Erfolg auch „Made in Austria“
Neben dem vierten Titel für Sebastian Vettel hat Red Bull am Sonntag in Indien auch den vierten Titel in Folge in der Konstrukteurs-WM eingefahren. Die prestigeträchtige Trophäe wandert ins Hauptquartier des Rennstalls nach Milton Keynes in England. In Red Bull Racing steckt neben dem Geld von Eigentümer Dietrich Mateschitz aber noch eine Menge Österreich.
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Die Bundeshymne gehört in der Formel 1 längst dazu. Sie wird nach jedem Grand Prix für das siegreiche Team gespielt. 43-mal war das bisher bei Vettel der Fall. Nur bei seinem ersten Sieg für Red Bull - den ersten überhaupt hatte er im Schwesterteam Toro Rosso gefeiert - 2009 in China war den Veranstaltern ein Fauxpas unterlaufen und das englische „God Save the Queen“ erklungen. Bis nach Schanghai hatte es sich damals noch nicht herumgesprochen, dass Red Bull mit österreichischer Lizenz antritt.
Eine Hymne geht um die Welt
Das Team ist zwar eine eingetragene Firma britischen Rechts, versteht sich aber auch als rot-weiß-rote Equipe. „In keiner anderen Sportart wird die Bundeshymne vor einem größeren Publikum gespielt“, erinnerte Motorsportchef Helmut Marko nicht ohne Stolz. „Außerdem wird sie im Gegensatz zu Fußball oder anderen Mannschaftssportarten mit Erfolg in Verbindung gebracht.“ Und das fast jedes zweite Wochenende.

AP/Aijaz Rahi
Der vierte Titel wurde im Kollektiv bejubelt
In Milton Keynes im Herzen Englands sind knapp 550 Mitarbeiter beschäftigt. Auch der Großteil des Personals - von der Entwicklungsabteilung über Ingenieure bis hin zu den Mechanikern - kommt von der Insel. Zwei Österreicher sind im Marketing tätig, bei Europa-Rennen 30 weitere im Gastronomie- und im Sicherheitsbereich. Bei Übersee-Grands-Prix reduziert sich dieses Team auf 17.
Starker Einfluss in der Führungsebene
Mit Mateschitz und Marko kommen allerdings zwei von drei Direktoren des Rennstalls aus der Steiermark. Der dritte im Bunde ist der Engländer Christian Horner, dem als Teamchef die operative Leitung obliegt. Horner telefoniert täglich mit Marko, bei dem als Motorsportchef von Red Bull die Fäden zusammenlaufen. Der 70-jährige Ex-Rennfahrer leitet auch das Nachwuchsprogramm, dem unter anderem Vierfachweltmeister Vettel entstammt.
Im Herbst 2004 hatte Mateschitz den Jaguar-Rennstall übernommen. Die ersten Jahre verliefen schleppend. Seit Vettel 2009 zum Team gestoßen ist, ist es aber explodiert. Partys stehen bei Red Bull schon lange nicht mehr an erster Stelle, obwohl sich der Getränkekonzern aus Marketinggründen in der Formel 1 befindet. Stattdessen rechtfertigen nun schon seit längerer Zeit Titelgewinne die jährlichen Investitionen von fast 200 Millionen Euro.
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