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„Schneller und dynamischer als je zuvor“

Die Erkenntnisse, was die am 13. Juli mit dem Finalsieg von Deutschland über Argentinien zu Ende gegangene WM in Brasilien ausgemacht hat, sind seit Freitag in allen Einzelheiten nachzulesen. Die Technische Studiengruppe (TSG) der FIFA hat vor allem die offensive Ausrichtung, das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff und die spielenden Torhüter als Trends ausgemacht.

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„Die 32 Mannschaften zeigten fast durchweg erstklassigen, offensiv ausgerichteten Fußball“, schrieb die TSG in ihrem Abschlussbericht über die Endrunde, der am Freitag auf der Website des Weltverbandes veröffentlicht wurde. „Diese Tendenz ist natürlich erfreulich und für die weitere Entwicklung des Fußballs rund um die Welt sehr vielversprechend. Die Partien waren schneller und dynamischer als jemals zuvor.“

„Neues Zeitalter für Torhüter“

Die FIFA-Analytiker stellten fest, dass bei den Torhütern „ein neues Zeitalter angebrochen“ ist. Das Abwehren von Schüssen ist demnach nicht mehr die alleinige Aufgabe, wie vor allem Manuel Neuer im Tor bei Weltmeister Deutschland bewies. Über Neuer selbst hieß es in dem viersprachigen und 284 Seiten umfassenden Rapport unter anderem: „Spielt wie ein Libero.“ Torhüter mit Feldspieler-Potenzial, die offensive Ausrichtung der Mannschaften, das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff, aber auch überragende Individualisten - Faktoren für den Erfolg bei der WM gibt es reichlich.

DFB-Goalie Manuel Neuer, Lionel Messi (ARG), Matts Hummels (GER) und Jerome Boateng (GER) im Einsatz während der FIFA WM 2014

APA/EPA/Chema Moya

Neuer hat es vorgemacht: Der moderne Tormann ist auch Libero

Die (deutschen) Schlüssel zum Erfolg

Die Experten der FIFA haben in ihrem Bericht auch ausgeführt, welche Schlüsselfaktoren aus ihrer Sicht den Ausschlag für Deutschland als Weltmeister gaben:

  • Disziplinierte, gut organisierte Abwehr
  • Aufrückende Verteidigung, Absicherung durch den Torhüter
  • Geduldiger Spielaufbau aus der Verteidigung über das Mittelfeld
  • Hervorragendes Kombinationsspiel, viele Anspielstationen
  • Präzise Pässe in die Tiefe
  • Ballsicherheit unter Druck
  • Mentale Stärke
  • Taktische Flexibilität (situative Anpassung)
  • Entscheidende Einwechslungen des Trainers

Der Drang zum Toreschießen

Eine weitere Tendenz des Turniers, bei dem die WM-Teilnehmer vor allem in der Gruppenphase für spektakuläre Partien mit reichlich Toren gesorgt hatten, war die Effektivität von eingewechselten Spielern und damit einhergehend auch ein langer Atem der Mannschaften. 106 der insgesamt 171 WM-Tore in Brasilien wurden nach der Pause erzielt.

Das werteten die Experten aus der TSG als Indiz für die hohe physische Belastung der Spieler und den nie nachlassenden Offensivdrang aller Teams. Bezeichnend war auch, dass die bisherige Bestmarke von „Joker“-Toren von 23 bei der WM in Deutschland 2006 mit 32 Treffern mehr als deutlich überboten wurde.

Individualisten im Dienste der Mannschaft

Selbst wenn die Ziele der Mannschaft immer übergeordnet sind, kam die Endrunde auf dem Zuckerhut nicht ohne ihre Stars aus. „Diese WM ist auch das Turnier der überragenden Individualisten“, schrieb die TSG und nannte beispielhaft Spieler wie Thomas Müller aus der DFB-Elf, Lionel Messi von Vizeweltmeister Argentinien, Niederlandes Arjen Robben, Brasiliens Neymar, Kolumbiens James Rodriguez und Frankreichs Karim Benzema. Den kompletten Fußballer der Gegenwart zeichne dabei auch aus, dass er viel nach hinten arbeite und das Team in den Vordergrund stelle.

Ballannahme von James Rodriguez (COL)

APA/EPA/dpa/Marius Becker

Große Könner, die immer an das Team denken - so wie James Rodriguez

Kicker wie Müller zählen zudem zu den Spielern, die den Ball bei Kontern schnell nach vorne treiben. Von dieser Art habe jedes der Topteams mindestens einen Akteur in seinen Reihen. „Das Umschalten von Abwehr auf Angriff ist ein zentraler Erfolgsfaktor im modernen Fußball und oftmals ein ‚magischer Moment‘ im Spiel, der über Sieg oder Niederlage entscheiden kann“, befand die Studiengruppe.

Der WM-Bericht soll bei der Fortbildung der Trainer weltweit eine Rolle spielen und bei den „technischen Konferenzen“ der FIFA verwendet werden. „Diese Konferenzen sind wichtige Plattformen, um die wichtigsten technischen Erkenntnisse aus der FIFA-WM mit den Konföderationen und den Mitgliedsverbänden zu teilen. Sie sind also ein konkretes Hilfsmittel für die weltweite Fußballförderung“, sagte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke.

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