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Abfahrer verteidigen Hirschers Vorsprung

In Kvitfjell (Norwegen) und in Crans-Montana (Schweiz) beginnt nach kurzem Verschnaufen am Wochenende der Schlussspurt im alpinen Skiweltcup 2013/14. Österreich hat zuletzt bei Olympia in Sotschi die Rolle der „besten Alpin-Nation“ wieder an sich gerissen, ist aber nur bei den Herren durch Titelverteidiger Marcel Hirscher auch Mitfavorit im Kampf um die große Kristallkugel.

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Allerdings kann der Technikspezialist und zweifache Gesamtsieger aus Österreich seine 58 Punkte Vorsprung auf den Norweger Aksel Lund Svindal diese Woche nicht aktiv verteidigen, weil in Kvitfjell zwei Abfahrten (Freitag und Samstag, 12.00 und 11.45 Uhr) und am Sonntag ein Super-G (11.30, jeweils live in ORF eins) auf dem Programm stehen. Wegen des Team-Bewerbs am Dienstag in Innsbruck sollen die Abfahrten nach nur einem Training über die Bühne gehen. Und dieses soll wegen des Schlechtwetters am Donnerstag erst am Freitag vor dem ersten Rennen stattfinden. Eine „Risikopartie“, so sieht es nicht nur Svindal.

Cheftrainer Mathias Berthold (ÖSV)

GEPA/Harald Steiner

Matthias Berthold wird nach dem Tod seiner Mutter nicht nach Norwegen reisen

Fällt das Training aus und damit auch die Ersatzabfahrt für St. Moritz, hätte der vorzeitig aus Sotschi abgereiste „Elch“ bei seinen Heimrennen doch wieder eine Chance weniger. „Man muss fair sein. Svindal ist dort oben immer besonders stark, und der Beste soll im Endeffekt gewinnen. Auf einen Ausfall hoffen wir deshalb nicht“, gab sich ÖSV-Herren-Chef Mathias Berthold aber sportlich.

Erneut enges Rennen um großes Kristall

Berthold wird in Norwegen wegen des Todes seiner Mutter fehlen, traut seinem von Abfahrtsolympiasieger Matthias Mayer angeführten Speed-Team aber zu, Svindal viele Zähler wegzunehmen. „Es wäre wichtig, dass sie in Kvitfjell möglichst viele Punkte nach Österreich holen. Diese Stärke haben wir durch das Selbstvertrauen von Sotschi“, lautet die Hoffnung und die Überzeugung Bertholds.

Marcel Hirscher

GEPA/Harald Steiner

Weltcup-Titelverteidiger Marcel Hirscher hat am Wochenende keinen Einsatz

Schon im Vorjahr war die Ausgangslage um diese Zeit ähnlich gewesen, bekanntlich mit einem guten Ende für Hirscher. Einen dritten Gesamtsieg in Folge haben bisher nur Gustav Thöni (1973), Ingemar Stenmark (1978) und Phil Mahre (1983) geschafft. Der derzeit krank im Bett liegende Salzburger hat bis 8./9. März in Kranjska Gora Zeit zu gesunden, um dann wieder in den Punktekampf einzugreifen. Danach steht schon das Finale in Lenzerheide (12.-16. März) an.

Höfl-Riesch hat Gesamtsieg vor Augen

Dort will Maria Höfl-Riesch ihren zweiten Gesamterfolg nach 2010/11 schon in trockenen Tüchern haben. Nach dem vorzeitigen Saison-Aus für die Liechtensteinerin Tina Weirather geht die Deutsche mit 208 Punkten Vorsprung auf die drittplatzierte und nun erste Verfolgerin Anna Fenninger in die letzten neun Damen-Rennen.

Nach ihren zwei Sotschi-Medaillen kann die deutsche Tripleolympiasiegerin in Abwesenheit des verletzten US-Speed-Stars Lindsey Vonn den erstmaligen Gewinn der Kristallkugel für die Abfahrt sogar schon am kommenden Wochenende in der Schweiz einheimsen. In Crans-Montana stehen eine Abfahrt am Samstag (10.15 Uhr) und eine Superkombi am Sonntag (10.00/13.00 Uhr, jeweils live in ORF eins) auf dem Programm, Höfl-Rieschs stärkste Disziplinen.

Den Team-Bewerb in Innsbruck hat Höfl-Riesch ebenso ausgelassen wie Fenninger. Österreichs ebenfalls zweifache Medaillengewinnerin von Sotschi hat zwar durchaus noch Chancen im Kampf um die große Kugel, „Crans ist eine technische Abfahrt, die nachfolgenden Riesentorläufe von Aare werden wahrscheinlich entscheidend“, glaubt ÖSV-Damen-Chef Jürgen Kriechbaum. Dem Coach ist aber bewusst: „Fährt Maria weiter in dieser Form und kommt nichts dazwischen, hast normal keine Chance gegen sie.“

Fenninger greift noch einmal an

Umgekehrt stünden aber nun mal für die Super-G-Olympiasiegerin und RTL-Zweite Fenninger auch noch viele Punkte zur Disposition. Olympia könnte für die Salzburgerin zudem auch eine Art „Erlösung“ gewesen sein. „Das könnte für eine gewisse Leichtigkeit sorgen, die ihr bisher vielleicht gefehlt hat“, hofft Kriechbaum. „Es wäre jedenfalls ein wünschenswerter Effekt.“

Dass nach der wochenlangen Olympiaanspannung viele Sotschi-Starter krank in die Knie gegangen sind, war auch im Damen-Lager offensichtlich. „So etwas kostet eben enorme Substanz, danach sind alle förmlich weggebrochen“, erklärte Kriechbaum, der während Olympia Vater einer Tochter geworden ist. Aber jetzt sei wieder business as usual. „Wer damit am besten zurechtkommt und die Konzentration bis zum Schluss hält, der wird es am Ende wohl auch machen“, ist der Coach überzeugt.

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