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IOC schlägt Alarm

Zweieinviertel Jahre vor den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro hat IOC-Vizepräsident John Coates Ende April die schleppenden Vorbereitungen auf das Olympiaspektakel an der Copacabana als „die schlechtesten, die ich je erlebt habe“ kritisiert. Kurz vor der problembeladenen Fußball-WM erhöhte Coates den Druck auf die brasilianischen Olympiamacher damit weiter.

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Die Metropole am Zuckerhut sei in „vielen, vielen Bereichen“ nicht bereit, mahnte der Australier, der als Mitglied der IOC-Koordinierungskommission für Rio 2016 bereits sechsmal dort war. Trotz der kritischen Verzögerungen gebe es aber keinen Alternativplan, sagte Coates am Dienstag bei einem Olympiaforum in Sydney. „Das hat es beim IOC noch nie gegeben, aber wir haben keinen Plan B. Wir gehen auf jeden Fall nach Rio.“

Baustelle des Olympic Park in Rio de Janeiro am 28. März 2014

Reuters/Ricardo Moraes

Auch beim Olympiapark in Rio hinken die Arbeiten dem Zeitplan gehörig hinterher

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschloss Anfang April in Belek die Gründung einer Taskforce, die den Bau der Wettkampfstätten überwachen soll. Zudem wurde Gilbert Felli, der als geschäftsführender Direktor innerhalb des IOC für die Abwicklung zahlreicher Olympischer Spiele mitverantwortlich war, als Sonderbotschafter und Problemlöser nach Rio geschickt.

Rufe nach einer „Roten Karte“

Bei einer gemeinsamen Sitzung des IOC mit der Vereinigung der olympischen Sommersportverbände (ASOIF) waren sogar Rufe nach einer „Roten Karte“ für Rio lautgeworden. 18 Vertreter der 28 olympischen Sommersportverbände hatten ein besorgniserregendes Bild vom Stand der Vorbereitungen in ihren Sportarten skizziert. Die Baumaßnahmen für die Sportstätten seien stark in Verzug. Die Arbeiten am Deodoro-Komplex, in dem während Olympia acht Sportstätten untergebracht werden sollen, haben noch nicht einmal begonnen. Probleme in den Punkten Infrastruktur, Hotelsituation, Transport und Wasserqualität belasten das Großprojekt zusätzlich.

Erhebliche Verzögerungen beim Bau diverser Stadien haben bereits die Organisation der am 12. Juni beginnenden Fußball-WM in Brasilien erschwert. „Wir sind sehr besorgt“, räumte Coates ein. „Die Situation ist schlimmer als vor Athen 2004.“ Vor den Olympischen Sommerspielen in Athen hatte der damalige IOC-Chef Juan Antonio Samaranch wegen gewaltiger Verspätungen bei der Konstruktion verschiedener Sportstätten eine Verwarnung an die Organisatoren ausgesprochen.

Situation bedrohlicher als vor Athen 2004

In Rio sei die Ausgangslage bedrohlicher als in der griechischen Hauptstadt, weil es laut Coates neben störender Bürokratie „wenig Absprachen zwischen der Staatsregierung, der regionalen Regierung und der Stadt gibt, die für die Baumaßnahmen verantwortlich ist“. Zudem würden Regierungsgelder nicht schnell genug weitergereicht.

ASOIF-Präsident Francesco Ricci Bitti sprach gar von der „kritischsten Situation“ seit mindestens 20 Jahren und forderte das IOC zum Handeln auf. „Wir können nicht weitere sechs Monate warten und noch mehr Zeit verschwenden“, so Ricci Bitti auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen in Brasilien im Oktober dieses Jahres, durch die es zu weiterem Stillstand kommen könnte.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes wehrte sich gegen die kollektive Kritik. Die Verbände wollten zu viele „große Dinge“, die die Stadt nach Olympia nicht mehr gebrauchen könne, betonte er in der vergangenen Woche. Für den deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach ist die Olympiapremiere auf südamerikanischem Boden nach den belasteten Winterspielen in Sotschi auf jeden Fall die nächste Herausforderung. Seine Sorgen werden größer.

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