ÖSV-Adler klar verbessert
Einen Tag nach dem enttäuschenden achten Platz im Team-Bewerb von Klingenthal lief es am Sonntag im ersten Einzel-Springen des Weltcup-Winters für die ÖSV-Adler deutlich besser. Stefan Kraft musste sich als Zweiter nur dem Tschechen Roman Koudelka geschlagen geben, der erstmals im Weltcup erfolgreich war. Rang drei ging an den Deutschen Andreas Wellinger.
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Michael Hayböck landete als Neunter ebenfalls noch in den Top Ten, Gregor Schlierenzauer verbesserte sich im zweiten Durchgang vom 18. noch auf den 15. Platz. Andreas Kofler als 37. und Thomas Diethart als 40. hatten die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst.
Der 21-jährige Staatsmeister Kraft hatte als einziger ÖSV-Springer auch im Team-Bewerb starke Sprünge gezeigt und damit seine gute Form des Sommers prolongiert. „Heute habe ich auch noch die letzte Lockerheit dazubekommen, ich bin sehr happy über den zweiten Platz“, betonte Kraft, der zum dritten Mal nach Bischofshofen (Dritter im Jänner 2013) und Lahti (Zweiter im Februar 2014) auf dem Podest stand. „Ich hoffe, dass es annähernd so weitergeht.“
„Roman war zu stark“
Koudelka (138,0/139,5 m) sei ein verdienter Sieger, sagte Kraft, der im Finale von Rang drei um einen Platz verbesserte. „Roman war zu stark, er war der Beste des ganzen Wochenendes.“ Aber auch Kraft gelang ein perfekter Start - und das auf einer Schanze, die ihm bisher nicht gelegen war. „Aber es war hier noch nie so ein ruhiger Wettkampf von den Bedingungen her, vielleicht hat mir das geholfen“, sagte der Pongauer, der in seiner dritten Saison zu den Etablierten im Team von Heinz Kuttin zählt und davon auch profitiert.

GEPA/Thomas Bachun
Kraft präsentierte sich erneut in sehr guter Form
Hayböck durfte als Neunter ebenfalls zufrieden sein, er ließ die mäßige Vortagsleistung vergessen. „So schlechte Sprünge wie am Samstag habe ich den ganzen Sommer nicht gemacht“, erklärte der 23-Jährige. "Aber heute war der Probedurchgang schon besser und der Wettkampf ist gut gelungen.
Fehlende Schneesprünge
So wie Diethart machte Hayböck eine gewisse Verunsicherung wegen der ungewohnten Vorbereitung ohne Schneesprünge geltend. „Ich bin zum ersten Mal ohne Vorbereitung auf Schnee gestartet, daher bin ich mit den Top Ten sehr zufrieden“, sagte der Oberösterreicher. Diethart ließ sich durch das verpasste Finale nicht beunruhigen. „Für mich ist die Situation ungewohnt, ich brauche einfach noch etwas Zeit“, erklärte der Tournee-Sieger.
Das gilt auch für den zweifachen Klingenthal-Gewinner Schlierenzauer. „Wenn ich meine Sprünge anschaue, weiß ich, dass ich noch brutal viel liegen lasse. Ich bin noch im Arbeitsprozess, ich brauche noch ein paar Sprünge“, bemerkte der Rekordsieger von 52 Weltcup-Bewerben.
„Rabenschwarzer Tag“ im Team-Bewerb
Neo-Cheftrainer Kuttin durfte dank des Resultats vom Sonntag doch noch zufrieden Bilanz ziehen und sprach über Training und Einzel-Bewerb von zwei positiven Tagen. „Im Team-Bewerb haben wir einen rabenschwarzen Tag erwischt, da war ich baff. Es hat ausgeschaut, als ob sie Blei an den Füßen hätten. Das haben sie abgeschüttelt und sich am Sonntag ganz anders präsentiert“, sagte der Kärntner.
Bei Diethart, Kofler und Wolfgang Loitzl, der die Qualifikation verpasst hatte, brauche man noch Geduld. Das Trio genieße aber weiter das Vertrauen, sagte Kuttin. Das Weltcup-Sextett des ÖSV bleibt jedenfalls bis Lillehammer am ersten Dezember-Wochenende unverändert.
