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„Es dauert, bis ein Team geformt ist“

Sturm-Graz-Trainer Darko Milanic ist das blamable Europacup-Ausscheiden seines Clubs auch am Tag danach noch schwer im Magen gelegen. „Das war einfach zu wenig“, meinte der Slowene im Hinblick auf die 0:1-Heimniederlage am Donnerstag gegen den isländischen Tabellenvierten Breidablik, der anstelle der Steirer in die dritte Qualifikationsrunde der UEFA-Europa-League einzog.

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Obwohl die „Blackies“ über weite Strecken einen lustlosen Eindruck erweckten, sei mangelnde Motivation nicht der Grund für das desaströse Auftreten gewesen. „Im Gegenteil, wir waren übermotiviert, weil alle zeigen wollten, was sie können. Das Resultat waren zu viele Fehlpässe und Stellungsfehler in der Abwehr“, erklärte Milanic.

Taktische Fehler

In der zweiten Hälfte sah der 45-Jährige zumindest eine minimale Verbesserung im Vergleich zu den ersten 45 Minuten. „Da wollten wir besonders aktiv nach vorne spielen. Das hat aber nicht funktioniert, weder über die Seiten noch durch die Mitte.“ Die Erklärung dafür fand Milanic in gravierenden taktischen Fehlern.

Michael Madl (Sturm) und Ellert Hreinsson (Breidablik)

GEPA/Markus Oberlaender

Die Sturm-Kicker (im Bild Michael Madl) hatten gegen Breidablik das Nachsehen

„In der zweiten Hälfte waren wir zu offensiv und sind dadurch zu nahe an der gegnerischen Viererkette gestanden. Wir hatten in Ballbesitz zu wenig Qualität.“ Allzu hart wollte der Neo-Coach mit seiner Mannschaft aber auch nicht ins Gericht gehen. „Es ist klar, dass wir mehr Fehler gemacht haben als der Gegner, weil wir permanent versucht haben durchzukommen. Breidablik hingegen musste nur hinten drin stehen.“

„Mehr Potenzial, als sie zeigen“

Mögliche Konsequenzen für sich selbst befürchtet Milanic nach einem der peinlichsten Auftritte einer österreichischen Mannschaft im Europacup nicht. „Ich habe keine Angst vor den Folgen. Es dauert eben lange, bis eine Mannschaft geformt ist. Wir brauchen alle Geduld und starke Nerven“, erklärte er.

Von den Qualitäten seiner Mannschaft ist Milanic nach wie vor überzeugt. „Die Spieler haben viel mehr Potenzial, als sie im Moment zeigen.“ Geht es nach dem Slowenen, dann sollten Robert Beric und Co. dieses Potenzial aber schön langsam auf den Platz bringen. „Ich möchte künftig eine Mannschaft sehen, die Fußball spielt“, betonte Milanic.

Sein Neuzugang Daniel Beichler gelobte für das bevorstehende Grödig-Match am Sonntag (16.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) Besserung. „Das einzig Positive ist, dass wir schon am Sonntag Wiedergutmachung leisten können. Vielleicht wird es gegen Grödig kein schönes Spiel werden, aber da wollen wir die Breidablik-Partie vergessen machen“, beteuerte der Ex-Teamspieler.

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