Kampfansage an Ligety
Es war eine neue Erfahrung für Marcel Hirscher. Der Slalom-Weltmeister absolvierte in Chile erstmals ein einwöchiges Trainingslager mit der Speed-Gruppe des ÖSV und war danach begeistert. Von den Abfahrern konnte sich Hirscher auch manches für den Riesentorlauf abschauen. Denn heuer will der Salzburger die Vorherrschaft von Ted Ligety brechen. „Da ist noch viel zu tun“, sagte der 24-Jährige.
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Fünf Tage verbrachte Hirscher mit den Abfahrtsspezialisten, bevor er sich in Chile zwei Wochen auf das Techniktraining konzentrierte. Der laut Marktforschung „coolste Sportler Österreichs“ ist zufrieden, dass er das Speed-Training heuer in seine Sommervorbereitung eingebaut hat. „Da kann man sich was abschauen, was die Linie betrifft und wie man an die Sache herangeht“, sagte der Doppelweltmeister auch mit Blick auf seinen Kollegen Max Franz. „Der ist echt ein wilder Hund.“
Kein Talent fürs Gleiten
Eines steht für Hirscher nach fünf Trainingstagen in Portillo fest: „Ein Slalom-Fahrer wird nie so werden wie ein gelernter Abfahrer. Gleiten ist zum Beispiel nicht meine Fähigkeit“, erklärte der Annaberger. „Beim Geradeausfahren liegen Welten dazwischen.“ Daher werde er eine Abfahrt nur bestreiten, um persönliche Erfahrungen zu sammeln. Im Super-G sieht die Sache schon anders aus. „Da kann ich im guten Mittelfeld mitfahren“, sagte Hirscher.

GEPA/Mario Kneisl
Hirscher fühlt sich für die kommende Saison gerüstet
Gleich anschließend an Portillo übte Hirscher in Ushuaia (Argentinien) Riesentorlauf und Slalom. „Wir hatten elf super Skitage bei unterschiedlichsten Bedingungen, und ich habe viele Erkenntnisse gewonnen.“ Eine davon: „Ich muss im Riesentorlauf schneller werden. Ein Mann dominiert, und ich muss den Rückstand minimieren, um Ted (Ligety, Anm.) ein ernsthafter Gegner zu sein. Er wird auch nicht geschlafen haben“, sagte der Gewinner von bisher 18 Weltcup-Rennen. Im Slalom sei es dagegen für ihn nicht so schwierig gewesen, wieder auf Touren zu kommen.
Sotschi-Rennen wie jedes andere
Gelingt es Hirscher, die Lücke zum dreifachen Weltmeister von Schladming im Riesentorlauf zu schließen, wird auch die angestrebte Titelverteidigung im Gesamtweltcup einfacher. Und der Salzburger erhöht seine Chancen, Ligety im Februar den Rang als potenziellen Superstar der olympischen Spiele in Sotschi streitig zu machen. Bei der WM in Schladming holte sich der Amerikaner Gold im Riesentorlauf, Super-G und in der Kombination.
Grundsätzlich betrachte er die Rennen im Hinterland der russischen Schwarzmeer-Küste aber gleich wie alle anderen, betonte der Salzburger. Es gelte da wie dort schnell zu sein. In der Vorbereitung legt er freilich sein Augenmerk auf die Eigenheiten der Riesentorlauf-Strecke und dabei besonders auf die Flachstücke. „Das muss man speziell trainieren, um dort keine Zeit zu verlieren“, sagte Hirscher.
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