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Kampf gegen „dickes Scheckheft“ verloren

Die USA haben „die Mutter aller Comebacks“ gefeiert, die unterlegenen Neuseeländer nach dem Drama im America’s Cup mit den Tränen gekämpft. „Es ist zu diesem Zeitpunkt schwer zu sagen, ob das Team überleben wird“, kommentierte „The New Zealand Herald“ die 8:9-Niederlage der Herausforderer in San Francisco.

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Emirates Team New Zealand hatte in der 34. Auflage des Segelklassikers, wie es schien, uneinholbar mit 8:1 geführt und stand am Ende mit leeren Händen da. „Der Cup ist anders ausgegangen, als viele Menschen und ich es erhofft hatten, aber dann doch so, wie man es erwarten musste“, sagte der zweifache America’s-Cup-Sieger und dreifache Olympiasieger Jochen Schümann aus Deutschland nach der dramatischen Entscheidung.

Zwei Mädchen weinen nach der Niederlage des Emirates Team New Zealand

AP/NZ Herald, Greg Bowker

Die Fans von Team New Zealand waren bitter enttäuscht

Während die Neuseeländer, America’s-Cup-Gewinner 1995 und 2000, mit etwa 60 Millionen Euro auskommen mussten, von denen rund 20 Millionen Euro die neuseeländische Regierung aufbrachte, standen dem Oracle Team USA von Milliardär Larry Ellison rund 150 Millionen Euro zur Verfügung.

„Jahre für diese Kampagne gearbeitet“

„Es tut mir so leid für das Team. Sie haben nicht nur Wochen, nicht nur Monate, sondern Jahre für diese Kampagne gearbeitet“, sagte der neuseeländische Premierminister John Key. „Das Oracle-Syndikat hatte eine enorme Menge Geld hinter sich, und wir sind ein kleines Land von sehr weit her. Wir sind wohl sehr gut im Segeln, mussten aber gegen ein dickes Scheckheft antreten.“

Fast die Hälfte der 4,4 Millionen Landsleute in der Heimat hatte die Rennen am Bildschirm verfolgt. Sie mussten mitansehen, wie die Gastgeber mit den neuen, 80 Kilometern pro Stunde schnellen Hightech-Katamaranen mit Flugzeugflügeln zunehmend besser zurechtkamen.

Betrübter Grant Dalton, Teamchef des Emirates Team New Zealand

APA/EPA/Monica M. Davey

New-Zealand-Teamchef Grant Dalton ist von der Niederlage gezeichnet

Unter den elf teuren Spitzenseglern an Bord der Oracle war lediglich ein US-Amerikaner. Dass beide Katamarane in Neuseeland gebaut wurden und mit Russell Coutts der berühmteste neuseeländische Segler zum Team der Amerikaner gehörte, tröstet im kleinen Pazifik-Staat kaum jemanden. Teamchef Grant Dalton hat seinen Rückzug angekündigt, und ein Nachfolger für den kämpferischen Boss ist nicht in Sicht.

Der Cup soll billiger werden

Der Titelverteidiger ließ als Ausrichter der 35. Cupauflage Austragungsort, Bootsklasse und Format vorerst noch offen. Aber er kündigte eine Reduzierung der Kosten an. „Dieser America’s Cup hat den Segelsport für immer verändert. Es war die schönste Regatta, die ich jemals auf dem Wasser gesehen habe. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass er teuer war. Wir wollen das ändern, denn der America’s Cup braucht wieder mehr Nationen“, sagte Ellison.

Während in Neuseeland Katzenjammer angesagt war, jubelten die US-Medien: „Oracle geht in die Geschichte ein“, titelte die „New York Times“, und im „San Francisco Chronicle“ stand geschrieben: „Das Wunder-Comeback. Kein Orakel konnte es voraussehen. Es war vermutlich das spannendste Spektakel in der Geschichte des Cups.“

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