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Vier Salzburg-Treffer nach der Pause

Red Bull Salzburg hat am Samstag das Spitzenspiel der tipico-Bundesliga auf spektakuläre Art und Weise für sich entschieden. Der Titelverteidiger verwandelte in der Auswärtspartie gegen die Wiener Austria einen 0:2-Pausenrückstand noch in einen 4:2-Erfolg und steht schon vor der letzten Runde als Winterkönig fest.

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Alexander Gorgon (3.) und Alexander Grünwald (21.) brachten die in der ersten Hälfte starken „Veilchen“ in Führung. Nach dem Seitenwechsel aber drehte Alan mit einem Hattrick (52., 58., 60.) die Partie, Marcel Sabitzer sorgte in der 68. Minute für die Entscheidung. In Abwesenheit des erkrankten Topscorers Jonatan Soriano gelang den „Bullen“ damit auch eine erfolgreiche Revanche für die 2:3-Heimniederlage in der neunten Runde in Salzburg.

Gorgon schlägt nach Blitzstart zu

Dabei hatte alles so schön für die Austria begonnen. Nach einem Eckball von Marco Meilinger in der dritten Minute verschätzte sich Peter Gulacsi, der in Abwesenheit des erkrankten Omer Damari als Stürmer aufgebotene Gorgon kam vor dem Salzburg-Goalie an den Ball und köpfelte zum 1:0 ein. Danach überließen die Wiener dem Gegner die Partie, ließ die zunächst ideenlosen Salzburger anrennen und setzten in der Offensive immer wieder Nadelstiche - so auch in der 21. Minute. Fabian Koch legte für Grünwald auf, der sich im Strafraum den Ball ungestört zurechtlegen durfte und ins kurze Eck einschoss.

Torszene

GEPA/Christian Ort

Nach dem 1:0 durch Gorgon war die Welt für die „Veilchen“ noch in Ordnung

Mit der komfortablen Führung im Rücken hatten die Violetten das Match unter Kontrolle und waren bei einer Konterchance durch Daniel Royer (29.) sogar dem 3:0 nahe. Die Salzburger hingegen enttäuschten vor der Pause im Angriffsspiel völlig, halbwegs gefährlich wurde es nur bei einem Freistoß von Massimo Bruno neben das Tor (39.) und einem Kopfball von Sabitzer über die Latte (40.).

Alan lässt sich nicht dreimal bitten

Auch in der zweiten Hälfte schien vorerst die Austria Oberwasser zu haben. In der 51. Minute rettete Andre Ramalho nach Stanglpass von Meilinger gerade noch vor dem einschussbereiten Royer, nach dem darauffolgenden Corner verfehlte ein Kopfball von Vance Sikov nur knapp das Ziel. Eine 3:0-Führung für die Hausherren wäre wohl die Entscheidung gewesen, so aber drehten die Salzburger die Partie innerhalb von exakt acht Minuten und zwei Sekunden - und zwar dank Alan.

Alan (Salzburg)

GEPA/Josef Bollwein

Alan stellte die Partie in acht Minuten auf den Kopf

Der Brasilianer traf nach schöner Vorarbeit von Andreas Ulmer aus kurzer Distanz (52.), war nach Pass von Kevin Kampl via Innenstange erfolgreich (58.) und fixierte nach Vorlage von Bruno (60.) seinen Dreierpack. Die Austria antwortete mit einem Meilinger-Volley (65.), der knapp am langen Eck vorbeiging, kassierte aber in der 68. Minute das nächste Gegentor. Eine misslungene Kopfballabwehr von Lukas Rotpuller landete bei Sabitzer, der einen strammen Schuss im langen Eck versenkte.

Damit war die Partie gelaufen, mehr als ein abgeblockter Schuss von Mario Leitgeb (74.) schaute für die Favoritener nicht mehr heraus. Auf der Gegenseite verpasste Ulmer in der 70. Minute das fünfte Tor, als er den Ball aus eher spitzem Winkel am Tor vorbeischupfte. Ein indirekter Freistoß von Sabitzer (86.) wurde von Lindner pariert.

„Bullen“ gelingt erfolgreiche Revanche

Die Austria kassierte erstmals seit Juli 2001 (gegen den GAK) nach einer Zweitoreführung noch eine Niederlage und verlor nach drei Runden wieder ein Spiel. Den Salzburgern wiederum gelang durch den Erfolg vor 9.125 Zuschauern in der Generali Arena der erste Sieg über die „Veilchen“ nach zuletzt zwei Schlappen gegen den Meister von 2013 und gleichzeitig eine erfolgreiche Generalprobe für das Europa-League-Heimmatch am Donnerstag gegen Astra Giurgiu.

Matchwinner Alan hält nun schon bei elf Toren gegen die Austria, den Rekord für den schnellsten Bundesliga-Hattrick schaffte er jedoch nicht. Hans Krankl benötigte 1977 beim 11:1 von Rapid gegen den GAK für seine drei Tore en suite nur vier Minuten.

Stimmen zum Spiel:

Gerald Baumgartner (Austria-Trainer): „Ich glaube, wir haben 50 perfekte Minuten gespielt. Wir haben Salzburg in der ersten Hälfte klar dominiert, hatten auch gleich nach der Pause eine Topchance. Nach dem 1:2 waren wir zehn Minuten in Schockzustand, das hat Alan ausgenützt. Es ist unerklärlich, wir waren acht, neun Minuten lang vom Kopf her nicht bereit.“

Adi Hütter (Salzburg-Trainer): „Das ist ein wichtiger Sieg. Wir haben Revanche genommen für die Niederlage in Salzburg. Wir waren in der ersten Hälfte sehr schwach, aber ab der 50. Minute sehr stark. Es war ein Wechselbad der Gefühle für einen Trainer. Die Austria hat uns in der ersten Hälfte sehr gefordert und verdient geführt, aber den Sack nicht zugemacht. Meine Mannschaft hat dann richtig darauf reagiert.“

Alan (Salzburg-Dreifachtorschütze): „Wir haben in der ersten Hälfte nicht gut gespielt, aber haben dann gekämpft und gezeigt, warum wir Erster sind. Im Fußball kann alles passieren. Man muss immer daran glauben, dass man ein Spiel drehen kann. Der Trainer war zur Pause natürlich nicht zufrieden.“

Tipico-Bundesliga, 18. Runde

Samstag:

Austria - Red Bull Salzburg 2:4 (2:0)

Wien, Generali Arena, 9.125 Zuschauer, SR Harkam

Torfolge:
1:0 Gorgon (3.)
2:0 Grünwald (21.)
2:1 Alan (52.)
2:2 Alan (58.)
2:3 Alan (60.)
2:4 Sabitzer (68.)

Austria: Lindner - F. Koch, Sikov, Rotpuller, Suttner - M. Leitgeb, Holland - Meilinger (76./Larsen), A. Grünwald (81./Kamara), Royer - Gorgon

Salzburg: Gulacsi - Schwegler (82./Ankersen), Ramalho, Hinteregger, Ulmer - Ch. Leitgeb, Ilsanker, Bruno, Kampl - Alan, Sabitzer (87./Schmitz)

Gelbe Karten: Royer bzw. Ilsanker

Die Besten: Gorgon, Leitgeb bzw. Alan, Kampl, Bruno

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