„Aufhören, wenn es am schönsten ist“
Mit 29 Jahren ist Schluss: Skistar Maria Höfl-Riesch hat am Donnerstag das Karriereende bekanntgegeben. „Meine Entscheidung ist so gefallen, dass ich meine Karriere jetzt beenden werde“, sagte die erst 29-Jährige. Die dreifache Olympiasiegerin und Weltcup-Gesamtsiegerin 2011 hinterlässt im Damen-Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) eine große Lücke.
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Bevor Höfl-Riesch ihr Karriereende verkündete, hatte sie noch die kleine Kristallkugel für die beste Abfahrerin dieser Saison überreicht bekommen. Den zweiten Weltcup-Gesamtsieg hatte ihr Abfahrtssturz beim Weltcup-Finale in Lenzerheide vor einer Woche verhindert, als Höfl-Riesch die Saison vorzeitig beenden und der Salzburgerin Anna Fenninger kampflos die große Kristallkugel überlassen musste.

APA/EPA/Jean-Christophe Bott
Höfl-Riesch bei ihrem letzten Weltcup-Auftritt in Lenzerheide
Verletzungen im Oberschenkel, an der Schulter und dem Ellenbogen setzten 13 Jahre und einen Monat nach ihrem ersten Weltcup-Rennen den bitteren Schlusspunkt unter ihre großartige Laufbahn. „Das war eine traumhafte Karriere, ich war in allen Disziplinen über Jahre vorne dabei“, sagte Höfl-Riesch, um sich im Beisein ihrer Eltern auf dem Flughafen München zu verabschieden.
Olympiagold versüßt Abschied
2010 wurde Höfl-Riesch in Kanada Doppelolympiasiegerin, sie holte zudem Olympiagold in der Superkombi und Silber im Super-G von Sotschi. „Der größte Traum hat sich für mich noch mal erfüllt. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, und das war das Schönste, was ich mir vorstellen konnte“, sagte Höfl-Riesch mit Blick auf das dritte Olympiagold ihrer Laufbahn.
Noch vor Katja Seizinger und Rosi Mittermaier ist sie die erfolgreichste deutsche alpine Skisportlerin bei Olympischen Winterspielen. Bei fünf WM-Teilnahmen sammelte sie insgesamt sechs Medaillen und wurde zweimal Weltmeisterin in Slalom und Superkombi. Die kleinen Kugeln in Slalom (2009, 2010), Super-G (2008) und Kombination (2008) gewann sie auch.
Deutschland sucht Siegesfahrerin
Bis der DSV erneut ähnliche Erfolge feiern kann, dürfte viel Zeit vergehen. Außer Vancouver-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg gibt es im Damen-Team nach Höfl-Rieschs Rücktritt keine Siegesfahrerin mehr. Die Ski-WM in Vail und Beaver Creek im Februar 2015 kommt für die deutschen Nachwuchsfahrerinnen wohl zu früh.
„Es werden sicher mal ein, zwei Jahre ins Land ziehen, besonders dann, wenn die Maria aufhört, wo die Ergebnisse nicht in der gewohnten Art und Weise abgeliefert werden“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier noch vor wenigen Tagen. „Auch das gehört dazu.“ Ziel sei es, in vier Jahren für die Olympischen Spiele in Südkorea wieder auf einem guten Niveau zu sein.
Abschied in verdienten Urlaub
Dieses Niveau hatte Höfl-Riesch im Olympiawinter zweifellos. Neun ihrer insgesamt 81 Podestplätze im Weltcup holte sie in den vergangenen Monaten. Auf mindestens 25 Top-Drei-Resultate in Abfahrt und Slalom hat es vor ihr noch niemand im alpinen Skisport geschafft. 27-mal gewann sie ein Weltcup-Rennen, mehr Siege einer Deutschen schaffte nur Seizinger (36). Jeweils 27-mal wurde Höfl-Riesch im Weltcup auch Zweite und Dritte.
Dass Höfl-Riesch nicht noch mehr Siege einfahren konnte, lag auch an ihrem Verletzungspech. Im Jänner 2005 stürzte sie in Cortina d’Ampezzo und zog sich einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Wenig später riss das vordere Kreuzband im linken Knie. Doch Höfl-Riesch, die mit ihrem Manager Marcus verheiratet ist, kämpfte sich immer wieder zurück. Das ist nun vorbei. „Ich werde erst einmal den Urlaub genießen und das Gefühl, nicht an die nächste Saison denken zu müssen“, sagte sie.
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