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„Das wird Ärger geben“

Mit der Entscheidung hat kaum jemand gerechnet: Die in der Tenniswelt nur wenig bekannte Ex-Spielerin Gala Leon Garcia wird Spaniens Davis-Cup-Team trainieren. Die 40-jährige Leon, die es als Tennisprofi bis auf Platz 27 der Weltrangliste schaffte, tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Kapitäns Carlos Moya an. Kritische Stimmen von den überraschten Männern ließen nicht lange auf sich warten.

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Die Entscheidung des Tennisverbands RFET wurde in der spanischen Tenniswelt mit Überraschung und Verwunderung aufgenommen. Rafael Nadal und die anderen Tennisstars hätten von der Nominierung erst von einem Journalisten erfahren, beklagte sich der Trainer des Weltranglistenzweiten, Toni Nadal, am Montag im staatlichen Radiosender RNE.

Gala Leon Garcia

AP/Laura Rauch

Leon (Bild aus dem Jahr 2004) kam im WTA-Ranking bis auf Platz 27

Das Kabinenproblem

Leon ist seit Juli sportliche Direktorin des RFET. Ihre Aufgabe war es eigentlich, einen neuen Kapitän für das Davis-Cup-Team zu suchen. Sie fand sich selbst. „Ich habe nichts dagegen, dass eine Frau Männer trainiert und großen Respekt vor Leon“, sagte der Coach. „Aber ich glaube, dass Leon die Spieler kaum kennt. Jedenfalls weiß sie von Rafael Nadal nur wenig.“ Der Onkel des Tennisstars fügte hinzu: „Die Nominierung einer Frau wirft auch ein ‚logistisches‘ Problem auf. Beim Davis-Cup sind die Spieler in der Kabine oft fast unbekleidet.“

Es habe sehr wohl genügend männliche Trainer im Verband gegeben, die geeignet wären, diese Rolle zu übernehmen, meinte der ehemalige Fußballer Nadal und legte nach: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau Trainerin der Fußballnationalmannschaft wird.“ Der Ex-Profi Tomas Carbonell warnte: „Das wird Ärger geben.“ Es wäre besser gewesen, wenn der Verband die Nominierung mit den Spielern abgesprochen hätte.

Murray gratuliert Leon

Moralische Unterstützung bekam Leon vom zweifachen Grand-Slam-Champion Andy Murray. „Ich gratuliere Gala Leon Garcia dafür, heute die erste weibliche Trainerin des spanischen Davis-Cup-Teams geworden zu sein“, schrieb der Brite beim Kurznachrichtendienst Twitter. „Hoffentlich ist sie die erste von vielen“, ergänzte Murray, der seit Juni von der früheren französischen Weltklassespielerin Amelie Mauresmo trainiert wird. Der Schotte ist der erste ATP-Spitzenspieler, der von einer Frau betreut wird, die nicht zum Familienkreis gehört.

Leon soll den fünfmaligen Davis-Cup-Sieger nach dem Abstieg zurück in die Weltgruppe führen. Nach einem Freilos treffen die Spanier auf den Sieger des Duells Russland gegen Dänemark. RFET-Präsident Jose Luis Escanuela hatte den früheren Weltranglistenersten Moya vergeblich zu einem Rücktritt vom Rücktritt zu bewegen versucht. Der Mallorquiner legte sein Amt nieder, nachdem Spanien ohne seine Weltklassespieler wie Rafael Nadal und David Ferrer erstmals seit 19 Jahren aus der Weltgruppe abgestiegen war.

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