Überraschender Transfer
Der Österreicher-Anteil in der deutschen Bundesliga wird noch größer. ÖFB-Neo-Teamstürmer Philipp Zulechner wechselt vom SV Grödig zum SC Freiburg. Beim Tabellen-16. erhält der 23-jährige einen Vertrag über dreieinhalb Jahre. „Wir sind uns einig“, bestätigte Grödigs Sportlicher Leiter Christian Haas. Offiziell wird der Transfer aber wohl erst am Freitag.
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Haas unterzeichnete den Vertrag bereits im Trainingslager in der Türkei und rechnete auch mit der baldigen Unterschrift von Freiburgs Sportdirektor. Für Haas kam der Transfer überraschend, zumal die Freiburger einem Wechsel zuvor schon einmal eine Absage erteilt hatten. Ausschlaggebend dürfte auch Zulechners Performance beim 3:0-Sieg am Montag gegen den VfR Aalen gewesen sein, wo der Stürmer mit einem Doppelpack aufzeigen konnte.

GEPA/Felix Roittner
Im November durfte Zulechner erstmals das ÖFB-Teamdress tragen
Zulechner war in der Herbstsaison der österreichischen Bundesliga mit 15 Toren maßgeblich am Höhenflug des hinter Red Bull Salzburg zweitplatzierten Aufsteigers beteiligt und führt auch die Schützenliste in der Winterpause an. Am 19. November gab er beim 1:0-Heimsieg gegen die USA in Wien sein Debüt in der ÖFB-Nationalmannschaft, als er von Teamchef Marcel Koller in der 85. Minute eingewechselt wurde.
Ein Traum wird wahr
„Die Freude ist riesengroß. Ich bin Grödig für alles dankbar, habe mich hier super entwickelt und jetzt freue ich mich einfach, einen neuen Schritt zu machen. Ich glaube, dass es die richtige Entscheidung ist“, sagte Zulechner. Für ihn sei ein Traum wahrgeworden. „Von jedem Österreicher ist das Ausland glaube ich das Ziel. Bei mir ist es jetzt wahr geworden, jetzt will ich mich dort auch beweisen und profilieren“, blickte Zulechner optimistisch in die Zukunft.
Von seinem neuen Club wusste der Ex-Horn-Stürmer noch nicht sehr viel. „Die gewissen Dinge, die ich wissen muss, weiß ich. Von den Ausmaßen her weiß ich aber nicht, was mich erwartet, das ist halt doch eine andere Welt“, war sich der Angreifer bewusst. In Freiburg erwartet ihn jedenfalls ein Abstiegskampf, die Freiburger nehmen aktuell als 16. den Relegationsplatz ein, ein Punkt fehlt auf das rettende Ufer, die Rückrunde startet am Samstag mit dem schwierigen Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen.
Mit Ablösesumme „zufrieden“
Haas reiste am Mittwoch für die Verhandlungen in die Türkei. „Die Sache mit Freiburg ist auch für mich überraschend gekommen. Wir sind am Abend im Hotel zusammengekommen, und von meiner Seite waren wir in 35 bis 40 Minuten fertig“, erzählte Haas. Dem Wechsel aus sportlichen Gründen einen Riegel vorzuschieben sei kein Thema gewesen. „Wenn Philipp so eine Chance kriegt, kann man sie ihm nicht verwehren. Und vor allem glaube ich, dass alle drei Parteien sehr zufrieden sind“, sagte Haas. Wehmut sei trotzdem auch dabei.
Über die Ablösesumme wurde wie üblich Stillschweigen vereinbart, da Zulechner dank einer Vereinsoption noch bis Sommer 2015 an Grödig gebunden gewesen wäre, dürfte die Vereinskasse der Salzburger aber gut gefüllt worden sein. „Man kann mit der Ablösesumme zufrieden sein, sonst hätten wir es auch nicht gemacht. Es war ein guter Transfer für Grödig“, betonte Haas. Laut deutschen Medienberichten soll die Ablösesumme zwischen 800.000 und einer Million Euro liegen.
Grödig nicht in Stürmernot
Ob der Tabellenzweite einen Teil der Summe für einen adäquaten Ersatz investiert, steht nicht fest. „Wir haben nicht den Zwang, unbedingt einen Stürmer verpflichten zu müssen“, sagte Haas. Immerhin habe man mit Tadej Trdina, Hannes Sigurdsson, Dieter Elsneg und Tomi vier Leute, die an vorderster Front agieren können. „Wir glauben, dass der Kader, so wie er ist, trotzdem gut ist. Wir werden uns den Markt aber schon anschauen. Ob sich was auftut, wird man sehen“, ließ Haas Raum für Spekulationen.
Auf einer anderen Position will sich der Aufsteiger hingegen auf jeden Fall verstärken. So soll ein neuer Rechtsverteidiger verpflichtet werden. „Das hat für uns Priorität, da schauen wir auch schon länger“, verriet Haas. Ansonsten haben die Grödiger genug Projekte, in die das verdiente Geld fließen soll. „Wir haben viele Aufgaben vor uns. Wir wollen ein Stadion bauen, müssen die Zufahrt und auch Parkplätze machen“, sagte Haas.
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