Denkwürdiger Tag für Rapid-Fans
Das Gerhard-Hanappi-Stadion - alias „St. Hanappi“ - ist bald endgültig Geschichte. Am Samstag (10.00 bis 18.00 Uhr) beginnt offiziell der Abriss der langjährigen Rapid-Heimstätte. Die künftige Baustelle wird zunächst nicht weiträumig abgesperrt. Im Gegenteil: Die Fans werden zur „Abrissparty“ gebeten. Sie dürfen sogar Stadionsitze sowie Stücke von Mauern, Tornetzen und Rasen mit nach Hause nehmen.
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Trainiert oder gespielt wird in Hütteldorf schon länger nicht mehr. Anfang Juli wurde mit einem Freundschaftsmatch gegen Celtic Glasgow der Schlussstrich gezogen, derzeit tragen die Grün-Weißen ihre Heimspiele im Ernst-Happel-Stadion im Prater aus. Der Nachfolgebau namens Allianz Stadion soll von Februar 2015 bis Juni 2016 errichtet werden. Mit Saisonbeginn 2016/17 soll Rapid dann wieder in Hütteldorf spielen.
Erinnerungsstücke zum Selbermachen
Bei der großen „Abrissparty“ können sich Besucher mit zahlreichen Erinnerungsstücken eindecken. Unter dem Motto „Mein Stück alte Heimat“ werden Sessel, Rasenziegel, Mauerstücke von der Westtribüne und sogar Tornetzteile angeboten. Sitze etwa kosten 19,77 Euro, wobei der Preis auf das Eröffnungsjahr 1977 verweist. Ein Stück des Tornetzes schlägt mit 18,99 Euro zu Buche, ein Rasenziegel ist hingegen schon um fünf Euro zu haben. Die Devotionalien werden in speziell designte Rapid-Schachteln verpackt.

ORF.at/Linda Ellerich
Bereits in der Vorwoche wurde der Großteil des Stadioninventars versteigert
Die Fans, so versichert der Verein, werden die Möglichkeit haben, höchstpersönlich zu schrauben, zu stemmen, zu schneiden oder zu stechen. Im Internet können Interessierte den Abriss über eine eigens installierte Webcam verfolgen. Werkzeug steht zur Verfügung, die Gäste werden ausdrücklich gebeten, kein eigenes mitzunehmen. Man habe aber auch an Sicherheitsvorkehrungen gedacht, wird auf der Website betont. Zudem stehen Mitarbeiter bereit, die ihre Hilfe anbieten. Der Großteil des Inventars wurde übrigens bereits verkauft. Eine Versteigerung am letzten Dienstag brachte rund 35.000 Euro für den Rapid-Nachwuchs.
„Familienfoto“ und Trikotabverkauf
Der Höhepunkt der „Abrissparty“ wird wohl ein „Familienfoto“ werden. Um 16.00 Uhr wird die Profimannschaft auf dem Weg zum sonntäglichen Bundesliga-Spiel nach Ried einen Stopp im Stadion einlegen, um auf der Südtribüne Platz zu nehmen. Rapid-Vereinsmitglieder dürfen sich dann zwecks Fotoshootings rund um die Spieler formieren. Das Bild soll später unter anderem als Poster im Fanshop angeboten werden.
Bereits am Samstag gibt es im Shop einen Sonderabverkauf von Trikots. Zudem werden neue Fanartikel präsentiert, etwa die ersten SK-Rapid-Bauhelme. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Die Partygäste werden kulinarisch verwöhnt, wird versprochen. Um etwa 16.30 Uhr werden dann langsam, aber sicher die Experten das Ruder übernehmen: Der erste Bagger wird einfahren und symbolisch die ersten Steinbrocken zermalmen. Die professionellen Abrissarbeiten beginnen dann Anfang kommender Woche.
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