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Ex-Coach verschärft Bremer Krise

Nach mehr als 40 Jahren in Diensten von Werder Bremen hat Thomas Schaaf seinem Ex-Club am Sonntag eine herbe Niederlage zugefügt und die Abstiegssorgen an der Weser wieder deutlich vergrößert. Mit dem 5:2 gegen die Norddeutschen feierte Schaaf mit Eintracht Frankfurt den höchsten Saisonsieg und den dritten Erfolg in Serie in der deutschen Bundesliga.

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Alexander Meier (34., 68.), Haris Seferovic (52.), Stefan Aigner (76.) und Marc Stendera (80.) schossen vor 46.800 Zuschauern den verdienten Sieg für die Frankfurter heraus. Theodor Gebre Selassie (45.) und der eingewechselte Luca Caldirola (79.) trafen für den Tabellenvorletzten aus Bremen.

Zudem mussten die Gäste die Ausfälle von ÖFB-Teamspieler Sebastian Prödl und von Torwart Raphael Wolf verkraften, der nach einem Zusammenprall mit Seferovic vor dessen Treffer zum 2:1 verletzt vom Platz musste und durch ÖFB-U21-Teamgoalie Richard Strebinger ersetzt wurde.

Bremen muss Abwehr früh umstellen

Bremen-Trainer Viktor Skripnik, der im Werder-Trikot 77 Bundesliga-Spiele unter Schaaf bestritt, war bereits früh zur ersten Umstellung gezwungen. Schon in der 25. Minute humpelte beim Stand von 0:0 mit Prödl sein Abwehrchef verletzt vom Feld - für ihn kam der Italiener Caldirola. Und die Bremer Hintermannschaft hatte deutlich mehr Arbeit als die Frankfurter Abwehr. Der nur 1,69 Meter große Takashi Inui scheiterte noch per Kopf am Pfosten (33.), doch eine Minute später gelang Meier die verdiente Führung.

Sebastian Prödl

GEPA/Witters/Thorsten Wagner

Nach nur 24 Minuten war das Spiel für Bremen-Abwehrchef Prödl vorbei

Die Eintracht war das engagiertere Team, wurde für die mangelnde Chancenverwertung aber vor der Pause bestraft. Mit ihrer ersten gefährlichen Aktion im Angriff gelang Werder der überraschende Ausgleich. Nach einem Eckball von ÖFB-Legionär Zlatko Junuzovic, der durchspielte, überwand Gebre Selassie mit einem Kopfball Eintracht-Keeper Felix Wiedwald (45.).

Turbulente zweite Spielhälfte

Nach dem Wechsel ging es turbulent weiter. Bei einer Flanke von Inui kam Bremens Keeper Wolf etwas zu unentschlossen aus seinem Tor und prallte mit dem fallenden Seferovic zusammen. Doch obwohl sich das Geschehen im Fünfmeterraum abspielte, pfiff der Schiedsrichter nicht ab und entschied auf Tor (52). Doppelt bitter für die Bremer, dass Wolf wenig später verletzt vom Platz musste und Strebinger zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz kam.

Richard Strebinger

GEPA/Witters/Thorsten Wagner

Strebinger leistete sich keinen Fehler, kassierte aber dennoch drei Gegentore

Bei zwei Kopfbällen war der 21-jährige Niederösterreicher sofort gefordert, gegen Meiers zweiten Treffer aber machtlos. Gegen Aigner verkürzte Strebinger noch gut den Winkel, Meier aber schob den vom Pfosten abprallenden Ball ins Tor (68.). Nur zwei Minuten zuvor hatte Bremens Felix Kroos die Chance zum Ausgleich vergeben, als sein Distanzschuss an den Pfosten ging (66.). Die Frankfurter ließen nicht nach und wollten sich auf keinen Fall ein weiteres Mal überrumpeln lassen. Aigner (76.) und Stendera (80.) machten schließlich alles klar. Kurz zuvor hatte Caldirola noch einmal auf 2:4 verkürzt.

