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Portugiesen im Abschluss eiskalt

Das Europacup-Abenteuer des FC Pasching ist wie erwartet im Play-off der Europa League zu Ende gegangen. Der Cupsieger der vergangenen Saison musste sich am Donnerstag im Rückspiel auf der Linzer Gugl Estoril Praia mit 1:2 (0:1) geschlagen geben und schied nach dem 0:2 im Hinspiel in Portugal mit einem Gesamtscore von 1:4 aus.

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Luis Leal (21., 52.) erzielte die Treffer für die Gäste aus Portugal, Daniel Sobkova (57.) ersparte es Pasching, ohne Torerfolg aus dem Bewerb auszuscheiden. Estoril, vergangene Saison Fünfter der portugiesischen Liga, präsentierte sich gegen engagierte Paschinger zwar im Schongang, aber anders als die engagiert auftretenden Gastgeber als Meister der Effizienz. Die Hoffnung auf ein „Wunder von Linz“ währte nur rund 20 Minuten lang.

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Nur wenig Interesse

Ein Verlierer stand schon vor dem Anpfiff fest: der Kassier der Paschinger. Von den erhofften 4.000 Fans war man weit entfernt, nur rund 1.000 Fans glaubten an ein „Wunder von Linz“. Die sorgten dafür für gute Stimmung. Rund um den Hauptbahnhof waren auch einige Portugiesen anzutreffen, zum Glück hatten sie auch den Weg auf die Gugl gefunden. Während die Paschinger auf große Veränderungen zum Hinspiel verzichteten, einzig Ali Hademir ersetzte Philipp Schobesberger, war sich Estoril-Coach Concalo Pedro seiner Sache ziemlich sicher. Carlitos, im ersten Spiel auffälligster Akteur, saß nur auf der Bank.

Jubel von Estoril

ORF.at/Christian Öser

Dass Estoril den Aufstieg bejubeln konnte, kam nicht überraschend

Pasching beginnt motiviert

Estoril erwies sich mit dem 2:0-Vorsprung im Gepäck in der Anfangsphase als guter Gast und überließ den Paschingern die Initiative. Die Oberösterreicher versuchten auch munter nach vorne zu spielen. Und in der fünften Minute wäre fast ein Start nach Maß gelungen: Stefan Petrovic setzte sich nach einem weiten Pass gegen zwei Estoril-Verteidiger durch, sein Schuss ging aber knapp am langen rechten Eck vorbei. Vagner im Tor konnte durchatmen.

Spielszene aus der Partie Pasching - Estoril

ORF.at/Christian Öser

Die Paschinger verkauften sich so teuer wie möglich und spielten engagiert

Pasching spielte weiter munter nach vorne und hatte in der zwölften Minute die nächste Chance, früh in Führung zu gehen. Nach einem Eckball fehlten Davorin Kablar beim Kopfball nur ein paar Zentimeter Körpergröße. Der scharf angeschnittene Ball brachte zum Leidwesen der Fans nur die Frisur des Paschinger Kapitäns durcheinander. Estoril schien von den aus ihrer Sicht frechen Außenseitern überrascht. Die Portugiesen beschränkten sich darauf, auf einen schnellen Konter zu warten.

Vorentscheidung aus Freistoß

Mit dem ersten Torschuss von Estoril war der Paschinger Traum von einer Sensation aber endgültig dahin. Leal legte sich rund 30 Meter vor dem Tor nach einem Foul den Ball zu einem Freistoß zurecht, traf das Leder in der Folge punktgenau, und der Ball zischte flach ins Paschinger Tor. Die Mauer der Oberösterreicher ähnelte dabei eher einem Vorhang, Hans-Peter Berger war machtlos. Jetzt hieß es für den österreichischen Cupsieger, vier Tore zu schießen, selbst der größte Optimist wollte darauf aber kein Geld mehr setzen.

