Selbstkritische Analyse
Laut Kalender hat der Sommer noch nicht einmal begonnen, Österreichs Skispringer starten am Freitag in Going aber schon in die Vorbereitung für den kommenden Winter. Vor allem Gregor Schlierenzauer ist für die erste Saison unter Cheftrainer Heinz Kuttin motiviert und freut sich auf einen Neustart. Die wenig erfolgreiche Olympiasaison ist abgehakt und aufgearbeitet.
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Kuttin führte mit den Leistungsträgern im ÖSV-Team seit Ostern Einzelgespräche, beim Stanglwirt in Going wird das gesamte Team samt Betreuern die Ziele für die kommende Saison definieren. „Das erste Gespräch hat mich sehr positiv überrascht und mir auch Kraft gegeben“, sagte Schlierenzauer am Montag in Wien, wo er im Rahmen der Umweltinitiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ Station machte. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem Team durchzustarten“, sagte der Tiroler.
Mehr individuelles Arbeiten
Nach Ende des Olympiawinters hatte Schlierenzauer mit dem Gedanken gespielt, in der nächsten Saison etwas leiser zu treten. Dieser Gedanke ist laut dem Tiroler auch weiterhin ein Thema. „Ich werde die ersten Trainingskurse mitmachen und schauen, wie es mir dabei geht. So wie ich mich kenne, glaube ich aber, dass es mir weiterhin viel Spaß machen wird“, sagte Schlierenzauer.

APA/EPA/Antonio Bat
Schlierenzauer plant in der nächsten Saison wieder Höhenflüge
Obwohl das genaue Konzept noch nicht feststeht, geht der 52-fache Weltcup-Sieger davon aus, dass die bisherigen Stützpunkttrainer nun als Assistenztrainer tätig sein werden. Auch ein individuelles Arbeiten werde möglich sein, sagte Schlierenzauer. In der vergangenen Saison konnte der 24-Jährige seine selbst gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Nur zwei Einzel-Siege im Weltcup zu Beginn der Saison in Kuusamo und Lillehammer, dazu das verpasste Einzel-Gold bei Olympia waren für seine Ansprüche zu wenig.
Ärger über Medien
Die Leistungen des vergangenen Winters wurden vom Tiroler während seines Urlaubs in Norwegen analysiert. Dass er mit der Bilanz nicht zufrieden war und sich „eine gewisse Unzufriedenheit“ eingestellt habe, ist kein Geheimnis. Er ärgerte sich aber vor allem darüber, dass das Ende der Tätigkeit von Cheftrainer Alexander Pointner medial zu stark mit seiner Person verknüpft wurde.
„Es waren acht sehr erfolgreiche Jahre, aber sehr synchron“, sagte der Ex-Weltmeister und zweifache Weltcup-Gesamtsieger. Mit Pointner werde es in absehbarer Zeit ein persönliches Gespräch geben. Dass er ohne den ehemaligen Cheftrainer nicht so viele Erfolge gehabt hätte, hatte Schlierenzauer schon unmittelbar nach dem Ende der Tätigkeit Pointners beim ÖSV auf seiner Website mitgeteilt. Die kommende Phase sehe er als Neustart, sagte der Tiroler.
Rückschau mit Selbstkritik
Schlierenzauer gab auch zu, er hätte vor den Winterspielen in Sotschi einige Dinge besser machen können. Im Rückblick habe er im Hinblick auf die Spiele zu viel und zu intensiv trainiert und zu wenige Pausen eingelegt. „Bei einigen Dingen habe ich zu viel Energie verschwendet und mich auch etwas verzettelt“, meinte Schlierenzauer. „Nach einer Rekordsaison war es mental schwierig, aber für die Zukunft habe ich ein sehr gutes Gefühl“, so der Tiroler.
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