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Brisantes Duell Seahawks - 49ers

Es ist zwar nicht die älteste, aber mittlerweile die intensivste Rivalität der National Football League (NFL). Wenn am Sonntag die Seattle Seahawks die San Francisco 49ers im Kampf um einen Platz in der Super Bowl XLVIII am 2. Februar in New Jersey empfangen, ist „Hassduell“ ein Hilfsausdruck. Nicht nur die Fans, sondern auch die Trainer und Spieler der beiden Teams sind einander nicht wohlgesonnen.

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„Es wird intensiv und es wird körperbetont“, versprach Seattles Starverteidiger Richard Sherman vor dem Duell mit den 49ers, „die beiden Teams können einander nicht ausstehen, man wird keine Liebe finden. Ich weiß nicht einmal, ob es danach einen Handshake geben wird.“ Es ist das dritte Duell der Saison der beiden Teams. Kein Wunder, spielen Seahawks und 49ers doch in derselben Division.

Skurrile Fanaktionen

Und obwohl die beiden Mannschaften erst seit 2002 in der NFC West mindestens zweimal jährlich aufeinandertreffen - die Seahawks spielten zwischen 1977 und 2002 in der American Football Conference (AFC) - herrscht zwischen den beiden rund 1.100 km Luftlinie voneinander entfernten Teams von der Pazifikküste die oft zitierte Brutalität wie zwischen Simmering und Kapfenberg. Schuld war unter anderem die sportliche Dominanz der Seahawks in der Division in den „Nuller“-Jahren, als man von 2004 bis 2008 immer den Divisionstitel holte und die stolzen 49ers im sportlichen Niemandsland dahingrundelten.

CenturyLink Field

APA/AP/John Froschauer

Das CenturyLink Field bietet am Sonntag die Bühne für das brisante Duell

So richtig heiß wurde die Rivalität allerdings erst, als bei Seattle 2010 Pete Carroll und ein Jahr später Jim Harbaugh bei den 49ers das Trainerruder übernahmen. Die beiden Coaches nahmen ihre gegenseitige Abneigung aus Collegezeiten - Carroll war Trainer bei der University of Southern California, Harbaugh bei Stanford - in die NFL mit. Und impften diese Einstellung auch ihren Spielern ein, die die Rivalität teilweise mit kindischen Aktionen über „Twitter“ auslebten. So bezeichnete 49er Anthony Dixon Seattle als „She-Hawks“, Seattles K. J. Wright konterte mit „Forty-Whiners“ - frei übersetzt: Jammerer.

Für die Fans beider Seiten ist die Rivalität ein gefundenes Fressen. So wie sich die Spieler in Sachen Einsatz auf dem Feld überbieten, überbieten sich die Anhänger mit Psychospielchen. So hissten Seattle-Spaßvögel ein Seahawks-Banner auf dem Fahnenmast des Candlestick Parks von San Francisco. 49ers-Fans revanchierten sich mit großen Plakaten ihres Teams in Seattle.

„Ein Schwergewichtskampf“

Doch abseits dieser Aktionen ist das bevorstehende Duell das beste, das die NFC zu bieten hat. Die Seahawks bauen dabei auf ihren gewaltigen Heimvorteil und die lauteste Anhängerschaft der NFL. In den vergangenen zwei Saisonen verloren die Seahawks in 16 Heimspielen nur ein einziges Mal. Die 49ers kamen heuer hingegen besonders auswärts auf Touren. Mit einer Bilanz von acht Siegen und zwei Niederlagen, Play-off-Siege in Green Bay und zuletzt Carolina eingeschlossen, ist San Francisco das auswärtsstärkste Team der Liga.

San-Francisco-49ers-Quarterback Colin Kaepernick unterhält sich mit dem Seattle-Seahawks-Quarterback Russell Wilson

Reuters/USA Today Sports/Kyle Terada

Kaepernick (l.) und Wilson werden erneut im Mittelpunkt stehen

Mit Russell Wilson und Colin Kaepernick verfügen Seattle bzw. San Francisco über zwei Shootingstars auf der Quarterback-Position. Die Runningbacks Marshawn Lynch (Seattle) und Frank Gore (San Francisco) sorgen zudem für Durchschlagskraft im Laufspiel. Über allem stehen jedoch die Verteidigungsreihen, die in der NFL-Statistik ganz vorne zu finden sind. „Das ist ein Schwergewichtskampf“, sagte 49ers-Verteidiger Patrick Willis, „wir verpassen uns nicht nur leichte Schläge, die man kaum spürt. Wir wollen uns gegenseitig ausknocken.“

Der K.-o.-Schlag gelang heuer beiden Teams je einmal und zwar zu Hause. Überzeugender agierten dabei jedoch die Seahawks, die in Woche zwei die 49ers mit 29:3 klar in die Schranken wiesen. San Francisco gewann vor rund einem Monat hingegen nur knapp mit 19:17. Auch wenn die Seahawks daher als leichter Favorit in die Partie gehen, erwarten alle Experten eine enge und hart umkämpfte Partie. Oder wie es 49ers-Coach Harbaugh nach dem knappen Heimsieg formulierte: „Es ist, als ob man dreieinhalb Stunden beim Zahnarzt eine Wurzelbehandlung bekommt. Diese Spiele sind nur für die Harten.“

Karl Huber, ORF.at

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