Kostspielige Spielerrochaden
Die Montagmitternacht zu Ende gegangene Wintertransferzeit ist ein Fall für die Rekordbücher. In keiner anderen Wechselperiode gab es so viele spektakuläre und kostspielige Spielerrochaden, in die Clubs der österreichischen Bundesliga involviert waren. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand Red Bull Salzburg.
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Der Double-Gewinner gab Kevin Kampl um die vertragliche festgeschrieben Ausstiegsklausel von zwölf Millionen Euro an Borussia Dortmund ab und kassierte für den wechselwilligen Alan rund elf Millionen Euro vom chinesischen Verein Guangzhou Evergrande. Ebenfalls für Aufsehen sorgte der laut Transfermarkt.at sieben Millionen Euro schwere Wechsel von Omer Damari von der Wiener Austria zur Red-Bull-Dependance nach Leipzig.
Diese drei Personalrochaden wurden in der Ligageschichte nur vom 15-Millionen-Euro-Wechsel von Sadio Mane von Salzburg nach Southampton im vergangenen August übertroffen und sind deutlich über dem bisherigen „Winter-Königstransfer“ angesiedelt. Bis vor wenigen Wochen hielt der 4,5 Millionen Euro teure Abgang von Nacer Barazite von der Austria zu AS Monaco vor drei Jahren den Rekord als teuerster Jänner-Wechsel.
Die Salzburger reagierten auf den Aderlass mit dem Engagement von Marco Djuricin (Sturm Graz), aus Japan kam Takumi Minamino (Cerezo Osaka). Der im Herbst elfmal in der Liga als Torschütze erfolgreiche Djuricin soll den Meister dabei kolportierte 2,5 Millionen Euro gekostet haben und wäre damit im Ranking der teuersten Wintertransfers auf Rang neun zu finden.
Austria äußerst aktiv
Zumindest quantitativ stärker rüstete die Austria ihren ohnehin nicht gerade kleinen Kader auf: Mit dem vorerst ausgeliehenen Philipp Zulechner (SC Freiburg), dem um 200.000 Euro vergleichsweise billig geholten Raphael Holzhauser (VfB Stuttgart), Ronivaldo (Kapfenberger SV) und Patrizio Stronati (Banik Ostrau) soll die Aufholjagd gelingen. Abgegeben wurden neben Damari auch die beiden Stürmer Roman Kienast und Ola Kamara.

GEPA/Hans Oberlaender
Roman Kienast kehrt zu Sturm zurück
Im Gedränge um die Europacup-Startplätze reagieren musste Sturm Graz. Nach dem Abschied von Djuricin bauten die Steirer die Offensivabteilung mit den Stürmern Bright Edomwonyi (Liefering) und Roman Kienast (Austria) aus. Auch Schalke-Talent Donis Avdijaj darf sich dank guter Kontakte der Grazer nach Gelsenkirchen ab sofort leihweise bei Sturm beweisen. Für das defensive Mittelfeld kam der Belgier Wilson Kamavuaka.
Viel ruhiger ging es hingegen beim Erzrivalen zu. Rapid holte im Winter keinen einzigen Neuen und gab lediglich Lukas Grozurek an die Admira ab. Die Südstädter nahmen außerdem unter anderen Toni Vastic von Ried unter Vertrag. Abstiegskonkurrent Wiener Neustadt setzt nach dem Abgang von Stefan Maierhofer auf den neuen schwedischen Stürmer Philip Hellquist.
Ein Neuzugang beim WAC
Der Überraschungszweite WAC meldete mit Angreifer Herve Oussale aus Burkina Faso nur einen Neuzugang. Eine ähnliche Linie fuhr auch der starke Aufsteiger Altach. Der Dritte verstärkte sein Mittelfeld mit dem Spanier Marti Riverola vom FC Bologna, der ehemals in der zweiten Mannschaft des FC Barcelona kickte.
Grödig musste den Wechsel der Salzburg-Leihgabe Yordy Reyna nach Leipzig verdauen. Ried holte mit dem Deutsch-Kroaten Petar Filipovic und dem ehemaligen WAC-Profi Michele Polverino aus Liechtenstein zwei Legionäre.
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