Immerhin gaben sich die Oberösterreicher nicht auf und wollten ihren Zuschauern doch noch einen unterhaltsamen Fußballabend für ihr Geld bieten. In der 28. Minute fehlten Marco Perchtold nach einer Freistoßflanke wieder nur ein paar Zentimeter, um den Ball mit dem Kopf zu erreichen. Die Gäste aus Estoril ließen sich jedoch von den Bemühungen der Paschinger nicht beeindrucken und taten nur das Nötigste. Zehn Minuten vor der Pause hätte Sobkova die Passivität der Portugiesen beinahe mit dem Ausgleich bestraft. Sein gut gezirkelter Freistoß von der rechten Strafraumecke wurde zur echten Prüfung für Vagner. Verdient wäre das 1:1 allemal gewesen.

Kablar-Patzer wird bestraft

Dass die Gastgeber gewillt waren, sich nicht ohne Tor aus der Europa League zu verabschieden, zeigten sie auch mit einer extrem kurzen Pause. Estoril hatte es weniger eilig, aus der Kabine zu kommen, und reizten die Pause bis zur letzten Sekunde aus. Auch die Paschinger Fans waren trotz der tristen Ausgangslage weiter motiviert. Am Spielverlauf änderte sich wenig. Pasching orientierte sich weiter nach vorne, am Sechzehner der sicher stehenden Portugiesen war aber meist Schluss mit lustig.

Die Portugiesen ließen es weiter ruhig angehen, schlugen aber eiskalt zu, wenn sich ihnen die Chance bot. In der 53. Minute zeigte abermals Leal, wie schnell international Fehler bestraft werden. Kablar vertändelte vor dem eigenen Strafraum den Ball, Leal schnappte sich das Leder, schaute kurz auf und schoss den Ball überlegt in die Maschen. Es war erst der zweite gefährliche Schuss auf das Paschinger Tor und auch der saß - ein Lehrbeispiel in Sachen Effizienz.

Sobkova mit Traumtor

Nur vier Minuten nach dem zweiten Treffer der Gäste durften dann endlich auch die Paschinger Fans jubeln. Und das nach einem Traumtor: Sobkova nahm sich nach einem Energieanfall aus rund 25 Metern ein Herz, und Vagner war gegen diesen Schuss machtlos. Der Anschlusstreffer weckte die Fans auf der Gugl wieder auf. Und auch die Gäste aus Portugal. Estoril schien in seiner Ehre gekränkt, von einem österreichischen Drittligisten ein Tor erhalten zu haben, und erhöhte das Tempo, diesmal jedoch ohne Folgen.

Kurz vor Schluss hatten Perchthold und Mössner noch den Ausgleich am Fuß. Ein Remis war den Paschingern aber nicht mehr vergönnt, am Ende war man jedenfalls um ein kurzes Europacup-Abenteuer und viele Erkenntnisse reicher.

Karl Huber, ORF.at aus Linz

UEFA Europa League, Play-off-Rückspiel

Donnerstag:

Pasching - Estoril 1:2 (0:1)

Stadion der Stadt Linz, 1.000, SR Thomson (SCO)

Torfolge:
0:1 Leal (21.)
0:2 Leal (52.)
1:2 Sobkova (57.)

Pasching: Berger - Kerschbaumer, Grasegger, Kablar, Prettenthaler - Perchtold - Petrovic (74./Schobesberger), Hamdemir, Krammer (59./Mössner), Sobkova (77./Pfennich) - Casanova

Estoril: Vagner - Fernandes, Tavares, Miguel, Mano - Gonsalves, Goncalo (46./Amado), Balboa - Seba, Leal (66./Bruno Lopes), Joao Pedro (69./Evandro)

Gelbe Karten: Kerschbaumer, Perchtold, Hamdemir, Prettenthaler, Pfennich bzw. Goncalo

Die Besten: Sobkova, Petrovi bzw. Leal, Gonsalves

Hinspiel 0:2 - Estoril steht mit dem Gesamtscore von 4:1 in der Europa-League-Gruppenphase.

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