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„Haben ihnen in die Karten gespielt“

Die Mienen der österreichischen Nationalspieler unmittelbar nach dem Schlusspfiff und später in den Katakomben des Ernst-Happel-Stadions haben Bände gesprochen: Das 1:1 gegen Schweden zum Auftakt der EM-Qualifikation hinterließ am Montag gemischte Gefühle mit einer starken Tendenz zur Enttäuschung. „Schade, wir hatten uns mehr vorgenommen“, befand auch der ÖFB-Torschütze David Alaba.

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„Wir sind natürlich nicht hundertprozentig zufrieden. Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft und haben uns wesentlich mehr Chancen erarbeitet. Aber in so einem engen Spiel muss man die auch reinmachen“, so der Bayern-Jungstar, der die Elf von Teamchef Marcel Koller schon in der siebenten Minute durch einen souverän verwandelten Hands-Elfmeter in Führung gebracht hatte. „Wir wollten diese drei Punkte unbedingt“, fügte Alaba hinzu. „Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen. Es liegen noch viele Spiele vor uns.“

Enttäuschung nach dem Spiel

ORF.at/Christian Öser

Zlatan Ibrahimovic war mit dem 1:1 deutlich zufriedener als die Österreicher

Gestiegene Ansprüche, alte Schwächen

Das Thema mangelnde Effizienz, das sich schon durch die letztlich verpasste WM-Quali für Brasilien 2014 gezogen hatte, fand eine Fortsetzung. „Keiner ist richtig zufrieden, weder wir noch das Publikum“, brachte es Stuttgart-Legionär Martin Harnik auf den Punkt. Positiv wäre zumindest, dass die eigenen Ansprüche so gewachsen sind, um ein Remis gegen Schweden eben als nicht gut genug erscheinen zu lassen. „Wir müssen eine perfekte Qualifikation spielen, um die EM in Frankreich zu erreichen. Heute war mehr drinnen“, wusste Harnik.

„Wir waren besser, Schweden war ideenlos. Leider hat es nicht gereicht, deshalb sind wir schon enttäuscht“, analysierte der schnelle Flügelspieler treffend. „Gerade in der zweiten Halbzeit waren wir zu ungeduldig“, meinte Harnik. „Mit vielen langen Bällen haben wir ihnen in die Karten gespielt. Und die wenigen Chancen haben wir nicht genutzt.“ Das ärgerte auch Zlatko Junuzovic, den neben Martin Hinteregger wohl besten ÖFB-Akteur des Abends: „Wir hätten das zweite Tor machen müssen. Der Ausgleich war zu billig. Ein Punkt mit dieser Kulisse und dieser Leistung ist zu wenig.“ Dennoch könne man auf der Leistung aufbauen.

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Das 1:0 durch David Alaba

Dominiert, aber nicht gewonnen

An dieser Phrase mussten sich die Österreicher in den vergangenen Jahren schon zu oft für die nächsten Partien aufrichten. In Moldawien sowie zu Hause gegen Montenegro und Russland steht im Oktober daher auch der eher blass gebliebene Marko Arnautovic wieder unter Zugzwang. „Man hat gesehen, wie viel Respekt die Schweden vor uns gehabt haben“, meinte der Stoke-Legionär über die sehr defensive Spielweise der Skandinavier. „Aber wir hätten einfach gewinnen müssen, weil wir das Spiel gemacht und dominiert haben.“

Martin Harnik

ORF.at/Dominique Hammer

Martin Harnik plagte sich gegen den massiven Abwehrverbund der Schweden

Trotzdem betonte auch Arnautovic, dass ein 1:1 gegen Schweden kein Grund sei, den Kopf hängen zu lassen. „Der Start war nicht überragend, aber auch nicht schlecht.“ Was die schlechte Chancenauswertung betrifft, entschied sich der an diesem Abend - auch mangels Spielpraxis - zahnlose ÖFB-Stürmer Marc Janko für eine dezent beschönigende Betrachtungsweise: „Es waren keine tausendprozentigen Chancen dabei. Eher solche, die man machen kann, aber nicht machen muss“, so der Sydney-Legionär, der selbst zwei gute Gelegenheiten ausgelassen hatte.

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Das 1:1 durch Erkan Zengi

Leidiges Thema Chancenverwertung

Für Janko war die Punkteteilung demnach weder Grund zur Euphorie noch zum Trübsalblasen. „Wir wissen, dass wir es können“, hofft er auf die nötige Weiterentwicklung im Bereich Abschlussqualität. Diesen Gedanken teilt Janko definitiv mit seinem Headcoach Marcel Koller. „Die Torchancen sprechen für das Team“, betonte der Schweizer einmal mehr. „Es gibt kein Spiel, in dem jede Chance verwertet wird. Aber natürlich gilt es weiter, an Konzentration und Konsequenz vor dem Tor zu arbeiten. Das werden wir immer wieder ansprechen.“

Harald Hofstetter, ORF.at

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