Verwirrung perfekt
Die von Anfang an umstrittene Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar hat offenbar immer absurdere Folgen. In den schier endlosen Diskussionen über eine mögliche Verlegung des Turniers von den Sommer- in die Wintermonate überschlugen sich am 8. Jänner die Ereignisse. Die erste offizielle Bestätigung von FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke, dass die WM nicht im Sommer stattfinde, wurde dementiert.
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FIFA-Vizepräsident Jim Boyce zeigte sich kurze Zeit später „schockiert“ über die Äußerungen von Valcke. Die Entscheidung über den Termin der WM im Wüstenstaat fälle das Exekutivkomitee des Fußballweltverbandes, sagte Boyce am Mittwoch dem TV-Sender Sky Sport. „Stand jetzt bleibt das Turnier im Sommer“, betonte Boyce.

AP/Thanassis Stavrakis
Jim Boyce ist „not amused“
Flucht vor der Hitze
Eine Entscheidung über den Termin falle nicht vor Ende 2014/Anfang 2015. Valcke hatte zuvor dem französischen Radiosender France Info gesagt, dass die WM nicht im Sommer 2022 stattfinden und stattdessen „zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Jänner“ ausgetragen werde. Ob das in der Saison 2021/22 oder 2022/23 geschehen soll, ließ der Franzose offen.
„Das wird nicht Juni/Juli sein. Offen gesagt, ich denke, es wird zwischen 15. November und spätestens 15. Jänner gespielt werden“, war der Wortlaut des Valcke-Interviews. „Wenn sie zwischen 15. November und Ende Dezember spielen, dann ist das der Zeitraum, in dem die Wetterverhältnisse am besten sind. Da spielen sie mit Temperaturen, die denen eines wärmeren Frühlings in Europa entsprechen. Sie spielen mit einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad. Das ist perfekt.“
Entscheidung erst nach Brasilien-WM
„Der Beratungsprozess wird nicht überstürzt und bekommt die notwendige Zeit, alle relevanten Elemente in Betracht zu ziehen“, teilte die FIFA dann in einer schriftlichen Erklärung mit. Der genaue Zeitpunkt werde wie geplant erst nach der Weltmeisterschaft diesen Sommer in Brasilien getroffen. Anfang Oktober hatte die FIFA eine Taskforce gegründet, die bis Ende 2014/Anfang 2015 den geeigneten Termin finden und bei ihrem Entscheidungsprozess die Meinung von Spielern, Vereinen, Ligen, Verbänden, Sponsoren und Medien einbeziehen soll.
FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte sich aus Respekt vor „der olympischen Organisation“ für einen Termin Ende 2022 ausgesprochen, der nicht mit den Winterspielen kollidiert.
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