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Trainerwechsel gibt Rätsel auf

Am 17. Juni war Toni Polster unter großem Getöse als neuer Trainer der Admira präsentiert worden. Knapp sieben Wochen später war der ÖFB-Rekordschütze bei den Niederösterreichern auch schon wieder Geschichte. Seine Ablöse, die am Samstag wenige Stunden vor dem Spiel gegen Sturm (1:1) bekanntgegeben wurde, gibt Rätsel auf.

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Laut Alexander Friedl, dem General Manager der Admira, habe man die Polster-Ablöse „auch auf Empfehlung der Gruppe, die den Verein möglicherweise nach der Ära Trenkwalder übernehmen möchte“, beschlossen. Wer diese Gruppe ist, wollte Friedl nicht verraten, sie sei aber auch für die Verpflichtung von Polster verantwortlich gewesen.

Gruppe plant Admira-Übernahme

Sprecher dieser mysteriösen Gruppe ist Karl Cermak, Geschäftsführer der in Wiener Neudorf ansässigen Spedition Trailfracht, die seit längerem als Admira-Sponsor fungiert. „Die Sondierungsgespräche laufen. Ziel dieser Gruppe ist es, den Verein in Zukunft zu übernehmen“, bestätigte Cermak im Gespräch mit der APA.

Geschäftsfuehrer Alexander Friedl (Admira) und Karl Cermak (Trail Fracht)

GEPA/Walter Luger

Manager Friedl und Sponsor Cermak stehen hinter Polsters Ablöse

Gleichzeitig betonte er, dass es ihm „furchtbar leid um den Toni“ tue. „Ich habe mit ihm gelitten, sein Abgang war auch für mich eine bittere Niederlage, ein Eingeständnis, dass ich einen Fehler gemacht habe. Aber man darf nicht stur an etwas festhalten, sonst ist man ein Trottel. Und jeder Punkt kann am Ende im Kampf um den Klassenerhalt entscheidend sein.“

Polster als „unglückliches Opfer“

Polster sei „ein unglückliches Opfer, aber es zählt nur die Admira in diesem Fall. Wir haben eine moralische Verpflichtung dem Verein gegenüber, wenn Leute antreten, diesen Club in die Zukunft zu führen. Und vor allem haben wir auch eine Verantwortung gegenüber unserer Akademie. Unsere Ziele sind der Klassenerhalt und die Rettung der Akademie. Es zählt nur der Verein und das Leben des Vereins“, sagte Cermak.

Polster sei zwar fest davon überzeugt gewesen, dass er das Ruder herumreißen und den Klassenerhalt mit seinem erfolgreichen Spielsystem schaffen könne. „Aber wir haben nicht das Spielermaterial dafür gehabt“, stellte Cermak klar. „Wir müssen das System spielen, für das wir die Mannschaft haben. Das System richtet sich nach der jeweiligen Situation, also Gegner und Spieler, die ich zur Verfügung habe. Wir müssen die Ressourcen, die wir haben, ausschöpfen. Und die Mannschaft muss zu 1.000 Prozent davon überzeugt sein.“

Unverständnis beim Kapitän

Admira-Kapitän Richard Windbichler konnte die Polster-Ablöse nach nur vier Pflichtspielen bzw. 54 Tagen nicht nachvollziehen. „Der Trainerwechsel war nicht notwendig“, gab er nach dem Remis gegen Sturm zu Protokoll. „Wir haben heute bewiesen, dass wir nicht so schlecht sind, wie wir gemacht werden“, sagte der Ex-U21-Teamspieler mit Blick auf die vorangegangenen Ligaspiele.

Beim 0:2 im Auftaktspiel auswärts gegen Meister Austria habe man lange Zeit gut mitgehalten, erst im Finish die beiden Gegentreffer kassiert. Die anschließende 1:2-Heimniederlage gegen Innsbruck sei unglücklich zustande gekommen, und zuletzt beim 1:7-Debakel bei Aufsteiger Grödig habe man mit den beiden frühen Ausschlüssen der Innenverteidiger Pech gehabt, es sei einfach alles schief gelaufen.

Polster selbst hätte sich mehr Zeit gewünscht, wie er Ö3 sagte: „Es wäre schön, wenn ich ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte. Ich hätte ein bisschen mehr Zeit gebraucht, dann hätte ich die Admira schon gerettet.“

„Retten, was zu retten ist“

Diese Zeit bekam der Wiener bei der Admira nicht, auch wenn die Entscheidung für seine Absetzung allen Beteiligten nicht leicht gefallen sein soll. Nach dem 1:7 in Grödig habe es bereits am Montag und Dienstag lange Besprechungen und Analysen gegeben, immer mit Polster, der dann nach der dritten Gesprächsrunde am Freitag beurlaubt wurde.

„Die Situation war nicht einfach, aber nach einem 1:7 versucht man zu retten, was zu retten ist“, erläuterte Cermak. „Das Gefühl hat gesagt, probieren wir zu helfen, indem wir etwas ändern. Denn die Negativstimmung war vorprogrammiert, wenn man so geprügelt wird und so viele Ausfälle hat. Gott sei Dank ist es aufgegangen.“

Das Remis gegen Sturm war ein „erster Schritt aus der Verunsicherung heraus. Uns haben acht Leute gefehlt, darunter die gesamte Abwehr samt Tormann. Keiner hätte uns vor diesem Spiel einen Punkt zugetraut. Und wir sind 1.000 Tode gestorben nach fünf Minuten“. Die Mannschaft habe dann aber die alten Tugenden gezeigt, „sich den Arsch aufgerissen“ und am Ende etwas erreicht, auf dem man aufbauen könne.

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