HSV schafft nächsten Befreiungsschlag

Der Hamburger SV feierte im Abstiegskampf einen wichtigen 2:1-Heimsieg gegen Mainz. Der HSV ist damit 13., Mainz hat als Elfter nur einen Punkt mehr auf dem Konto und nur vier Zähler Luft bis zum Tabellenende. Julian Baumgartlinger fehlte aufseiten der Verlierer nach wie vor wegen seiner Sehnenreizung im Knie.

Deutsche Bundesliga, 14. Runde

Sonntag:

Frankfurt - Bremen 5:2 (1:1)

Tore: Meier (34., 68.), Seferovic (52.), Aigner (76.), Stendera (80.) bzw. Gebre Selassie (45.), Caldirola (79.)

Junuzovic spielte bei Bremen durch, Prödl bis zur 25. Minute, Strebinger ab der 59. Minute

Hamburger SV - Mainz 2:1 (1:0)

Tore: Cleber (32.), Van der Vaart (53./Elfmeter) bzw. Okazaki (89.)

Samstag:

Bayern München - Leverkusen 1:0 (0:0)

Tor: Ribery (51.)

Köln - Augsburg 1:2 (1:0)

Tore: Ujah (13.) bzw. Djurdjic (54.), Esswein (90.)

Wimmer (Köln) und Manninger (Augsburg) spielten durch

Stuttgart - Schalke 0:4 (0:3)

Tore: Choupo-Moting (1., 21., 61.), Meyer (10.)

Harnik (Stuttgart) und Fuchs (Schalke) spielten durch, Klein (Stuttgart) bis zur 59. Minute

Mönchengladbach - Hertha BSC 3:2 (1:1)

Tore: Jantschke (9.), Raffael (54.), Hazard (84.) bzw. Schieber (45.), Kalou (92./Elfmeter)

Hannover - Wolfsburg 1:3 (1:1)

Tore: Joselu (45.) bzw. De Bruyne (4.), Dost (69.), Arnold (85.)

Paderborn - Freiburg 1:1 (0:1)

Tore: Kachunga (89.) bzw. Darida (18./Elfmeter)

Freitag:

Dortmund - Hoffenheim 1:0 (1:0)

Tor: Gündogan (17.)

Abschlusstabelle 2014/15

1. FC Bayern München 34 25 4 5 80:18 79
2. VfL Wolfsburg 34 20 9 5 72:38 69
3. Borussia M'gladbach 34 19 9 6 53:26 66
4. Bayer 04 Leverkusen 34 17 10 7 62:37 61
5. FC Augsburg 34 15 4 15 43:43 49
6. FC Schalke 04 34 13 9 12 42:40 48
7. Borussia Dortmund 34 13 7 14 47:42 46
8. TSG 1899 Hoffenheim 34 12 8 14 49:55 44
9. Eintracht Frankfurt 34 11 10 13 56:62 43
10. Werder Bremen 34 11 10 13 50:65 43
11. 1. FSV Mainz 05 34 9 13 12 45:47 40
12. 1. FC Köln 34 9 13 12 34:40 40
13. Hannover 96 34 9 10 15 40:56 37
14. VfB Stuttgart 34 9 9 16 42:60 36
15. Hertha BSC 34 9 8 17 36:52 35
16. Hamburger SV 34 9 8 17 25:50 35
17. SC Freiburg 34 7 13 14 36:47 34
18. SC Paderborn 07 34 7 10 17 31:65 31

Endstand vom 23. Mai

Champions-League-Teilnehmer: Bayern, Wolfsburg, Gladbach
CL-Qualifikation: Leverkusen
Europa-League-Teilnehmer: Augsburg, Schalke, Dortmund
Absteiger: Freiburg, Paderborn
Aufsteiger: Ingolstadt, Darmstadt

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