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Junges Team gibt Hoffnung

Österreichs Eishockey-Nationalteam ist im WM-Fahrstuhl wieder im obersten Stock angekommen. Mit einer stark verjüngten Mannschaft gelang bei der WM der Division IA im südkoreanischen Goyang der nicht unbedingt erwartete Aufstieg. Eines zeigte das Turnier in Fernost aber deutlich: Um bei den „Großen“ endlich wieder einmal zu bestehen, muss viel passieren.

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„Wir gehören nicht in B, aber gehören wir in A? Das ist unsere Challenge“, fasste ÖEHV-Sportdirektor Alpo Suhonen die WM zusammen. Dank der Schützenhilfe der Ungarn gegen Japan stand Österreich nach vier Siegen schon vor dem abschließenden Duell mit Slowenien als Aufsteiger fest.

Dass die Partie gegen den Nachbarn mit einer 1:3-Niederlage endete, schmerzte die Japaner, die dadurch durch die Finger schauten, mehr als die Österreicher, obwohl die Revanche für die 0:4-Schlappe bei den Olympischen Spielen in Sotschi verpasst wurde. Über allem stand der Aufstieg mit einer aufgrund der Olympianachwehen - Stichwort Partynacht - stark verjüngten Mannschaft.

„Müssen auf dieser WM aufbauen“

„Dass wir mit dieser Mannschaft aufsteigen, haben vor dem Turnier von den Außenstehenden sicher nicht viele erwartet“, sagte Konstantin Komarek, einer von zehn WM-Debütanten. Der gebürtige Wiener war ein Beweis dafür, dass es zumindest im Angriff an Potenzial nicht fehlt. Als echter Gewinn für das Nationalteam erwies sich einmal mehr Brian Lebler, der mit sechs Treffern bester Torschütze des Turniers war und gemeinsam mit Thomas Koch und Verteidiger Dominique Heinrich ins Allstar-Team der B-WM gewählt wurde.

Jubel von Brian Lebler

GEPA/Daniel Goetzhaber

Lebler war mit seinen Toren einer der Väter des Erfolges in Südkorea

Auch Thomas Hundertpfund, mit 24 Jahren auch noch nicht am Zenit seiner Karriere angelangt, zeigte in Südkorea, was er in der zweiten schwedischen Spielklasse bei Timra in der vergangenen Saison gelernt hat. Kapitän Koch, mit 30 Jahren in Südkorea der „Opa“ im Team, bewies als bester Vorlagengeber (zehn Assists), dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. „Die Zukunft schaut gut aus. Wir müssen auf dieser WM aufbauen“, sagte Teamchef Emanuel Viveiros, dessen nach der WM auslaufender Vertrag allerdings nicht verlängert wurde.

Defensive bleibt Baustelle

Gut schaut die Zukunft aber wenn, dann nur in der Offensive und dank Bernhard Starkbaum und Mathias Lange in Sachen Torhüter aus. Denn das größte Manko war in Südkorea einmal mehr die Defensive. Junge heimische Verteidiger, die international mithalten können, sind in der Erste Bank Eishockey-Liga (EBEL) fast an einer Hand abzuzählen. Heinrich, in Goyang zum besten Defender gewählt, ist eine der wenigen Ausnahmen. „G’standene“ Verteidiger wie Robert Lukas und Matthias Trattnig ließen die B-WM heuer aus, teilweise aufgrund des Vorfalls in Sotschi. Darauf, dass sie nächstes Jahr in Prag wieder mit von der Partie sind, sollte man kein Geld setzen.

Auch die Konzentration war in einigen Phasen der WM nicht erstklassig. Gegen Außenseiter Südkorea benötigte man drei Gegentore, um aufzuwachen, gegen Ungarn kam erst beim Stand von 0:2 die Erkenntnis, dass es um ein Ticket nach Prag oder Ostrava im kommenden Jahr geht - und dort weht sicher ein anderer Wind. „Es ist ein ziemlich großer Unterschied zwischen A und B“, sagte Sportdirektor Suhonen, der aber trotzdem die Arbeit des Trainerteams lobte: „Sie haben vier Wochen gut gearbeitet. Es ist im Sport immer knapp, wir haben sehr viele Spiele knapp gewonnen.“

Viel Arbeit für Sportdirektor Suhonen

Damit nun im kommenden Jahr in Tschechien, wo das Team 2004 das letzte Mal erfolgreich den Klassenerhalt schaffte, das Gastspiel in der A-Gruppe zumindest um ein weiteres Jahr verlängert wird, heißt es nun auch für Suhonen die Ärmel aufkrempeln. Der seit Sotschi Letztverantwortliche für das Nationalteam will bis spätestens Mitte August einen Nachfolger für Viveiros als Teamchef gefunden haben, bereits davor will sich der 65-jährige Finne intensiv mit dem Fahrplan für die Zukunft beschäftigen.

Vorerst gilt die Konzentration des Sportdirektors einer Tagung in Salzburg am 10. Mai. Beim „Austrian Hockey Forum“ soll allen Interessengruppen - Verband, Clubs, Liga, Landesverbände - das gemeinsame Ziehen an einem Strang schmackhaft gemacht werden. „Aber ich hoffe, wir machen einen positiven Schritt, dass alle Interessengruppen eine Vision finden, wie wir das österreichische Eishockey weiterbringen“, sagte Suhonen.

Vor allem das alte Thema Legionärsbeschränkung wird in Salzburg wieder auf das Tableau kommen. Denn in der EBEL sind meist Legionäre in den Schlüsselpositionen zu finden. „Wir haben hier gesehen, dass wir gute junge Spieler haben. Wie wir sie in der Liga und der Nationalmannschaft weiterbringen, ist die große Frage“, sagte der ÖEHV-Sportdirektor und hofft dabei auf die Vorbildwirkung des geschafften Aufstiegs mit einer jungen Mannschaft. Einziges Problem: Schon bei früheren Aufstiegen war für die Clubverantwortlichen der Erfolg der Nationalmannschaft nur zweitrangig.

Karl Huber, ORF.at

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