Stoch wieder nicht am Start
Der Bewerb ging erneut ohne den Polen Kamil Stoch über die Bühne, der dominierende Springer der vergangenen Saison musste auch am Sonntag passen. Der Doppelolympiasieger und Weltcup-Gewinner hatte sich am Freitag im Training eine Verletzung im linken Sprunggelenk zugezogen und musste nach dem Team-Bewerb auch auf die Einzel-Konkurrenz verzichten. Eine Untersuchung am Montag in Polen soll Aufschluss über das Ausmaß der Blessur bringen. Vorerst war von einer Bänderzerrung bei dem 27-Jährigen die Rede.
Der 18-jährige Norweger Phillip Sjöen hat seinen schweren Sturz im ersten Training am Freitag bei 148 Metern mit Glück ohne ärgere Blessur überstanden. Der Gesamtzweite des Sommer-Grand-Prix trat mit einer Handgelenksverletzung und „Veilchen“ an den Augen die Heimreise an. „Er hatte Glück, in Lillehammer wird er wieder dabei sein“, sagte Cheftrainer Alexander Stöckl. Kuusamo am kommenden Wochenende sei wegen der Windanfälligkeit der Schanze nicht der richtige Ort für ein Comeback.
Weltcup-Springen in Klingenthal
| 1. |
Roman Koudelka |
CZE |
138,0 / 139,5 |
276,4 |
| 2. |
Stefan Kraft |
AUT |
142,0 / 136,0 |
274,1 |
| 3. |
Andreas Wellinger |
GER |
140,0 / 133,5 |
270,7 |
| 4. |
Anders Fannemel |
NOR |
143,0 / 134,0 |
268,4 |
| 5. |
Peter Prevc |
SLO |
133,0 / 136,5 |
263,9 |
| 6. |
Noriaki Kasai |
JPN |
133,5 / 134,5 |
261,4 |
| 7. |
Simon Ammann |
SUI |
134,0 / 134,0 |
256,2 |
| 8. |
Markus Eisenbichler |
GER |
138,5 / 129,0 |
250,8 |
| 9. |
Michael Hayböck |
AUT |
132,0 / 129,5 |
249,3 |
| 10. |
Richard Freitag |
GER |
136,5 / 126,0 |
248,0 |
| 11. |
Anders Bardal |
NOR |
131,0 / 130,0 |
245,4 |
| 12. |
Vincent Descombe Sevoie |
FRA |
135,0 / 129,5 |
245,1 |
| 13. |
Taku Takeuchi |
JPN |
131,0 / 129,0 |
240,5 |
| 14. |
Piotr Zyla |
POL |
130,5 / 130,0 |
238,8 |
| 15. |
Gregor Schlierenzauer |
AUT |
130,5 / 127,5 |
237,1 |
| 16. |
Severin Freund |
GER |
130,5 / 126,5 |
236,7 |
| 17. |
Kilian Peier |
SUI |
134,5 / 125,5 |
236,3 |
| 18. |
Rune Velta |
NOR |
132,5 / 126,0 |
236,1 |
| 19. |
Lauri Asikainen |
FIN |
126,5 / 128,0 |
231,6 |
| 20. |
Marinus Kraus |
GER |
134,5 / 124,5 |
231,4 |
| 21. |
Anze Lanisek |
SLO |
129,5 / 125,5 |
229,2 |
| 22. |
Jan Matura |
CZE |
126,5 / 125,5 |
226,3 |
| 23. |
Jarkko Määttä |
FIN |
129,5 / 123,0 |
225,8 |
| 24. |
Sami Niemi |
FIN |
132,0 / 123,0 |
224,1 |
| 25. |
Anders Jacobsen |
NOR |
127,5 / 126,5 |
223,7 |
| 26. |
Daiki Ito |
JPN |
126,0 / 126,5 |
222,8 |
| . |
Matjaz Pungertar |
SLO |
132,0 / 122,5 |
222,8 |
| 28. |
Michael Neumayer |
GER |
127,5 / 125,0 |
221,2 |
| 29. |
Maciej Kot |
POL |
127,5 / 122,0 |
215,5 |
| 30. |
Antonin Hajek |
CZE |
127,0 / 118,0 |
205,9 |
| Nicht im Finale dabei u.a.: |
| 37. |
Andreas Kofler |
AUT |
124,0 |
101.6 |
| 40. |
Thomas Diethart |
AUT |
120,5 |
99,4 |
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