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Stürze sorgen für Unterbrechungen

Gleich im ersten Abfahrtstraining in Kitzbühel 2015 haben die Favoriten das Tempo vorgegeben. Bestzeit erzielte am Dienstag in 1:56,77 Minuten der norwegische Weltcup-Führende Kjetil Jansrud 0,51 Sekunden vor dem österreichischen Vorjahres- und aktuellen Wengen-Sieger Hannes Reichelt. Drittschnellster war mit bereits 1,68 Sekunden Rückstand Santa-Caterina-Gewinner Travis Ganong (USA).

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Das erste Training fand bei bedecktem Himmel, aber guten Pistenverhältnissen statt. Trotzdem kam es wegen einiger Stürze immer wieder zu Unterbrechungen. Weil die Wetterprognosen gut sind, wird es nur zwei Trainings geben, das zweite und letzte wird am Donnerstag zur Rennzeit um 11.45 Uhr (live in ORF eins und im Livestream) stattfinden. Der Mittwoch ist bei den Hahnenkamm-Rennen damit trainingsfrei. Am Freitag stehen bei den 75. Hahnenkamm-Rennen der Super-G (11.30 Uhr) und die Kombi (16.45 Uhr) auf dem Programm, am Samstag (11.45 Uhr) die Abfahrt und am Sonntag der Slalom (10.15 Uhr und 13.30 Uhr, jeweils live in ORF eins und im Livestream).

„Sie haben uns einen Schreck eingejagt“

Auf jeden Fall scheint die Hahnenkamm-Abfahrt auch bei der 75. Auflage wieder ein Fall für Routiniers zu sein. Das wurde schon beim ersten Abtasten klar. Die Strecke präsentierte sich am Dienstag mit zwei riesigen Wellen in der Querung vor dem Steilhang und einem Sprung bei der Ausfahrt der unteren Traverse als Neuigkeiten, aber insgesamt nicht ganz so eisig wie angekündigt. „Das wird aber mit jedem Training sicher glatter“, ist Georg Streitberger, als Achter zweitbester Österreicher, überzeugt.

Hannes Reichelt (AUT) im Abfahrtstraining

APA/EPA/Robert Käger

Wengen-Sieger Reichelt war auch im ersten Kitz-Training vorne mit dabei

„Sie haben uns einen Schreck eingejagt, weil sie gleich das erste Tor brutal vereist haben. Dann geht es aber gut“, sagte etwa der Kärntner Otmar Striedinger, der gleich bei seinem Kitzbühel-Debüt mit Startnummer eins als „Testpilot“ fungieren musste und hinter Landsmann Max Franz Platz 17 belegte. „Fürs erste Mal hier war das passabel. Man muss ja nicht gleich beim ersten Mal alles zerreißen.“

Jansrud gibt gleich Vollgas

Vorne gaben die Favoriten gleich den Ton an. Nur Reichelt kam halbwegs in die Nähe von Jansrud, der gleich voll zur Sache gegangen war. Zumindest fast. „Ich war schon ein bissl überrascht über meine Zeit. Meine Fahrt war nicht optimal“, machte der vierfache Saisonsieger klar, dass er noch Reserven hat. „Für mich war wichtig, gleich heute Gas zu geben, weil man ja nie weiß, wie viele Trainings wir hier bekommen.“

Als alleinigen Abfahrtsfavoriten sieht sich Jansrud bei weitem nicht. „Natürlich bin ich heuer erstmals in der Position, hier auch gewinnen zu können. Und das ist definitiv besser, als mit Nummer 65 oben stehen und keine Chance zu haben“, sagte der Norsker, der bei seinen letzten Auftritten vor der WM im Gesamtweltcup auch Punkte auf Marcel Hirscher gutmachen will. „Fünf, sechs Fahrer muss man immer auf der Rechnung haben, und Hannes ist richtig gut in Form“, ist Jansrud überzeugt.

„Es geht hier ganz schön zur Sache“

Der angesprochene Reichelt war mit der Rückkehr auf seine vorjährige Triumphpiste zufrieden. Für eine großartige Feier nach dem Lauberhorn-Triumph war keine Zeit gewesen. „Laut gesungen haben wir im Auto“, erzählte der Salzburger und kommentierte zwei Tage nach dem Wengen-Sieg Platz zwei zufrieden. „Das war für einen ersten Trainingslauf ganz gut. Auf der Streif musst du aber eh gleich andrücken, damit du halbwegs sicher unterwegs bist. Es geht hier ganz schön zur Sache.“

Matthias Mayer

GEPA/Wolfgang Grebien

Olympiasieger Mayer hatte gleich einige brenzlige Situationen zu überstehen

Dass ihm als Titelverteidiger und Lauberhorn-Triumphator eine zusätzlich stressige Woche winkt, ist dem 34-Jährigen bewusst. „Ich komme trotzdem immer besonders gerne hierher“, sagte Reichelt und schloss sich Jansrud an: „Es sind nicht nur wir zwei. Einige wie Matthias Mayer hatten grobe Schnitzer.“

Schrecksekunden für Olympiasieger Mayer

Der Olympiasieger hatte in der Tat einige haarige Situationen zu meistern und bei der Seidlalm sogar Kontakt mit der Streckenbegrenzung. „Da habe ich einen richtigen Bock geschossen“, atmete Mayer durch. „Die Streif präsentiert sich brutal schwer. Bei der Besichtigung hat’s noch nicht ganz so unruhig ausgeschaut, die Mausefalle geht zudem extrem weit“, gab sich der Kärntner nach Platz zehn hinter Streitberger nachdenklich. „Aber an sich sollte mir die Streif liegen. Ich fahre hier ja richtig gerne.“

Das tun auch die US-Amerikaner. Ganong war begeistert, sowohl von der Piste, seiner Zeit („Denn ich musste bei der Seidlalm einmal komplett querstellen“) als auch vom Mythos Kitzbühel. „Nirgendwo hat man als Skirennfahrer so viel Spaß wie hier. Das ist größer als WM oder Olympia.“ Bode Miller weiß das längst. Er darf nach seiner Rücken-OP nicht wie gewünscht am Samstag als Vorläufer mitmachen, im Training hatte der 37-Jährige fast fünfeinhalb Sekunden Rückstand.

Herren-Abfahrt in Kitzbühel

Erstes Training am Dienstag:
1. Kjetil Jansrud NOR 1:56,77
2. Hannes Reichelt AUT + 0,51
3. Travis Ganong USA 1,68
4. Werner Heel ITA 1,79
5. Adrien Theaux FRA 2,18
6. Benjamin Thomsen CAN 2,30
7. Johan Clarey FRA 2,32
8. Georg Streitberger AUT 2,35
9. Josef Ferstl GER 2,45
10. Matthias Mayer AUT 2,48
11. Siegmar Klotz ITA 2,55
12. Carlo Janka SUI 2,65
13. Mauro Caviezel SUI 2,66
. Didier Defago SUI 2,66
15. Andrej Sporn SLO 2,70
16. Max Franz AUT 2,71
17. Otmar Striedinger AUT 2,79
18. Patrick Küng SUI 2,81
19. Steven Nyman USA 2,90
20. David Poisson FRA 3,07
31. Romed Baumann AUT 3,63
36. Patrick Schweiger AUT 4,30
38. Klaus Kröll AUT 4,48
43. Vincent Kriechmayr AUT 5,17

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