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Zum Glück keine Querschnittlähmung

Aus dem UKH Salzburg hat es am späten Freitagabend gute Nachrichten von Thomas Morgenstern gegeben. Der Zustand des Kärntners, der bei seinem Trainingssturz beim Skifliegen auf dem Kulm schwere Kopfverletzungen und eine Lungenquetschung erlitten hat, ist laut einem Bericht in der ZIB2 weiter stabil. Lebensgefahr besteht demnach vorerst weiter keine.

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Laut aktueller Auskunft der behandelnden Ärzte ist der Kärntner bei vollem Bewusstsein und antwortet auf Fragen der Mediziner zielgerichtet. Die Lungenquetschung sollte demnach kein großes Problem sein. Allerdings habe der 27-Jährige auch großes Glück im Unglück gehabt, dass er bei dem Aufprall mit dieser hohen Geschwindigkeit keine schweren Rücken- oder Wirbelverletzungen davongetragen habe. In ähnlichen Fällen seien auch schon Querschnittlähmungen vorgekommen.

Unberechenbares Verletzungsbild

Die Unberechenbarkeit solcher Verletzungsbilder ist aber weiter ein Problem, weshalb die Ärzte keine Prognosen abgeben wollen. In den nächsten 72 Stunden ist Vorsicht geboten, denn in diesem Zeitraum kann sich der Zustand innerhalb kürzester Zeit dramatisch verändern. Sollte das der Fall sein, kann es auch zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. „Das Risiko bei einer Kopfverletzung ist, dass sich der Zustand verschlechtern kann, da immer die Gefahr von Einblutungen besteht“, erklärte Wolfgang Voelckel, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin am UKH Salzburg.

Morgenstern wird daher weiter auf der Intensivstation beobachtet. Sollte es zu einer Krise kommen, muss diese schnell erkannt werden, um dann die richtigen Schritte setzen zu können. „Er befindet sich aber durchaus in kritischem Zustand und muss ständig überwacht werden“, sagte der behandelnde Arzt Josef Obrist, Primar am UKH Salzburg.

Reaktion von Cheftrainer Alexander Poitner, Trainer Ernst Wimmer und Co-Trainer Alexander Diess beim Sturz von Thomas Morgenstern

APA/EXPA/Jürgen Feichter

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner (l.) unmittelbar nach dem tragischen Sturz

Betroffenheit im Springerzirkus

Von den Teamkollegen gab es die besten Wünsche ins Krankenhaus. „Es ist bitter und tragisch, was heute passiert ist. Ich kann nur hoffen, dass bald gute Nachrichten aus Salzburg kommen, und bin in Gedanken bei Thomas und seiner Familie“, so etwa Gregor Schlierenzauer. Auch bei der Konkurrenz lösten der Sturz und die Folgen Betroffenheit aus. „Das ist natürlich fatal. Er ist ein großartiger Sportler. Ich wünsche ihm, dass er schnell auf die Beine kommt“, sagte der österreichische Trainer des DSV-Teams, Werner Schuster.

Skienden haben sich berührt

Einen Grund für den Unfall dürfte es ebenfalls bereits geben. Laut einer teaminternen Analyse haben sich kurz nach dem Absprung die Skienden berührt. „Gerade in diesem Moment hat Thomas attackiert, ist aus dem System gekommen, und der Ski ist abgeschmiert“, erklärte der Sportliche Leiter Ernst Vettori. Eine erste Besprechung mit den Teamkollegen hat es bereits gegeben. „Es ist jetzt für alle eine schwere Zeit“, so Vettori.

Morgenstern hatte sich im zweiten Trainingsdurchgang in der Luft verdreht und war mit Rücken und Kopf auf dem Boden aufgeschlagen. Morgenstern war zunächst bewusstlos, danach aber wieder ansprechbar und nach der Erstversorgung zu weiteren Untersuchungen ins Unfallkrankenhaus gebracht worden.

ÖSV-Teamkollegen schockiert

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner war nach dem Sturz seines Schützlings betroffen. „Es tut verdammt weh, weil wir zu den Athleten eine sehr enge Beziehung haben. Aber wenn es beim Skifliegen kracht, dann kracht es ordentlich. Da sind wir als Betreuer genauso machtlos wie der Sportler selbst. Es wirken Kräfte, die man nicht mehr regulieren kann“, sagte Pointner. „Jetzt können wir für Thomas nur mehr das Beste hoffen.“

Morgensterns ÖSV-Teamkollegen waren nicht weniger schockiert. „Wenn ein Freund von dir bewusstlos im Auslauf liegt, kann man nicht ruhig bleiben“, meinte Martin Koch, der sich danach als 18. der Quali für den Bewerb am Samstag qualifizierte. Und Überflieger Schlierenzauer, der im Training direkt nach Morgenstern über den Bakken musste, sagte: „Gott sei Dank habe ich den schweren Sturz nicht gesehen.“

Pech in der Olympiasaison

Morgensterns Sportkarriere verläuft im Olympiawinter wie auf einer Achterbahn. Am 14. Dezember feierte er in Titisee-Neustadt seinen ersten Sieg seit fast zwei Jahren, tags darauf stürzte er nach dem Aufsprung schwer. Von den Blessuren - schweren Prellungen und Blutergüssen sowie einem Fingerbruch - erholte er sich dann rasch und schaffte ein erfolgreiches Comeback bei der Vierschanzentournee.

Nach seinem zweiten Gesamtrang kam Morgenstern mit großen Erwartungen zum Kulm, wo er 2006 WM-Dritter geworden war. „Ich bin selten in meiner Karriere mit so gutem Selbstvertrauen zum Skifliegen gekommen wie jetzt“, hatte der Kärntner noch am Donnerstagabend im Teamhotel in Tauplitz versichert. Im ersten Trainingsdurchgang erreichte er mit 196,5 Metern die zweitgrößte Weite, doch beim zweiten Versuch passierte das Unglück.

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