und 30.12 des Sportlichen Reglements entsprechend angepasst werden.
Schlüsselbein und Rippen gebrochen
Bei dem Unfall am Sonntag auf dem Nürburgring hatte sich am Auto von Red-Bull-Pilot Mark Webber nach einem verpatzten Reifenwechsel das rechte Hinterrad gelöst und den Kameramann der Formel-1-eigenen Produktionsfirma getroffen. Der Brite zog sich dabei eine Schlüsselbeinfraktur, zwei gebrochene Rippen sowie Prellungen und Schnittwunden zu.

APA/EPA/Srdjan Suki
Der Unfall mit dem Kameramann nahm noch einen relativ glimpflichen Ausgang
Red Bull wurde nach dem Zwischenfall wegen grober Nachlässigkeit zu einer Geldstrafe von 30.000 Euro verdonnert. „Wenn du so etwas siehst, hast du ein schreckliches Gefühl, weil du dir um den Menschen Sorgen machst“, sagte Teamchef Christian Horner. Die FIA erwartet nun noch einen Bericht des Rennstalls. Dieser soll gemeinsam mit den anderen Teams bei der Aufarbeitung des Unfalls dienen.
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