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Teamchef Horner stolz auf Crew

Sebastian Vettel ist bei Red Bull nicht der Einzige, der zu Rekorden fähig ist. Beim Grand Prix der USA fertigten die Mechaniker des Weltmeisterteams am Sonntag den RB9 von Mark Webber beim Boxenstopp in sensationellen 1,923 Sekunden ab. „Damit haben sie unseren bisherigen Rekord von 2,05 Sekunden beim Malaysia-Grand-Prix gebrochen“, sagte Teamchef Christian Horner stolz.

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Die Jagd nach der Bestzeit in der Box hatte mit der Saison 2009, als das Nachtankverbot wieder eingeführt wurde, begonnen. 2013 erreichte der Kampf um Zehntelsekunden beim Reifenwechsel einen Höhepunkt. Das Durchbrechen der Schallmauer von zwei Sekunden hatte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh gegenüber Motorsport-total.com bereits Ende April angekündigt, für seinen Rennstall aber nicht als erstrebenswert angesehen.

„Es ist zu gefährlich, zu viel Fokus darauf zu legen. Die Stopps sind nun kurz genug, dass das übrig gebliebene Zehntel zwischen den Stopps nicht maßgeblich ist“, wurde Whitmarsch auf Motorsport-total.com zitiert. Um einen zweisekündigen Stopp zu schaffen, sei der Druck auf die Boxencrew und die Gefahr von Fehlern zu groß. Der McLaren-Teamchef habe seinen Mechaniker daher aufgetragen, es etwas langsamer anzugehen, „wenn sie sicherstellen, dass alles todsicher funktioniert“ - wobei „langsam“ immer noch unter drei Sekunden bedeutet.

Hightech-Werkzeug und automatisierte Abläufe

Dass solche vor einigen Jahren noch unglaubliche Zeiten überhaupt erzielt werden können, verdanken die Topteams unter anderem dem Hightech-Werkzeug. Red Bull, Mercedes, Ferrari und McLaren arbeiten laut dem Fachmagazin „auto, motor und sport“ mit Eigenkonstruktionen. Allein ein Schlagschrauber kostet 7.000 Euro, ein schwenkbarer Wagenheber aus Karbon habe den Wert eines Kleinwagens. Die heurigen Fabelzeiten werden aber nicht nur durch bessere Werkzeuge, sondern auch durch automatisierte Abläufe erreicht.

Bei Red Bull geht das Ablassen des Autos nach erfolgter Montage der Reifen laut „auto, motor und sport“ automatisch. „Schalten die vier Mechaniker an den Schlagschraubern auf Grün, fällt das Auto von den Wagenhebern, ohne dass der zuständige Mann den Vorgang stoppen kann“, schrieb das Magazin Anfang August. Einen Abbruch der Prozedur können nur der Kontrolleur des Boxenstopps und der Mann, der den Verkehr in der Boxengasse beobachtet, veranlassen.

„Trainingsstopp in 1,6 Sekunden“

Ein Ende der Fahnenstange ist nach dem ersten Boxenstopp unter zwei Sekunden noch nicht in Sicht, denn Mercedes-Teammanager Ron Meadows meint, dass es noch schneller geht. „Wir haben am Nürburgring einen Trainingsstopp in 1,6 Sekunden geschafft. Aber da fehlt natürlich die Anspannung wie beim Rennen“, wurde Meadows in „auto, motor und sport“ zitiert. Auf dem Nürburgring hatte sich Anfang Juli auch gezeigt, dass ein Boxenstopp schon einmal danebengehen kann.

Ein Reifen von Red-Bull-Fahrer Mark Webber fliegt davon

Reuters

Der Boxenstopp von Webber auf dem Nürburgring missglückte

Unmittelbar nach dem ersten Stopp des Australiers Webber löste sich das noch nicht ordnungsgemäß fixierte rechte Hinterrad vom Red-Bull-Boliden. Ein Kameramann wurde von hinten davon getroffen und zu Boden geschleudert. Der Brite zog sich dabei einen Schlüsselbeinbruch, zwei gebrochene Rippen sowie Prellungen und Schnittwunden zu. „Wenn du so etwas siehst, hast du ein schreckliches Gefühl, weil du dir um den Menschen Sorgen machst“, sagte Red-Bull-Teamchef Horner damals.

Tempolimit in Boxengasse gesenkt

Sein Rennstall wurde für die Nachlässigkeit zu einer Strafe von 30.000 Euro verurteilt, der Automobilweltverband (FIA) verschärfte als Konsequenz die Richtlinien. Kamerateams dürfen seither nur noch von der Boxenmauer filmen, alle Teammitglieder, die am Auto arbeiten, müssen Helme tragen, und das Tempolimit in der Boxengasse wurde von 100 auf 80 km/h gesenkt. In Melbourne, Monaco und Singapur blieb es wegen der beengten Verhältnisse bei 60 km/h.

Vor dem Grand Prix von Ungarn Ende Juli wurde zudem diskutiert, ob aus Sicherheitsgründen eine Mindestzeit für Boxenstopps eingeführt werden soll. Weltmeister Vettel sprach sich laut der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“ dagegen aus. „Ich sehe es kritisch, die Boxenstoppzeit vorzuschreiben. Die Stopps wurden eingeführt, damit etwas passiert, und sie gehören zur Faszination des Sports“, sagte der Deutsche damals.

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