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Salzburg „natürlich“ Favorit

Nach 36 Runden wird spätestens am 31. Mai der österreichische Meister offiziell feststehen. Für die Trainer der zehn Bundesligisten steht schon jetzt fest, dass dieser wieder Salzburg heißen wird, wie die Umfrage der APA ergab. An der Dominanz der „Bullen“ kommen aber nicht zuletzt durch den Abgang einiger Leistungsträger erste Zweifel auf - zum Selbstläufer wird die Titelverteidigung demnach nicht.

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Der Vorsprung von Salzburg ist mit acht Punkten auf den Sensationszweiten WAC und Altach recht komfortabel. „Wir werden Meister“, ist Salzburg-Trainer Adi Hütter vom Erfolg seiner Truppe überzeugt.

Kleine Risse im Salzburg-Nimbus

Doch der Nimbus der konkurrenzlosen Salzburger hat Risse bekommen. Durch die Abgänge der Starspieler Kevin Kampl nach Dortmund und Alan nach China sind die „Bullen“ von der Papierform her in der Wintertransferzeit schwächer geworden. „Da sie Topleute abgegeben haben, wird es aber kein Selbstläufer“, glaubt etwa WAC-Trainer Dietmar Kühbauer, der jedoch hinzufügte: „Trotzdem werden sie Meister werden, weil alles andere wäre ja ein Wahnsinn.“ Allerdings werden in 17 Runden noch 51 Punkte vergeben.

WAC-Trainer Dietmar Kühbauer

GEPA/Christian Ort

WAC-Coach Kühbauer weist auch auf Schwächen der Salzburger hin

Austria-Trainer Gerald Baumgartner sieht dann auch durchaus Spannung in der Titelfrage: „Salzburg ist natürlich Favorit, hat aber auch ein bisschen einen Umbruch. Ich gehe davon aus, dass es sehr spannend werden wird“, schilderte er seine Sicht der Dinge. „Es wird davon abhängen, wie die einzelnen Mannschaften starten, wie drangeblieben werden kann, wie groß die Ausdauer ist.“

Auch Admiras Trainer Walter Knaller zählt zu jenen, die mit einem offeneren Rennen als zuletzt rechnen. „Ich denke, dass es noch ein bisschen knapper wird, sie nicht mehr so dominant sein werden.“

„Bullen“ das „Nonplusultra“

Kühbauer, Baumgartner und Knaller gehören allerdings einer Minderhet an, das Gros ihrer Trainerkollegen hat sich mit der Überlegenheit der „Bullen“ schon abgefunden. Manche nennen das Realismus, andere vorzeitige Kapitulation. „Salzburg ist das Nonplusultra in der Liga“, befand etwa Sturm-Graz-Trainer Franco Foda, der erst hinter Salzburg „alles ausgeglichen“ sieht.

Auch andere glauben an einen Durchmarsch der Salzburger. „Ich denke, dass sie vorne wegmarschieren werden, ich glaube sogar noch mehr als im Herbst, weil sie da doch einige Punkte liegen gelassen haben“, sagte Rieds Chefcoach Oliver Glasner. Und Grödig-Trainer Michael Baur glaubt sogar, dass Salzburg gestärkt aus der Winterpause zurückkommt: „Sie haben sich, obwohl sie Kampl und Alan abgegeben haben, auch wieder gut verstärkt. Die Spieler, die sie geholt haben, sind bissige, hungrige Spieler.“

Harter Kampf um Europacup-Plätze

Neben Salzburg mit dem Titel haben auch andere Teams konkrete Ziele. Sturm Graz, Rapid und Austria wollen unbedingt in den Europacup und peilen dabei Platz zwei an. Der im Herbst überraschend starke WAC will sich genauso ein Europacup-Ticket sichern. Das sind zu viele Bewerber, wie auch die Trainer anerkennen. „Ich gehe aber davon aus, dass es ein enges Rennen bis am Schluss bleiben wird, weil ja auch die anderen Mannschaften mit einer ähnlichen Zielsetzung ins Rennen gehen wie wir“, sagte Rapid-Coach Zoran Barisic.

Aufsteiger Altach möchte sich noch nicht aus dem Fenster lehnen, für die Vorarlberger ist vor allem wichtig, dass sich der Verein kurz- und mittelfristig in der Liga etabliert. Grödig und Ried wollen gut starten und sich dadurch in der Folge nach oben orientieren. Für Admira Wacker Mödling und Wiener Neustadt hat klarerweise der Klassenerhalt oberste Priorität.

Niederösterreich-Duell gegen Abstieg

Im Abstiegskampf deutet sich ein niederösterreichischer Zweikampf zwischen Schlusslicht Wiener Neustadt (15 Punkte) und dem Vorletzten Admira (18), der einen Dreipunktepolster plus das um zwölf Treffer bessere Torverhältnis hat, an. „Wenn es normal abläuft, sollte es ein Zweikampf bleiben“, rechnet auch Knaller damit.

Wiener Neustadts Helgi Kolvidsson macht sich darüber keine Gedanken, will sich nur auf sein eigenes Team konzentrieren. „Ich habe überhaupt nicht irgendwas zusammengerechnet oder spekuliert. Ich kann es sowieso nicht beeinflussen, was die anderen machen“, meinte der Isländer. Seine Marschroute für das Frühjahr ist klar: „Wichtig ist, dass wir Schritt für Schritt machen und kontinuierlich punkten.“

Auch Ried und Grödig noch nicht durch

Bei einem schlechten Start könnten eventuell auch noch der Achte Ried (23) sowie der Siebente Grödig (24) in den Abstiegskampf verwickelt werden. Die Trainer dieser Vereine nehmen das Thema auch nicht auf die leichte Schulter. „Ich wüsste nicht, warum Wiener Neustadt oder die Admira die Einzigen sein sollten, die noch absteigen können. Man hat ja gesehen, dass man in einer Liga, in der alles eng beisammen liegt, ziemlich schnell Platzierungen gutmachen kann“, weiß Rieds Oliver Glasner.

Grödigs Michael Baur sieht das ähnlich. „Es muss jeder auf der Hut sein, im Fußball geht es oft schnell. Man muss nur einen schlechten Start erwischen, dann liegen die Nerven auch gleich einmal blank“, sagte der Trainer.

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