Sotschi klar im Visier
Nach Thomas Morgensterns schwerem Sturz beim Skifliegen auf dem Kulm mussten Österreichs Sportfans noch um dessen Leben bangen. Zwei Wochen später plant der 27-jährige Kärntner bereits wieder seinen nächsten Start. Und der soll am 9. Februar bei Olympia erfolgen. „Wenn alles in die richtige Richtung geht, werde ich in Sotschi am Start sein“, sagte Morgenstern am Donnerstag in Klagenfurt.
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Am 10. Jänner war der Olympiasieger von 2006 im Training für das Skifliegen in Bad Mitterndorf schwer gestürzt und musste mit einem Schädel-Hirn-Trauma in das Unfallkrankenhaus Salzburg eingeliefert werden. Am Donnerstag waren Morgenstern die bei dem Horrorsturz erlittenen Verletzungen fast nicht mehr anzusehen. „Mir geht es den Umständen entsprechend extrem gut. Es ist beeindruckend, wie sich mein Körper, etwa die Abschürfungen im Gesicht, in der kurzen Zeit wieder regeneriert haben. Das stimmt mich extrem positiv“, sagte Morgenstern, der auch allen Helfern dankte.
„Will Karriere nicht mit Sturz beenden“
Von der medizinischen Abteilung der Klagenfurter Privatklinik Maria Hilf wurde Morgenstern auch bereits in die Hände seines Betreuers Heinz Kuttin entlassen, wo umgehend mit leichtem Training begonnen wurde. „Mir geht es von Tag zu Tag besser. Ich freue mich über die kleinen Fortschritte“, sagte Morgenstern auf seiner ersten Pressekonferenz nach dem Sturz. „Ich bin auf dem richtigen Weg, aber ich weiß, dass die kommenden Wochen steil und steinig werden.“

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Morgenstern hat den Schatten des schweren Sturzes abgeschüttelt
Der Blick des Athleten ist bereits wieder nach vorne gerichtet. Zumindest nach vorne auf den 9. Februar. Dann steigt mit dem Springen auf der Normalschanze der erste olympische Bewerb in Sotschi. Und dort will Morgenstern unbedingt am Start sein. „Zu den olympischen Spielen möchte ich fit sein, weil es etwas Besonderes für mich ist. Es geht nicht nur um Gold, Silber und Bronze“, sagte der 27-Jährige, der zu keinem Moment ans Aufhören dachte: „Ich will meine Karriere nicht mit einem Sturz beenden.“
Montag Tag der Entscheidung
Das angepeilte Comeback bei Olympia macht auch das Versprechen von Cheftrainer Alexander Pointner, einen Platz für Morgenstern im Olympiateam freizuhalten, möglich. Ein Versprechen, das Sportdirektor Ernst Vettori am Donnerstag bekräftigte. „Es gibt klare Qualirichtlinien. Das ist bei Thomas kein Thema. Es liegt an ihm, er ist derjenige der uns vorgibt, wie wir dem Österreichischen Olympischen Komitee unseren Nominierungsvorschlag abgeben“, sagte Vettori. Am Montag, dem 27. Jänner, wird das österreichische Olympiakontingent offiziell vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) präsentiert.

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Vor zwei Wochen war ein Olympiastart von Morgenstern noch weit weg
„Es war schön, von Alex Pointner die Sicherheit zu bekommen, dass, wenn das Wunder passiert, ich meinen Startplatz bekomme“, bedankte sich Morgenstern bei seinem Trainer. „Am Montag ist der Nennungsschluss, da hoffe ich, dass ich auf der Liste vom Skiverband stehe. Ich werde in die Richtung weiter hinarbeiten“, sagte Morgenstern. „Bis zum 9. Februar sind noch über zwei Wochen Zeit. Es wird vor den Spielen noch der Schritt zurück auf die Schanze kommen.“
Untersuchungen unauffällig
Und dieser Schritt soll noch vor dem offiziellen Abflug des österreichischen Teams am 4. Februar erfolgen. Aus Sicht der Mediziner in Klagenfurt spricht nichts dagegen, dass Morgenstern am 4. Februar im Flugzeug Richtung Sotschi sitzt. „Nur der Wille von Thomas könnte dagegen sprechen. Medizinisch gibt es keine Einschränkungen für sportliche Aktivität“, sagte Georg Lajtai, der ärztliche Leiter von Maria Hilf.
„Wir haben zwei MRT und zwei Schädeluntersuchungen gemacht. Diese sind genauso unauffällig wie im Sommer des Vorjahres. Auch das EEG hat keinen Hinweis für eine direkte Verletzungsfolge gezeigt“, sagte Lajtai. Morgenstern hat den Sturz vom 10. Jänner auch psychologisch aufgearbeitet und ihn sich auch angesehen. „Einmal, das hat mir gereicht“, sagte Morgenstern, der den Zwischenfall mit Cheftrainer Pointner analysiert hat.
Zwei schwere Stürze
Morgenstern hatte sich am 10. Jänner beim Training für das Skifliegen auf dem Kulm ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenquetschung zugezogen. Der Kärntner musste im Unfallkrankenhaus Salzburg mehrere Tage auf der Intensivstation verbringen. Am 16. Jänner konnte der 27-Jährige das Krankenhaus wieder verlassen und absolviert seither in der Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt ein Rehabilitationsprogramm.
Der schwere Sturz beim Skifliegen war schon sein zweiter in dieser Saison. Mitte Dezember kam er in Titisee-Neustadt nach der Landung zu Fall und zog sich dabei schwere Prellungen am ganzen Körper und einen Fingerbruch zu. Morgenstern zeigte sich aber bereits wieder zum Jahreswechsel in starker Form und wurde Gesamtzweiter der Vierschanzentournee, bevor er sich wenige Tage später neuerlich verletzten sollte.
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