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Kuljic droht U-Haft

Im mutmaßlichen Erpressungsfall um Grödig-Profi Dominique Taboga hat das mutmaßliche Opfer Taboga am Dienstag seine Aussage relativiert. Der 31-Jährige habe bisher insgesamt nicht über 70.000 Euro ausgehändigt, sondern „etwas unter 30.000 Euro“, verlautete die Staatsanwaltschaft Salzburg. Ex-Teamspieler Sanel Kuljic sprach indes nicht von Erpressung, sondern von Geld, das ihm Taboga schuldete.

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Taboga habe in seiner zweiten Vernehmung ein bisschen zurückgerudert, erklärte Marcus Neher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, am Mittwoch. Der von dem Bundesliga-Spieler genannte Erpressungsbetrag liegt nun weit unter der bisher angegebenen Summe. Am Dienstag war noch von „über 70.000 Euro“ gesprochen worden. Laut „Kronen Zeitung“ hätte nach einer bereits bezahlten Summe in der Höhe von 87.000 Euro an die Erpresser die Übergabe von weiteren 3.000 Euro am Dienstag über die Bühne gehen sollen.

Dominique Taboga (damals Kapfenberg) gegen Sanel Kuljic (damals Magna)

GEPA/Markus Oberlaender

2009 standen einander Taboga und Kuljic im ÖFB-Cup als Gegner gegenüber

Überstellung in die Justizanstalt Salzburg

Eine von insgesamt drei Personen, die gestern in Anif bei Salzburg festgenommen wurden, ist mittlerweile wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Es soll sich dabei um Zelinhan S. handeln. Die zwei anderen, Ex-Teamspieler Sanel Kuljic sowie Sulim D., befinden sich noch in Polizeigewahrsam. Für diese beiden Personen sei nun eine Überstellung in die Justizanstalt Salzburg angeordnet worden, erklärte Neher.

Sobald die Festgenommenen in der Justizanstalt eingetroffen sind, stellt die Staatsanwaltschaft im Regelfall bei Gericht einen Antrag auf Untersuchungshaft. Sanel Kuljic und Sulim D. haben sich zum Vorwurf der Erpressung bisher offenbar nicht geständig gezeigt.

Kuljic wollte Schulden zurück

Die Beschuldigten-Vernehmungen bei der Polizei sind vorerst abgeschlossen. Kuljic soll sich vor der Polizei offenbar damit gerechtfertigt haben, dass ihm Taboga noch Geld schulde. Die beiden Profis hatten im Frühjahr 2012 zusammen ein halbes Jahr in der höchsten Spielklasse für Kapfenberg gespielt.

Die Schulden seien auch Kuljic’ Erklärung für die Geldübergabe am Dienstag auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in Anif gewesen, sagte Neher. Die Übergabe war geplatzt: Taboga war am Montag zur Polizei gegangen und hatte eine Anzeige eingebracht. Die Eliteeinheit Cobra nahm die zwei mutmaßlichen Erpresser fest.

Taboga „schwere Folgen“ angedroht

Taboga gab vor Polizisten an, er habe sich geweigert, ein Spiel zu manipulieren und habe wegen des entgangenen Gewinns unter Androhung von Gewalt gegen sich und seine Familie das Geld seinen Erpressern übergeben. „Andernfalls hätte das ‚schwere Folgen‘ für ihn und seine Familie. Und seine Karriere würde ein ‚jähes Ende‘ finden“, zitierte die „Kronen Zeitung“ aus einem internen Polizeibericht.

Laut „Krone“ soll Taboga zudem gezwungen worden sein, auf Video eine zurückliegende Spielmanipulation zu gestehen. Ob er weiterhin von den Ermittlern als Opfer angesehen wird oder ob er in dem Strafverfahren doch noch als Beschuldigter geführt wird, war vorerst nicht bekannt.

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